Egal ob Knödel, Käsespätzle, Schlutzkrapfen oder Kaiserschmarrn – jetzt im Winter schmecken die typischen Schmankerl aus den Bergen besonders gut. Deshalb gibt’s hier meine fünf Tipps für leckere Alpenküche in Hamburg.

Im Norden sind die Spezialitäten aus den Bergen deutlich seltener auf der Karte zu finden – auch wenn das Hofbräu Wirtshaus an der Elbe gleich mit mehreren Dependancen vertreten ist. Für alle, denen das zu viel Rummel ist, gibt es auch in der Hansestadt einige Restaurants mit authentischer Alpenküche. Wenn du also genau wie ich gerne mal wieder typisch Bayerisch essen möchtest oder Lust auf Tiroler Küche hast, wirst du auch in Hamburg fündig.

Hauser Alm: Hüttenzauber auf dem Süllberg

In Bayern hat eine Schmankerltour in die Berge meist ein Ziel: als Belohnung für den Aufstieg wartet oben eine Almhütte mit Ausblick und leckerem Essen. Wenn du genau wie ich dieses Hüttenfeeling hier in Hamburg ab und an vermisst, dann gibt es zumindest im Winter eine Lösung. Nach einem Spaziergang am Elbstrand in Blankenese kraxelst du anschließend einfach hoch auf den Süllberg. Mit seinen gut 74 Metern ist er eine der höchsten Erhebungen der Hansestadt. Oben stehst du dann direkt vor Hamburgs authentischster Almhütte, der Hauser Alm. Bei schönem Wetter kannst du dort in der Sonne sitzen und zuschauen, wie sie langsam über der Elbe untergeht. Dieser Ausblick kann es durchaus mit dem Süden aufnehmen.

Süllberg-Chef Karl-Heinz Hauser lässt dort, wo im Sommer der Biergarten seinen Platz hat, schon seit einigen Jahren im Winter eine Alpenhütte aufbauen. Die Crew reist extra aus Bayern an und ist jeweils einige Tage mit dem Aufbau beschäftigt, verrät uns die Bedienung. Auch auf der Karte gibt’s die typischen Schmankerln aus dem Freistaat. Von der knusprigen Schweinshaxen und dem Leberkäse vom Münchner Viktualienmarkt über hausgemachte Semmelknödel und Käsespätzle bis zum Kaiserschmarrn mit Zwetschgengröster – hier findet jeder etwas. Ein perfekter Hüttenzauber mit leckerer Alpenküche in Hamburg.

Die Hauser Alm auf dem Süllberg in Blankenese ist jeweils von November bis Ende März geöffnet. Weitere Informationen gibt’s auf der Website der Hauser Alm.

 

Alpenkantine: Knödelspezialitäten in Eimsbüttel

Weitaus weniger traditionell und trotzdem richtig lecker ist es in der Alpenkatine in Eimsbüttel. Schon die hölzerne Eingangstür des Cafés in der Osterstraße sorgt für einen ersten mentalen Transfer in die Berge. Drinnen empfängt dich dann eine Mischung aus hippem Szenecafé und ironisch aufgegriffenem Bergidyll. An der Wand hängt eine aus dem Schwarzwald importierte Kuckucksuhr, wild durcheinander gewürfelte Stühle an den Holztischen erinnern zudem an längst vergangene Besuche auf der Berghütte.

Einen Teil der Leckereien kannst du direkt in der Glasvitrine auf der Betontheke bewundern. Die Spezialität der Hüttenküche in der Alpenkantine sind Knödel in verschiedenen kreativen Varianten. Ob Karotten-Ricotta-Knödel oder Rote-Bete-Knödel – als Knödelfan wirst du hier sicher fündig. Aber auch Käsespätzle oder der Kaiserschmarrn zum Dessert fehlen in der Alpenkantine nicht auf dem Menü. Dafür ist nach dem deftigen Hauptgang kein Platz mehr? Kein Problem: In der Vitrine gibt’s noch zahlreiche weitere süße Leckereien.

Weitere Informationen zur Alpenkantine und die aktuelle Wochenkarte gibt’s auf der Facebookseite der Alpenkantine.

 

Marend: Tiroler Küche im Karoviertel

Marend oder Jause heißt in Tirol die kleine Zwischenmahlzeit am Nachmittag. Und diese typische Brotzeit steht deshalb in dem Restaurant im Hamburger Karoviertel auch gleich ganz vorne auf der Karte. Das Bauernbrot mit Speck und Käse gibt es hier im Marend in den verschiedensten Varianten. Aber nicht nur das: Neben Knödeln in den verschiedensten Varianten oder Rindergulasch kannst du dort auch Schlutzkrapfen probieren. Die mit Spinat und Ricotta gefüllten Teigtaschen sind typisch für die Tiroler Küche und in Hamburg ansonsten wirklich selten zu finden.

Gäbe es auf der anderen Seite des großen Schaufensters nicht direkt die U-Bahn-Station Feldstraße, könnte das hier auch ein Ausflug in die Tiroler Berge sein. Die Holzvertäfelung sorgt für Hüttenfeeling, ohne dabei zu aufdringlich zu sein. Und die Nähe zur offene Küche schafft eine Atmosphäre wie daheim bei Freunden.

Marend-Gründerin Lisa Dialer kommt aus Tirol und hat mit ihrer Idee in Hamburg so sehr ins Schwarze getroffen, dass es seit vergangenem Jahr noch einen zweiten Standort in Eimsbüttel gibt. Den Kaiserschmarrn zum Dessert gibt’s leider nur dort. Aber das ist ein Grund, sich ganz bald auch in Eimsbüttel einmal durch die leckere Karte zu probieren.

Neben dem Stammhaus in Sankt Pauli gibt es das Marend auch in Eimsbüttel. Weitere Informationen findest du auf der Website unter marend.net.

 

Wildes Fräulein: Alpenküche in der HafenCity

„Almjause“ steht auf der rustikalen Bank draußen vor dem Schaufenster. Alpenküche in Hamburg und dann auch noch in der HafenCity? Auf den ersten Blick wirkt das hier zwischen der modernen Architektur des Überseeboulevards überraschend. Auf den zweiten Blick ist das Café-Bistro Wildes Fräulein mit seiner Bergbauernküche eine schöne Ergänzung des maritimen Flairs von Hafen und Elbe. Von der Decke hängen Lampen aus Kuhglocken, der Weg zur Toilette fühlt sich an wie ein Kurzausflug in die Berge und mit etwas Glück bekommst du sogar den Platz in der ausrangierten Gondel der Bergbanhnen Sölden (BBS).

Seit Ende 2016 ist das Wilde Fräulein im jüngsten Stadtteil der Hansestadt vertreten und sorgt auch hier für Alpenfeeling. Namensgeber ist übrigens der gleichnachmige Höhenzug in den bayerischen Voralpen, das 1.615 Meter hohe Wilde Fräulein in der Nähe vom Spitzingsee. Kein Wunder also, dass im Café in der HafenCity schon am Morgen das Bergsteigerfrühstück auf der Karte steht.

Die Küche ist allerdings nicht auf Bayern beschränkt. Die Mittagskarte wechselt regelmäßig – und neben Kaiserschmarrn aus Österreich gibt’s im Wilden Fräulein außerdem Käsespätzle aus dem Allgäu oder Bier, Kaffee und weitere Leckereien aus Südtirol. Gründerin Janina liebt die Küche dort nämlich genauso sehr wie ich.

Weitere Informationen zum Café Bistro Wildes Fräulein findest du auf der Website unter www.wildes-fraeulein.de.

 

Tschebull: das österreichische Beisl in der City

„Beisl – Restaurant – Bar“ steht über dem Eingang zum Tschebull im Levantehaus. Der gebürtige Kärntner Alexander Tschebull lädt hier zusammen mit seiner Frau Yvonne zu einer modern interpretierten österreichischen Küche ein. Wiener Schnitzel vom Kalb, Tafelspitz, Kaiserschmarrn und Alt Wiener Apfelstrudel erinnern beispielsweise an die traditionelle Alpenküche. Und sie sind sicher auch einer der Gründe, warum der Gault Millau das Restaurant „zum besten Österreicher Hamburgs“ gekürt hat. Nicht ganz so typisch sind hingegen die Austrian Tapas, die im Beisl serviert werden – und auch sonst gibt es dort einige moderne Varianten österreichischer Leckereien.

Das Tschebull ist rustikal und elegant zugleich und perfekt für einen Zwischenstopp am Mittag beim Citybummel oder die Einkehr nach dem Theaterbesuch. Fast wie in den Bergen fühlt es sich hier übrigens auch auf der Toilette an. Die Wände zeigen ein überdimensionales Bergpanorama und das ausrangierte Milchkandl als Mülleimer sowie die Volksmusik im Hintergrund sorgen mitten in der Hamburger City für das Almhüttenfeeling mit Augenzwinkern.

Das Tschebull liegt etwas versteckt in der oberen Etage der Passage im Levantehaus in der City. Weitere Informationen gibt’s auf der Website unter www.tschebull.de.

Was sind deine Empfehlungen für Restaurants mit leckerer Alpenküche in Hamburg? Ich freue mich wie immer über Kommentare und Tipps, wo es hier in der Hansestadt noch mehr typische Schmankerl zu probieren gibt!

Autor

Willkommen bei My happy Places! Ich bin Britta, Journalistin, lebe in Hamburg und liebe es, zu reisen. Hier nehme ich dich mit zu meinen Lieblingsorten rund um die Welt. Viel Spaß!

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