Streetart ist bunt, sie ist anders und sie begeistert immer mehr Fans. Ich war in drei Städten auf drei Kontinenten unterwegs und verrate dir, wo du in New York, London und Melbourne in die urbane Kunst eintauchen kannst.

Bekannte Streetart-Künstler wie Bansky haben es mittlerweile ja sogar bis ins Museum geschafft, in Berlin widmet sich seit September mit dem Urban Nation gleich ein ganzes Haus der Straßenkunst und die UrbanArt Biennale versteht sich als weltweit größte Werkschau. Streetart ist längst im Mainstream angekommen – und besticht doch weiter am meisten dort, wo sie entstanden ist: in den Straßen der Großstädte.

Dort entwickeln sich die Mauern immer mehr zu überdimensionalen Leinwänden, auf denen sich Streetart-Künstler großformatig verwirklichen. Urban Art ist mittlerweile so erfolgreich, dass oft sogar die Städte selbst ihre Outdoor-Museen vermarkten, um Fans aus aller Welt anlocken. Triste Stadtkulissen werden so zu bunten aber oft auch sozial- und gesellschaftskritischen Bilderbüchern.

 

New York

In den USA ist die Gaffiti- und Streetart-Szene in den 60ern und 70ern entstanden – und in New York ist Urban Art bis heute über die ganze Stadt verteilt zu finden. Wenn du in Manhatten unterwegs bist, sind unter anderem die Straßen im East Village prädestiniert zum Eintauchen in die vielfältigen Facetten der Straßenkunst. Ob ganze Hauswände, die Tür zum Hinterhof oder auch nur der Fuß des Laternenpfahls – wenn du die Augen offen hältst, kannst du hier einiges an bunten Kunstwerken entdecken. Und auch in Little Italy stößt du immer wieder auf Urban Art.

Für Streetart-Fans lohnt sich außerdem ein Ausflug nach Brooklyn und dort vor allem nach Williamsburg. In den Straßen rund um die angesagte Bedford Avenue findest du fast an jeder Ecke eine zur Leinwand umfunktionierte Fassade. Eine Anlaufstelle ist auch das Bushwick Collective, eine Outdoor-Galerie mit Werken von Streetartkünstlern aus aller Welt.

Wenn du nicht selbst auf die Suche gehen oder mehr über die Künstler und ihre Werke erfahren möchtest, bietet sich eine der mittlerweile zahlreichen Streetart-Touren in New York an.

 

Melbourne

Melbourne gilt als Australiens Streetart-Hauptstadt – und tatsächlich findest du die bunten Kunstwerke auch hier an fast jeder Straßenecke. Neben vielen lokalen Künstlern sprayen auch immer wieder bekannte Größen aus aller Welt. Genauso international wie die Urban Artists sind auch ihre Fans – ein Potenzial, das selbst die Stadt erkannt hat. Die City of Melbourne hat eigenes einen Stadtplan herausgegeben, in dem die wichtigsten Spots in der Innenstadt verzeichnet sind. Und in 15 Straßen ist das Sprayen sogar hochoffiziell erlaubt, ein Anruf genügt für eine Genehmigung.

Hotspot der Street-Art-Szene in Melbourne ist die Hosier Lane direkt gegenüber vom Federation Square – und hier ist definitiv auch am meisten los. Neben Straßenkunstfans aus aller Welt triffst du hier immer wieder Streetart-Künstler beim Sprayen. In diesem etwas anderen Kunstmuseum unter freiem Himmel wechseln die Ausstellungsstücke also regelmäßig.

Melbournes Straßenkunst findest du aber nicht nur mitten in der Innenstadt. Auch im kreativen Fitzroy stößt du in fast jeder Seitengasse auf bunte Streetart. Rund um die Gertrude Street oder vor allem die Fitzroy Street wirst du ganz bestimmt fündig. Und auch in Melbourne kannst du nicht nur selbst auf Entdeckungstour gehen, sondern genauso eine der verschiedenen Führungen buchen. Mit etwas Glück führen dich sogar die Künstler selbst durch ihre Stadt.

 

London

Die britische Hauptstadt ist ohne Frage einer der Streetart Hotspots in Europa. Von unbekannten Künstlern bis zu den Promis der Szene, von Wandgemälden bis zu Skulpturen – hier findest du die ganze Bandbreite. Und auch inzwischen weltweit bekannte Streetart-Stars wie Bansky sind hier in London groß geworden.

Eine der Top Locations für Fans von Urban Art ist das East End. Die Brick Lane ist ein guter Ausgangspunkt, am bekanntesten ist die Hanbury Street. Hier kannst du die zahlreichen Streetart-Kunstwerke eigentlich gar nicht verpassen, zieht sich die bunte und oft auch kritische Kunst doch durch das ganze Viertel. Wenn du die Augen offen hältst und auch mal einen Blick nach links und recht in die Hinterhöfe und Seitengassen wirfst, gibt es hier wirklich einiges zu entdecken.

Und auch das angrenzende Shoreditch solltest du dir nicht entgehen lassen. Hier kannst du sogar den ein oder anderen echten Bansky entdecken. In einem Hinterhof in der Rivington Street versteckt sich zum Beispiel so ein Original. Die Werke des Künstlers sind mittlerweile unter Schutz gestellt und wie auch hier oft nur noch hinter Plexiglas zu bestaunen. Für alle, die nicht selbst losziehen möchten: Auch in London gibt es zahlreiche geführte Streetart-Touren.

 

Was sind deine Hotspots fürs Streetart? Ich freue mich wie immer über deine Kommentare! Und was du in New York, London und Melbourne sonst noch sehen solltest, kannst du in meinen Artikeln „10 Dinge, die du in New York gemacht haben musst“, „Zu Besuch bei der Queen: Ein Wochenende in London“ und „48 Stunden in Melbourne: Meine Highlights“ lesen.

Autor

Willkommen bei My happy Places! Ich bin Britta, Journalistin, lebe in Hamburg und liebe es, zu reisen. Hier nehme ich dich mit zu meinen Lieblingsorten rund um die Welt. Viel Spaß!

4 Kommentare

  1. Hi Britta!
    Das ist eine tolle Zusammenfassung und ein schönes Thema. Streetart findet man ja überall immer mehr. Und es gibt meiner Meinung keine bessere Idee um aus grauen und vielleicht sonst nicht besonders schönen Ecken doch noch etwas zu machen!

    Viele Grüße
    Magdalena

    • Hallo Magdalena,

      freut mich, dass dir der Artikel gefällt. Und ja, Streetart macht einige nicht so schöne Ecken ganz schnell zu etwas Besonderem…

      Liebe Grüße
      Britta

  2. Kaunas in Litauen! Hier gibt es sogar ein Street Art Festival und einen Stadtführer mit allen Kunstwerken.
    Generell finde ich Street Art super, um mal ein paar abgelegenere Ecken einer Stadt zu besuchen.

    • Danke dir für den Tipp, liebe Laura! Das Baltikum steht ja noch auf meiner Todoliste, ein Grund mehr, endlich mal hinzufahren!

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