Fjorde, Gletscher, atemberaubende Berglandschaften, spannende Städte – und dazu im Sommer die Mitternachtssonne: Ein Roadtrip durch Norwegen zählt zu den Highlights in Europa. Routen und Tipps für deinen Urlaub im Norden.

Norwegen ist ein echtes Sehnsuchtsziel und perfekt für Roadtrip-Fans. In dem skandinavischen Land erwarten dich neben der spektakulären Natur mit den weltberühmten Fjorden auch spannende Städte und kulturelle Highlights wie die jahrhundertealten Stabkirchen. Als fünftgrößtes Land Europas ist Norwegen allerdings deutlich länger als breit. Vom Süden bis noch in den Norden sind es insgesamt fast 1.800 Kilometer – und dazwischen liegen zerklüftete Fjorde, majestätische Berge und weite Landschaften.

Eine Woche reicht, um die Highlights in Südnorwegen wie Stavangar oder den Preikestolen entdecken. Für einen 10-tägigen Roadtrip kannst du auch noch einige Fjorde und Bergen mit in die Routenplanung aufnehmen. Du hast zwei Wochen für deinen Urlaub in Norwegen? Dann schaffst du es wahrscheinlich bis nach Trondheim und kannst anschließend durch die Nationalparks im Landesinneren zurück Richtung Oslo fahren. Und alle, die drei Wochen Zeit haben, können die Lofoten als Highlight anpeilen. Du planst gerade deine Route und fragst dich, wo es besonders schön ist und was du nicht verpassen solltest? Hier findest du meine Tipps für deinen Norwegen-Roadtrip mit den wichtigsten Sehenswürdigkeiten und Highlights.

 

Kristiansand

In Kristiansands Altstadt mit den weißen Holzhäusern gibt's direkt norwegisches Flair
In Kristiansands Altstadt mit den weißen Holzhäusern gibt’s direkt norwegisches Flair

Wir haben den kürzesten Weg nach Norwegen genommen und sind in Dänemark mit der Fähre nach Kristiansand in Südnorwegen übergesetzt. Die meisten Urlauber, die mit dem Wohnmobil oder Auto durch Norwegen unterwegs sind, wählen diese Route oder starten alternativ südlich von Oslo in Larvik, um anschließend Norwegens Südküste entlang zu fahren. Für alle, die wie wir ihre Norwegen-Rundreise in Kristiansand starten, ist das kleine Städtchen am Skagerrak ein schöner Einstieg. Bei einem Bummel durch die hübsche Altstadt Posebyen läufst du beispielsweise an den für Norwegen so typischen weißen Holzhäusern vorbei. Kein Wunder, dass Kristiansand und die Küstenorte in der Umgebung auch bei den Norwegern ein beliebtes Ziel für den Sommerurlaub am Meer sind.

 

Küstenstraße nach Egesund

Der Roadtrip durch Norwegen startet an der Küstenstraße in Südnorwegen
Der Roadtrip durch Norwegen startet an der Küstenstraße in Südnorwegen

Unser erstes richtiges Ziel in Südnorwegen ist Stavangar. Und um dorthin zu kommen, kannst du entweder die neue Schnellstraße nutzen oder ganz entspannt die alte Küstenstraße von Flekkefjord nach Egersund nehmen. Die Route gilt als eine der schönsten Strecken in Südnorwegen – und wenn du ähnlich gutes Wetter wie wir erwischt, kommt bestimmt auch bei dir direkt Roadtrip-Feeling auf. Auf der Tour erwartet dich nämlich eine Miniaturausgabe deiner Norwegen-Rundreise mit kurvigen Straßen, kleinen Seen, einer spannenden Felsenlandschaft und am Ende einem ersten Fjord. Auch der Zwischenstopp in Egersund lohnt sich. Hier kannst du einen Spaziergang durch die hübsche Altstadt mit ihren historischen Holzhäusern machen oder dich auf einen Kaffee an den Hafen setzen.

 

Stavangar

Eine hübsche Altstadt mit historischen weißen Holzhäusern erwartet dich auch in Stavangar. In Gamle Stavangar sind die Straßen gesäumt von den fotogenen Gebäuden mit Blumenkästen vor der Tür. Von hier oben hast du auch den Hafen im Blick, ein weiteres Highlight in Norwegens „Ölstadt“. Eine der wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Stavangar ist tatsächlich das Norwegische Erdölmuseum. In dem Gebäude, das von außen an eine Bohrplattform erinnert, kannst du hinter die Kulissen der Ölindustrie schauen. Alternativ bummelst du einfach weiter durch die Stadt und landest vom Hafen aus sicher auch in der Øvre Holmegate mit ihren bunten Häusern, in denen sich Restaurants, Cafés und kleine Läden befinden. Außerdem kannst du in Stavangar fast überall bunte Streetart entdecken. Halt also unbedingt die Augen offen! In jedem Fall solltest du die Stadt auf die Reiseliste für deinen Norwegen-Roadtrip setzen.

 

Preikestolen

Der Preikestolen mit seiner atemberaubenden Aussicht zählt zu den Top-Sehenswürdigkeiten in Norwegen
Der Preikestolen mit seiner atemberaubenden Aussicht zählt zu den Top-Sehenswürdigkeiten in Norwegen

Stavangar ist auch ein guter Ausgangspunkt für eines der absoluten Highlights jedes Norwegen-Urlaubs. Der 604 Meter hohe Preikestolen ist eine der bekanntesten Natur-Sehenswürdigkeiten und ein Must-Do auf deinem Norwegen-Roadtrip. Selbst wenn du für deine Rundreise nur eine Woche in Südnorwegen unterwegs bist, kannst du das Wahrzeichen der Region mit einplanen. Die Wanderung zum „Predigtstuhl“ dauert hin und zurück etwa vier Stunden – und wenn du das atemberaubende Setting möglichst allein genießen möchtest, solltest du vor allem während der Sommermonate früh aufstehen. Der spektakuläre Ausblick über den Lysefjord und die umliegenden Berge ist es auf jeden Fall wert! Für die zum Tour Preikestolen solltest du fit sein, brauchst aber keine ganz so gute Kondition wie auf der Wanderung zur berühmten Trolltunga.

 

Eidfjord

Der Eidfjord zählt zu den Highlights in Fjord-Norwegen
Der Eidfjord zählt zu den Highlights in Fjord-Norwegen

Wir lassen die Trolltunga rechts liegen und fahren von Odda aus am Sørfjord entlang Richtung Eidfjord. Das kleine Örtchen gab einst dem Fjord seinen Namen und liegt spektakulär zwischen steilen Berghängen am Wasser. Voll wird es in dem 900-Einwohner-Dorf wenn gerade wieder eines der vielen Kreuzfahrtschiffe vor Anker liegt. Einen wunderbaren Blick über den Eidfjord hast du vom kleinen Berghof Kjeåsen. Es gibt eine Wanderung hinauf sowie eine Straße, die so eng ist, dass sie immer nur zu bestimmten Zeiten in die jeweilige Richtung befahren werden darf. Bevor du weiter fährst, solltest du unbedingt auch noch weiter ins Tal hineinfahren und den spektakulären Vøringsfossen Wasserfall bestaunen.

 

Hardangerfjord

Der Eidfjord ist eigentlich ein Seitenarm vom Hardangerfjord – und der gehört zum Pflichtprogramm für jeden Urlaub in Südnorwegen, gilt er doch als einer der schönsten Fjorde des Landes. Der Hardangerfjord ist etwa 190 Kilometer lang und damit der zweitlängste Fjord an der norwegischen Küste. Hardanger gilt als Obstgarten Norwegens und zur Apfelblüte im Frühling fühlst du dich hier fast wie im Alten Land. Das milde Klima und der besondere Boden sind beste Voraussetzungen für den Anbau von Obst und Beeren – und neben Apfelsaft kannst du deshalb auf den Obsthöfen auch den Hardangar Cidre probieren. Bei schönem Wetter ist außerdem die Fahrt entlang der Landschaftsroute zwischen Utne und Jondal traumhaft und bietet Roadtrip-Feeling pur.

 

Steinsdalsfossen

Ein bisschen Island-Feeling in Norwegen: der Wasserfall Steinsdalsfossen
Ein bisschen Island-Feeling in Norwegen: der Wasserfall Steinsdalsfossen

Spektakuläre Wasserfälle wirst du während deines Norwegen-Urlaubs zahlreiche sehen. Der Steinsdalsfossen bleibt allerdings einzigartig. Mit seiner Fallhöhe von 50 Metern ist er nicht besonders hoch, einzigartig in ganz Norwegen macht ihn, dass du hinter dem Wasserfall entlang gehen kannst – fast ohne dabei nass zu werden. Damit bringt der Steinsdalsfossen ein Stück Island nach Norwegen, wo der Seljalandsfoss ein ähnliches Erlebnis bietet. Auch spannend: Der Wasserfall ist noch relativ jung und erst 1699 entstanden, als der Fluss seinen Lauf änderte. Auf dem Weg weiter Richtung Bergen ist der Steinsdalsfossen auf jeden Fall einen kurzen Zwischenstopp wert.

 

Bergen

Nächstes Highlight auf unserem Norwegen-Roadtrip ist Bergen. Die Besuch der alten Hansestadt gehört zu den Must-Dos für eine Rundreise durchs Land. Das von sieben Hügeln und sieben Fjorden umgebene Bergen war im Mittelalter sogar die Hauptstadt von Norwegen. An diese historische Epoche erinnern die alten Holzhäuser im ehemaligen Hanseviertel Bryggen. Die bunten Gebäude an der Ostseite des Hafens gehören heute zum UNESCO-Weltberbe und den wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Stadt. Das dortige Hansemuseum nimmt dich mit in die Geschichte Bergens. Zu den Highlights zählt außerdem der Fischmarkt am Hafen. Und wenn du dich für Kunst interessierst, solltest du die Kunsthalle und das KODE einplanen – auch eine Option an einem der zahlreichen Regentage in Bergen. Einen tollen Ausblick über Norwegens zweitgrößte Stadt hast du schließlich vom Berg Floyen – schon die Auffahrt mit der Standseilbahn ist ein Erlebnis.

 

Sognefjord

Bergen ist auch eine perfekte Ausgangsstation für einen Abstecher zu den Fjorden – und wenn du keine Zeit für einen Roadtrip durchs ganze Land hast, könntest du von Bergen aus in einer Woche einige von Norwegens Naturwundern bestaunen. Neben dem Hardangerfjord ist der Sognefjord mit seinen Seitenarmen am besten zu erreichen – und auch hier gibt es einiges zu entdecken. Mit dem Zug kommst du zum Beispiel nach Myrdal und kannst von dort mit der Flåmbahn eine der schönsten Bahnstrecken der Welt erkunden. Von Flåm ist es auch nicht mehr weit zum Nærøyfjord. Der Seitenarm des Sognefjords zählt zu den Top-Sehenswürdigkeiten in Norwegen und steht auf der UNESCO-Welterbeliste. Ähnlich spektakulär ist der Aurlandfjord, den du vom Aussichtspunkt Stegastein aus wunderbar überblicken kannst. Weiter geht es dann entweder über das Aurlandsfjell oder den mit 24,51 Kilometern aktuell längsten Straßentunnel der Welt, den Lærdalstunnel.

 

Borgund

Typisch für Norwegen sind die jahrhundertealten Stabkirchen wie die in Borgund
Typisch für Norwegen sind die jahrhundertealten Stabkirchen wie die in Borgund

Zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Norwegen zählen die historischen Stabkirchen und du solltest auf deiner Reise mindestens eine davon besuchen. Forscher gehen davon aus, dass es in Norwegen einst knapp 2.000 Stabkirchen gab. Nur 28 sind bis heute erhalten – und die Stabkirche in Borgund gehört zu den besonders gut erhalten und sehenswerten. Die Stabkirche aus dem Jahr 1180 zählt zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Region und ist ein Beispiel für die beeindruckende mittelalterliche Architektur. Die größte noch erhaltene Stabkirche steht übrigens in Heddal und die älteste nicht weit entfernt von Borgund in Urnes. Sie steht sogar auch auf der UNESCO-Weltkulturerbeliste.

 

Laerdal

Lohnt einen Zwischenstopp auf deinem Norwegen-Roadtrip: Laerdal mit seinen alten Holzhäusern
Lohnt einen Zwischenstopp auf deinem Norwegen-Roadtrip: Laerdal mit seinen alten Holzhäusern

Die Stabkirche Borgund gehört zur Gemeinde Lærdal – und hier sind wir anschließend zufällig stehen geblieben und haben so den idyllischen alten Ortsteil Lærdalsøyri entdeckt. Dort stehen zahlreiche historische Holzhäuser an einer alten Handelsstraße aus dem Mittelalter. Damals war der Weg eine wichtige Verbindungsstraße vom Sognefjord Richtung Oslo und das heutige Lærdal der größte Marktplatz außerhalb von Bergen. Heute kannst du hier durch das alte Holzviertel mit Gebäuden aus dem 18. und 19. Jahrhundert schlendern, vorbei an alten Lagerhäusern und Fischerhütten, in denen sich teilweise kleine Läden und Cafés befinden, und in die Vergangenheit eintauchen.

 

Geirangerfjord

Das nächste Ziel unseres Roadtrips ist wieder eine absolute Top-Sehenswürdigkeit in Norwegen. Der Geirangerfjord gilt als schönster Fjord der Welt und zählt genau wie der Nærøyfjord zum UNESCO-Welterbe. Wenn du überlegst, was du auf deiner Norwegen-Reise auf keinen Fall verpassen solltest: Der weltberühmte Geirangerfjord gehört auf jeden Fall zu den Must-Dos. Einen tollen Blick über den Fjord hast du zum Beispiel vom Aussichtspunkt Flydalsjuvet aus. Hier liegt dir der kleine Ort Geiranger zu Füßen, der während der Sommermonate von zahlreichen Kreuzfahrtschiffen angesteuert wird. Entspannter ist die Fahrt mit der Autofähre von Geiranger nach Hellesylt. Von Mai bis September kannst du während der rund einstündigen Tour die atemberaubenden Aussichten auf die umliegenden Berge, verlassenen Bergbauernhöfe oder Highlights wie die Wasserfälle „Sieben Schwestern“ genießen.

 

Trollstigen

Über elf Kurven geht es den Trollstigen hinunter - eines der Top-Highlights bei einem Roadtrip durch Norwegen
Über elf Kurven geht es den Trollstigen hinunter – eines der Top-Highlights bei einem Roadtrip durch Norwegen

Und dann steht direkt die nächste Top-Sehenswürdigkeit in Norwegen auf dem Programm: der Trollstigen. Über elf Haarnadelkurven geht es die „Trollleiter“ hinauf oder hinunter – je nachdem aus welcher Richtung du unterwegs bist. Wir kommen aus Süden und werden gleich die spektakuläre Serpentinenstraße mit bis zu zehn Prozent Gefälle nach unten fahren. Die Fahrt gehört zu den Highlights eines Roadtrips durch Norwegen, ist allerdings nur im Sommer möglich. Normalerweise wird der Trollstigen Ende Mai, spätestens Anfang Juni für den Verkehr freigegeben. Oben am höchsten Punkt der berühmte Passstraße verbinden das Besucherzentrum und die Aussichtsplattform zeitgenössischen Architektur mit einer atemberaubenden Landschaft. Hier solltest du auf jeden Fall einen Zwischenstopp einlegen, bevor du anschließend die wohl spannendste Touristenstraße Norwegens hinunter fährst.

 

Atlantikstraße

Norwegen Roadtrip mit Ausblick: die Atlantikstraße führt über viele kleine Inseln
Norwegen Roadtrip mit Ausblick: die Atlantikstraße führt über viele kleine Inseln

Kaum weniger spektakulär als der Trollstigen ist auch die Atlantikstraße an Norwegens Westküste. Statt elf Haarnadelkurven erwarten dich hier acht Brücken, die die „Straße des Meeres“ über der Inselwelt zwischen Vevang und Kårvåg miteinander verbinden. Genau wie der Trollstigen zählt auch der Atlanterhavsvegen, wie die Straße auf Norwegisch heißt, zu den offiziellen Panoramarouten des Landes. Es sind nur gut acht Kilometer, die du hier direkt am Atlantik entlang fährst, die liegen aber so atemberaubend, dass die Atlantikstraße zu den beliebtesten und schönsten Küstenstraßen der Welt zählt. Zu einem Roadtrip durch Norwegen gehört die einzigartige Route im Nordwesten des Landes auf jeden Fall unbedingt dazu.

 

Trondheim

Trondheim bietet sich nicht nur als Zwischenstopp vor der Weiterfahrt Richtung Nordland an, sondern ist auch einen eigenen Besuch wert. Mit dem Nidarosdom steht hier eine der wichtigsten Sehenswürdigkeiten Norwegens. Das gotische Gotteshaus gilt als Nationalheiligtum und ist bereits seit fast tausend Jahren bedeutende Pilgerstätte. Die drittgrößte Stadt Norwegens war genau wie Bergen früher selbst Hauptstadt des Landes. Heute findest du in Trondheim neben dem Dom die bunten Speicherhäuser am Wasser und ein modernes Hafenviertel, das an die HafenCity in Hamburg erinnert. Dort ist das Rockheim-Museum ein Anziehungspunkt für Pop- und Rock-Fans. In der hübschen Altstadt Bakklandet erwarten dich nicht nur tolle Restaurants, Bars und Cafés, sondern auch der erste Fahrradlift der Welt. Und ein Spaziergang über die Brücke Gamle Bybro mit ihren roten Toren soll sogar Glück bringen.

 

Stiklestad

An die Schlacht von Stiklestad erinnert heute ein Museum
An die Schlacht von Stiklestad erinnert heute ein Museum

Nächster Stopp auf dem Weg Richtung Norden ist Stiklestad. Der Ort gilt als Geburtsstädte Norwegens und ist nicht nur für viele Norweger eine wichtige Sehenswürdigkeit, sondern auch ein spannender Zwischenstopp für Geschichtsfans. In der Schlacht von Stiklestadt fiel 1030 Norwegens heutiger Nationalheiliger Olav, dessen Grab du im Nidarosdom in Trondheim sehen kannst. In einer Ausstellung im Nationalen Kulturzentrum Stiklestad kannst du in die Historie Norwegens und seiner berühmtesten Schlacht eintauchen. Nebenan gibt es außerdem ein Freilichtmuseum mit über 30 historischen Gebäuden, die während der Sommersaison für Besucher geöffnet sind. Und sehenswert ist auch die kleine Kirche von Stiklestad aus dem 12. Jahrhundert.

 

Nordland

Highlight auf deinem Roadtrip durch Norwegen: die Fahrt durch das Tor nach Nordnorwegen
Highlight auf deinem Roadtrip durch Norwegen: die Fahrt durch das Tor nach Nordnorwegen

Aus dem Trondelag geht es auf der Nationalstraße E6 schließlich weiter Richtung Norden. Unterwegs auf dem Arctic Highway kommen Polarkreis und Arktis langsam aber sicher näher. Und die Nordlandsporten markiert mit einer Brücke über die Straße schließlich den Übergang in die Provinz Nordland. Wir hätten nicht gedacht, dass wir so weit Richtung Norden kommen. Hier wird die Straße nochmal schmaler, die Wälder am Wegesrand dichter und der Horizont weiter. Auf dem Weg Richtung Polarkreis musst du nun bald entscheiden, ob du weiter auf dem Arctic Highway durchs Landesinnere fährst oder die Küstenstraße am Atlantik entlang nimmst. Beide Routen sind sehenswert – und am besten machst du es auf deiner Rundreise wie wir: In die eine Richtung nimmst du den Arctic Highway, in die andere dann den Kystriksveien.

 

Kystriksveien

Wir entscheiden uns auf dem Weg Richtung Norden für den Kystriksveien, eines der nächsten Top-Highlights in Norwegen. Die Küstenstraße zählt nicht ohne Grund zu den schönsten der Welt und die spektakuläre Natur wird bestimmt auch dich sprachlos machen. Auf der Route liegen nämlich nochmal einige Höhepunkte deines Norwegen-Roadtrips quasi am Wegesrand. Wobei: Der Wegesrand besteht auch immer mal aus Wasser, liegen doch auch drei Fährfahrten auf der Strecke. Die längste Überfahrt von Kilbogham nach Jektvik dauert etwa eine Stunde – und als Highlight überquerst du hier den Polarkreis. Ab jetzt wird die Mitternachtssonne nicht mehr untergehen. Ein weiterer Höhepunkt ist der Svartisen-Gletscher am Holandsfjorden. Er ist schon von der Straße aus perfekt zu sehen, du kannst aber auch eine kleine Fähre hinüber nehmen und eine geführte Gletschertour mitmachen.

 

Bodø

Die Küstenstraße endet schließlich kurz vor Bodø – vorher solltest du aber den Zwischenstopp in Saltstraumen nicht verpassen. Der stärkste Gezeitenstrom der Welt ist ein weiteres norwegisches Naturschauspiel. Die Hafenstadt Bodø ist dann der letzte Ort in Norwegen, den du mit dem Zug erreichen kannst – und einer der Ausgangspunkte zu den Lofoten. Vom Flughafen gehen Flüge hinüber auf die Inselgruppe, im Hafen legen außerdem täglich mehrere Fähren ab. Bevor es weitergeht, solltest du aber auch Europas Kulturhauptstadt 2024 mindestens einen kurzen Besuch abstatten. Neues architektonisches Highlight ist die Bibliothek Stormen, die als eine der schönsten in Norwegen gilt. Hier lenkt der Ausblick über den Hafen sicher immer mal wieder vom Lesen ab. Im Rahmen des Streetart-Festivals UpNorth sind außerdem verschiedene Murals entstanden. Und für ein Stück Frankreich lohnt es sich, bei Craig Alibone vorbeizuschauen und seine leckeren Macarons zu probieren.

 

Lofoten

Von Bodø aus geht es mit der Fähre weiter zum finalen Top-Highlight unserer Norwegen-Reise, den Lofoten! Mit ihrem spektakulärem Mix aus Fjorden und Bergen, urigen Fischerdörfern, karibischen Stränden, atemberaubenden Landschaften und der Mitternachtssonne gelten sie nicht ohne Grund als eine der schönsten Inselgruppen der Welt. Und wenn du knapp drei Wochen für deinen Roadtrip durch Norwegen hast, solltest du diese einzigartige Inselwelt unbedingt in deine Routenplanung aufnehmen. Entlang der Hauptstraße E10 reihen sich die meisten Sehenswürdigkeiten praktisch aneinander – von Henningsvær mit seinem ikonischen Fußballplatz, über die karibischen Strände in Haukland und Unstad, das alte Fischerörtchen Nusfjord und die fotogenen Plätze in Hamnøy, Sakrisøy und Reine bis nach Å i Lofoten am Ende der Inseln. Für uns steht fest: Nachdem wir nun im Sommer auf den Lofoten waren, müssen wir unbedingt nochmal im Winter kommen, um die berühmten Polarlichter zu sehen!

 

Polarkreis

Highlight auf einem Roadtrip durch Norwegen: die Fahrt über den Polarkreis
Highlight auf einem Roadtrip durch Norwegen: die Fahrt über den Polarkreis

Die Lofoten waren für uns nicht nur ein absolutes Highlight, sondern auch der nördlichste Punkt unseres Norwegen-Urlaubs. Tromsø, die Finnmark und das Nordkap heben wir uns für eine nächste Reise auf. Etwa 300 Kilometer oberhalb des Polarkreises konnten wir erleben, wie es ist, wenn im Sommer die Sonne nicht mehr untergeht. Im Winter hingegen gibt es ganz im Norden Norwegens statt der Mitternachtssonne die Polarnächte und mit etwas Glück funkelnde Nordlichter. Nachdem wir auf dem Weg Richtung Lofoten als einen unserer Höhepunkte mit der Fähre den Polarkreis überquert haben, geht es nun zurück mit dem Auto über die unsichtbare Linie. Zelebrieren kannst du das im Polarkreiszentrum in der Nähe von Storjord. Hier markieren verschiedene Statuen den Artic Circle, du kannst Souvenirs einkaufen und Postkarten mit dem besonderen Stempel verschicken, bevor es anschließend zurück Richtung Süden geht und die Nächte wieder länger werden.

 

Oslo

Nach einem Zwischenstopp in Trondheim liegt schließlich Norwegens Hauptstadt Oslo als letztes Ziel auf unserer Reiseroute. Und wie schon beim letzten Besuch haben wir wieder wahnsinniges Glück mit dem Wetter. An so einem großartigen Sommertag wird ganz schnell deutlich, warum Oslo mit seiner herrlichen Lage am Fjord zu den schönsten Städten in Skandinavien zählt. Mitten in der City trifft man sich an solchen Tagen, um an einem der Stadtstrände ins Wasser zu springen – ein tolles Lebensgefühl. Natürlich lohnt es sich aber auch an einem Sommertag, Oslos umfangreiches Kulturangebot zu entdecken oder durch die Stadt zu bummeln. Dafür bietet sich die Promenade im Hafenviertel Aker Brygge an oder der hippe Stadtteil Grünerlokka. Für uns geht’s allerdings an der berühmten Oper vorbei ins Munch-Museum – die jüngst eröffnete neue Top-Sehenswürdigkeite in Oslo. Dort wartet ein Stück norwegische Kunstgeschichte als Abschluss eines großartigen Roadtrips durch ein atemberaubend schönes Land!

 

Praktische Tipps

Die beste Reisezeit für Norwegen sind die Sommermonate zwischen Mai und September. Dann ist das Wetter gut und die Temperaturen angenehm. Außer du möchtest Nordlichter sehen: Dafür stehen die Chancen zwischen September und März am besten. Wer mit dem eigenen Auto, Wohnmobil oder Camper nach Norwegen fährt, nimmt am besten die Fähre. Die schnellste Verbindung ist aus dem dänischen Hirtshals nach Kristiansand oder nach Larvik. Überfahrten bietet u.a. Colorline an. Falls du nicht dem eigenen Wohnmobil oder Camper unterwegs bist, findest du auf Booking.com Hotels und weitere Unterkünfte in Norwegen. Für weitere Infos hatte ich den Lonely Planet Reiseführer Norwegen dabei. 

In Norwegen fällt für zahlreiche Tunnel, Fähren und größere Straßen Maut an. Wer mit dem eigenen Fahrzeug unterwegs ist, sollte sich im Vorfeld unter autopass.no anmelden. Halt dich in Norwegen unbedingt an die Geschwindigkeitsbeschränkungen: Schon für 5 km/h zu viel zahlst du umgerechnet 80 Euro. Norwegen ist ein sehr teures Reiseland – auch die Spritpreise sind hier deutlich teurer als zu Hause. Währung ist die Norwegische Krone, du kannst aber überall per Kreditkarte bezahlen. Norwegen ist nicht in der EU, für das Telefonieren und Surfen fallen trotzdem keine Roaming-Gebühren an. 

Noch mehr Eindrücke vom Roadtrip durch Norwegen findest du in meinen Instagram StorysWarst du schon auf in Norwegen im Urlaub? Wo hat es dir besonders gefallen? Hast du noch mehr Tipps für eine Reise in den Norden Norwegens? Dann freue ich mich, über deinen Kommentar! Und wenn dir der Artikel gefallen hat, teil ihn doch gerne mit deinen Freunden! Damit du keine neue Geschichte mehr verpasst, kannst du mir außerdem auf Facebook, Pinterest, Instagram, Bloglovin, Flipboard oder Tripadvisor folgen. Oder du abonnierst dir My Happy Places als Newsletter.

 

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Autor

Willkommen bei My happy Places! Ich bin Britta, Journalistin, lebe in Hamburg und liebe es, zu reisen. Hier nehme ich dich mit zu meinen Lieblingsorten rund um die Welt. Viel Spaß!

14 Kommentare

  1. Hallo Britta,
    ich könnte ja direkt meinen Koffer packen und Richtung Norwegen starten. Wir waren diesen Sommer mit der AIDA in Norwegen und ich war so traurig, weil ich lernen musste, dass man auf einer Kreuzfahrt kein Land erkunden kann. Wir wollen irgendwann nochmal mit dem Wohnwagen nach Norwegen. Danke für diesen tollen Beitrag.

    Liebe Grüße
    Lisa

    • Liebe Lisa,
      die Fjorde vom Wasser aus zu sehen ist bestimmt auch toll! Aber ja, ein Roadtrip lohnt sich wirklich 🙂
      Viele Grüße
      Britta

    • Hey Oli, ja, wir konnten unser Glück auch kaum glauben… Aber bis auf einen Tag Regen auf den Lofoten gab‘s wirklich nur Sonnenschein 🙂

  2. Das klingt alles ganz wundervoll! Norwegen steht auch noch auf meiner Reiseliste. Vielleicht klappt es endlich im kommenden Jahr. Ich habe mir deinen Artikel direkt mal abgespeichert – Danke für die vielen tollen Tipps! 🙂

    Viele Grüße
    Sonja

    • Liebe Sonja,
      ich hatte Norwegen auch schon seit Jahren auf der Wunschliste und kann nur sagen: Es lohnt sich sehr!
      Viele Grüße
      Britta

  3. Oh man, meine Norwegen-Sehnsucht steigt bei deinen tollen Bildern mal wieder ins Unermessliche! Ich liebe dieses Land einfach! Nächstes Jahr ist bei mir auch ein Roadtrip in den hohen Norden geplant und ich hoffe sehr, dass es klappen wird!

    Liebe Grüße,
    Sina

    • Das kann ich gut verstehen 😉 Ich drücke sehr die Daumen, dass dein Norwegen-Roadtrip klappt!
      Liebe Grüße
      Britta

  4. Hallo Britta

    Was für schöne Orte du da auf deiner Reise entdecken durftest. Norwegen gefällt mir immer wieder so gut, weil es so vielfältig ist. Besonders schick finde ich die Gassen in Stavangar. Sind denn die Tunnel immer mit grellem, blauen Licht versehen?

    Liebe Grüsse und danke fürs Mitnehmen

    Lisa

    • Liebe Lisa,

      bei Stavangar bin ich ganz bei dir: Das Städtchen lohnt den Zwischenstopp! Und nein, die Tunnel sind nicht immer so grell. Diese kurzen Phasen mit Licht gibt es nur in den sehr langen Tunnel als Abwechslung, damit die Fahrt nicht ganz so anstrengend ist.
      Viele Grüße
      Britta

  5. Hallo Britta,
    habe deinen Artikel aufmerksam gelesen und mich gefragt, wie lange ihr denn unterwegs ward. Ich bin leider nur 16 Nächte in Norwegen und überlege mir, an welcher Stelle ich meine kurze Reise abbrechen soll um zurück nach Oslo zu fahren.
    Grüße vom Bodensee
    Thorsten

    • Hallo Thorsten,
      wir waren auf unserem Roadtrip durch Norwegen 17 Nächte unterwegs und haben es bis auf die Lofoten geschafft. Für die Inselgruppe hatten wir gute drei Tage Zeit. Dafür war das Reiseprogramm insgesamt aber auch ziemlich durchgetaktet. Wenn du nicht bis auf die Lofoten möchtest, würde ich ab Trondheim zurück Richtung Oslo zu fahren und dann vielleicht unterwegs noch ein paar Nationalparks einbauen. Ich wünsche dir auf jeden Fall eine tolle Zeit!
      Viele Grüße
      Britta

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