Eine Barkassenfahrt auf der Elbe macht bei Regen nicht wirklich Spaß. Rund um den Hafen gibt es aber einige Alternativen, die sich auch beim berühmten Hamburger Schietwetter lohnen – große und kleine Pötte inklusive.

Der Urlaub ist lange geplant – und dann das: Es regnet. Hamburg ist berühmt für sein schlechtes Wetter, nicht nur im Winter. Grauer Himmel und Nieselregen können schnell einen Strich durchs geplante Programm machen. Und tatsächlich ist eine Hafenrundfahrt bei Regen, wenn das Wasser die Scheiben hinunterläuft und die langsam auch von innen beschlagen, kein wirkliches Highlight. Das ist aber kein Grund für schlechte Laune: Hamburg bietet genug spannende Alternativen.

Elbphilharmonie

Hamburgs neues Wahrzeichen ist natürlich noch hübscher, wenn es strahlend in der Sonne über der Elbe thront. Aber auch an grauen Tagen lohnt sich der Abstecher zur Elbphilharmonie. Die spektakuläre Architektur ist nämlich auch von innen sehenswert. Einmal mit der Karte durch die Kontrolle, fängt das Abenteuer auch gleich an: Zweieinhalb Minuten dauert die Fahrt mit der Tube Richtung Plaza. Mit Europas längster Rolltreppe oben angekommen, hast du einen ersten atemberaubenden Ausblick auf den Hamburger Hafen.

Entweder biegst du direkt nach rechts ins Störtebeker Restaurant ab, bestellst dir einen Kaffee oder eine heiße Schokolade und genießt von der Bar aus den Blick über den grauen Hafen (siehe Foto oben) – oder du fährst weiter Richtung Plaza. Der Ausblick durch die geschwungenen Glaswände auf Innenstadt und Hafen, das Zusammenspiel von altem Hafenspeicher und modernem Aufsatz oder der Rundgang über die Außenfläche lohnen sich definitiv auch an grauen Tagen.

Mehr über Hamburgs neues Wahrzeichen kannst du in meinem Artikel „Hamburgs neue Perle: Ein Besuch in der Elbphilharmonie“ lesen. Alle Infos findest du außerdem unter www.elbphilharmonie.de.

 

Alter Elbtunnel

Auch bei Schietwetter bleibst du bei einem Spaziergang durch den Alten Elbtunnel trocken
Auch bei Schietwetter bleibst du bei einem Spaziergang durch den Alten Elbtunnel trocken

Er ist ganze 426 Meter lang und verbindet die Landungsbrücken mit dem gegenüberliegenden Hafengebiet. Zu seiner Eröffnung 1911 war der Alte Elbtunnel eine technische Innovation, mittlerweile zählt er zu Hamburgs bekanntesten Touristenattraktionen. Und hier unter der Elbe – an der tiefsten Stelle sind es 21 Meter unter dem mittleren Hochwasser – bleibt es sogar an Regentagen trocken.

Montags bis freitags dürfen auch Autos durch die Röhren fahren, für Fußgänger und Radfahrer ist der Tunnel durchgehend geöffnet. Am schönsten ist der Spaziergang unter dem Fluss am Wochenende ohne Autos. Der Eingang befindet sich an den Landungsbrücken und in dem markanten Gebäude mit grüner Kuppel hast du die Wahl: Du kannst einen der Aufzüge und Fahrkörbe benutzen oder die Treppen nehmen. Mit ein bisschen Glück klart es während deines Spaziergangs draußen schon wieder auf und du kannst von der Aussichtsplattform in Steinwerder den Panoramablick auf die Landungsbrücken genießen.

Der Alte Elbtunnel ist montags bis freitags von 8-18 Uhr für Autos geöffnet, Fußgänger und Radfahrer können ihn durchgehend nutzen. Weitere Informationen findest du unter www.hamburg.de.

 

Musical statt Schietwetter

Hamburg ist Deutschlands Musical-Metropole und nach New York und London sogar der drittgrößte Musical-Standort weltweit. Ein Ausflug in eines der Theater lohnt sich natürlich nochmal mehr, wenn draußen ohnehin schlechtes Wetter ist. Disneys König der Löwen und der Tanz der Vampire erwarten dich direkt am Hafen, Aladdin wird im Stage Theater in der Neuen Flora aufgeführt.

Der König der Löwen ist weltweit eines der erfolgreichsten Musicals und überzeugt auch das Hamburger Publikum: Seit mittlerweile mehr als 15 Jahren läuft der Klassiker im Theater am Hafen. Bei typischem Schietwetter und mit Kindern im Gepäck bietet sich eine der Nachmittagsvorführungen an.

Weitere Informationen und Tickets findest du unter www.stage-entertainment.de.

 

Miniatur Wunderland

Trocken auch bei Regen: die Hamburger Landungsbrücken im Miniatur Wunderland
Trocken auch bei Regen: die Hamburger Landungsbrücken im Miniatur Wunderland

Das Miniatur Wunderland liegt mitten in der Hamburger Speicherstadt und lohnt nicht nur bei Schietwetter einen Ausflug. Die größte Modelleisenbahn der Welt fasziniert Jung und Alt und ist weit mehr als eine Ansammlung von Miniaturzügen. Hier fahren auch Schiffe übers Wasser, heben Flugzeuge ab oder sind Feuerwehren im Löscheinsatz.

Und der Besuch im Miniatur Wunderland ist auch gleich eine kleine Weltreise: Von Hamburg aus geht’s auf Entdeckungsreise rund um den Globus: Skandinavien und Italien, die Schweiz und sogar Amerika gibt’s hier in Klein zu sehen. Und immer wieder fasziniert die Liebe zum Detail, mit der die beiden Gründer-Brüder Besucher aus aller Welt begeistern.

Bei schlechtem Wetter und am Wochenende lohnt es sich, Tickets frühzeitig zu reservieren. Alle Informationen dazu findest du unter www.miniatur-wunderland.de.

 

Cap San Diego und Rickmer Rickmers

Wenn schon nicht Hafenrundfahrt, dann aber bitte trotzdem ein paar große Pötte. Kein Problem: Mit der Cap San Diego liegt an der Überseebrücke das größte fahrtüchtige Museumsfrachtschiff der Welt. 1961 gebaut und bis in die 80er Jahre als Stückgutschiff im Liniendienst mit Südamerika unterwegs, liegt die Cap San Diego seit 1988 als Museumsschiff im Hamburger Hafen. Der Rundgang führt dich von der Kommandobrücke durchs Schiffsinnere bis zum Maschinenraum.

Trotz Schietwetter trocken bleibst du auch auf der Rickmer Rickmers. Das dreimastige Frachtsegelschiff von 1898 liegt gleich nebenan an den Landungsbrücken vor Anker. Und auch auf Hamburgs schwimmenden Wahrzeichen kannst du in originalen Räumlickeiten in die maritime Geschichte eintauchen. Außerdem gibt es auf dem Segler wechselnde Ausstellungen.

Weitere Informationen zu den beiden Hamburger Museumsschiffen findest du unter www.capsandiego.de und www.rickmer-rickmers.de.

 

Internationales Maritimes Museum

Die Schiffsschraube ist eines der Ausstellungsstücke im Internationalen Maritimen Museum
Die Schiffsschraube ist eines der Ausstellungsstücke im Internationalen Maritimen Museum

Der ehemalige Kaispeicher B ist eines der schönsten Gebäude in Hamburgs Weltkulturerbe Speicherstadt und lohnt schon deshalb einen Besuch. Seit 2008 ist der einzige erhaltene Kaispeicher aus dem 19. Jahrhundert außerdem das neue Zuhause für das Internationale Maritime Museum.

Wenn du dich für Schiffe und Maritimes interessierst, kannst du in den historischen Mauern locker einen ganzen Schietwettertag verbringen und auf neun Ausstellungsdecks in 3.000 Jahre Schifffahrtsgeschichte eintauchen. Von Schiffsmodellen und -miniaturen bis zu Gemälden und Uniformen, die Sammlung zählt über 40.000 Einzelstücke. Ein weiteres Highlight ist ein Schiffssimulator.

Weitere Informationen zum Internationalen Maritimen Museum findest du unter www.imm-hamburg.de.

 

Kaffeerösterei und Kaffeemuseum Burg

Im Weltkulturerbe Speicherstadt geht’s aber nicht nur um Maritimes. Gebaut wurden die markanten Backsteinspeicher ja vor allem, um hier hochwertige Importgüter wie Kaffee, Kakao oder Tee einzulagern und zu veredeln. Einst gab es in Hamburg mehrere hundert Kaffeeröstereien, geblieben sind nur wenige. Eine davon ist die Kaffeerösterei Burg in der Speicherstadt.

Schon wenn du die Treppen zum Café hochgehst, weht dir der Duft von Kaffee um die Nase. Drinnen angekommen, kannst du mit etwas Glück zuschauen, wie die Bohnen geröstet werden. In jedem Fall solltest du dir hier aber den hauseigenen Kaffee und ein Stück Kuchen schmecken lassen. Und wenn du danach noch Lust hast, kannst du im zugehörigen Kaffeemuseum einiges über das Lieblingsgetränk der Deutschen erfahren.

Weitere Informationen findest du unter www.kaffeeroesterei-burg.de. Einblicke in die Geschichte der Speicherstadt gibt’s außerdem im Speicherstadtmuseum und noch mehr Kaffee in der Speicherstadt Kaffeerösterei.

Was sind deine Schlechtwettertipps für Hamburg? Wo bist du bei Schietwetter am liebsten unterwegs? Ich freue mich wie immer über Kommentare!

Autor

Willkommen bei My happy Places! Ich bin Britta, Journalistin, lebe in Hamburg und liebe es, zu reisen. Hier nehme ich dich mit zu meinen Lieblingsorten rund um die Welt. Viel Spaß!

4 Kommentare

  1. Schöne Sammlung!
    Wir hatten im Sommer jetzt genau das Problem. Aber im MiWuLa geht der Tag dann ja auch sehr schnell rum.
    Den Dialog im Dunkeln kann ich auch noch sehr empfehlen!

    LG,
    Lena

    • Liebe Lena,

      danke dir für den Tipp! Den Dialog im Dunkeln muss ich tatsächlich noch ausprobieren…

      Liebe Grüße
      Britta

  2. Hallo Britta!

    Sehr toller Artikel – es sollte noch viel mehr geben, was man bei Regenwetter machen kann, denn oft will man den Urlaub fast schon absagen, wenn die Vorhersage so blöd ist.

    Ich wusste gar nicht, dass der Elbtunnel am Wochenende für Autos gesperrt ist – sehr gute Info! Und ich stimme zu: Musical geht einfach immer und da ist Hamburg ja auch genau die richtige Stadt für. König der Löwen hat mich absolut begeistert.

    Lieben Gruß
    Magdalena

    • Hallo liebe Magdalena,

      der Elbtunnel ist am Wochenende tatsächlich nur für Fußgänger und Radfahrer offen. Das hat u.a. den Vorteil, dass du mit dem Rad jederzeit in beide Richtungen fahren kannst. Unter der Woche ist ja jeweils nur Einbahnverkehr. Übrigens auch eine gute Möglichkeit, um zum Stage Theater zu kommen 😉

      Liebe Grüße
      Britta

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