Melbourne landet regelmäßig auf Platz eins der lebenswertesten Städte der Welt. Und das ist nur ein Grund, warum die Metropole am Yarra River auf keiner Australienreise fehlen darf. Hier findest du meine Tipps für zwei Tage in der Kulturmetropole.

1. Europäisches Flair in Australien

Melbourne gilt als die australische Stadt mit dem meisten europäischen Flair. In der Innenstadt der Vier-Millionen-Metropole vermischen sich die europäischen Wurzeln heute mit asiatischen Einflüssen. Neben der größten griechischen Gemeinde außerhalb Griechenlands und Little Italy in Carlton findest du hier auch eines der ältesten chinesischen Viertel der Welt. In der Stadt am am Yarra River verbinden sich außerdem Kunst und Kultur mit Sport und dem typisch australischem „No Worries“.

Die Flinders Street Station liegt direkt am Federation Square
Die Flinders Street Station liegt direkt am Federation Square

Aber genug der Vorrede: Für deinen Stadtspaziergang eignet sich der zentrale Federation Square als Ausgangspunkt. Melbournes innerstädtischer Treffpunkt liegt direkt gegenüber der historischen Flinders Street Station. Und auf den ersten Blick wird hier klar: In dieser Stadt verbindet sich europäische Tradition mit moderner australischer Architektur. Gegenüber der Kathedrale St. Paul’s aus dem 19. Jahrhundert warten das futuristische Ian Potter Centre und das Australian Centre for the Moving Image mit reichlich Kunst und Kultur.

2. Auf den Spuren der Streetart

Melbourne ist das kreative Zentrum und gilt als Australiens Streetart-Hauptstadt. Und tatsächlich findest du die bunten Kunstwerke hier fast an jeder Straßenecke. Neben vielen lokalen Künstlern sprayen auch immer wieder bekannte Größen aus aller Welt. Um einen guten Überblick zu bekommen, kannst du eine Führung buchen, oder natürlich auch einfach selbst auf Entdeckungstour gehen.

In der Hosier Lane gibt's Streetart ohne Ende
In der Hosier Lane gibt’s Streetart ohne Ende

Am bekanntesten ist die Hosier Lane direkt gegenüber vom Federation Square – und hier ist definitiv auch am meisten los. Neben Touristen aus aller Welt triffst du hier auch immer wieder lokale Künstler beim Sprayen. In diesem etwas anderen Kunstmuseum unter freiem Himmel wechseln die Ausstellungsstücke also regelmäßig. Wer mitmachen möchte, braucht allerdings eine Genehmigung. Melbournes Straßenkunst findest du aber nicht nur mitten in der Innenstadt. Gerade im kreativen Fitzroy gibt’s die bunten Werke in fast jeder Seitengasse.

3. Asiatische Kultur in Chinatown

Nur ein paar Straßen weiter stößt du plötzlich auf Banner mit asiatischen Schriftzeichen, bunte Ornamente und rote Lampions: Willkommen in Melbournes Chinatown. Fünf Tore mit geschwungenen Ziegeldächern markieren die Eingänge zu dem chinesischen Viertel rund um die Little Bourke Street. Schon 1850 mit Beginn des Goldrauschs in Victoria gegründet, ist es mittlerweile eines der ältesten chinesischen Viertel der Welt.

Melbournes Chinatown ist eines der ältesten chinesischen Viertel der Welt
Melbournes Chinatown ist eines der ältesten chinesischen Viertel der Welt

Hier kannst du mitten in Australiens zweitgrößter Stadt in eine exotische Welt eintauchen. Die roten Laternen schmücken die Straße vor den vielen Restaurants und Bars – und wenn du gerne asiatisch isst, gehört der Abstecher nach Chinatown unbedingt auf deine Todoliste für Melbourne. Falls Griechisch dir doch mehr liegt: Das griechische Viertel schließt sich direkt an Chinatown an.

4. Fitzroys kreative Szene

Nördlich der Innenstadt liegt Melbournes kreatvies Viertel Fitzroy. In der angesagten Gertrude Street reihen sich Boutiquen, Cafés und Restaurants aneinander. In diesem Stadtteil ist Melbournes alternative Szene zu Hause: lokale Künstler, Designer und Intellektuelle. Ihre Kunst begegnet dir hier in Form von Streetart an vielen Hauswänden, du kannst aber auch in den unzähligen Galerien stöbern. Die Brunswick Street lädt mit ihren kleinen Läden ebenfalls zum Bummeln ein und die Johnston Street ist Melbournes spanisches Viertel mit Tapas- und Flamenco-Bars.

5. Mit der City Circle Tram Melbourne erobern

Wie viele andere australische Städte hat auch Melbourne ein umfangreiches Straßenbahnnetz. Neben den modernen Bahnen gibt es hier aber auch noch ein paar ganz besonders schöne Exemplare. Die Linie der City Circle Tram wird von historischen Wagons befahren und führt einmal rund um das Stadtzentrum.

Mit der City Circle Tram kannst du in Melbourne kostenlos um die Innenstadt fahren
Mit der City Circle Tram kannst du in Melbourne kostenlos um die Innenstadt fahren

Innerhalb des Innenstadtrings sind in Melbourne alle Straßenbahnen kostenlos – und das gilt auch für die Sightseeinglinie. Mit der City Circle Tram kannst du dir also schnell einen Überblick über Melbournes CBD (Central Business District) verschaffen. Sie fährt an vielen Sehenswürdigkeiten vorbei und du kannst so oft ein und aussteigen, wie du möchtest.

6. Auf dem Queen Victoria Market schlemmen

Wir nehmen die Tram und fahren damit zu Melbournes Foodie-Highlight: dem Queen Victoria Market. Wie so vieles in Australien ist auch der zentrale Markt nach der britischen Königin Victoria benannt. Das Marktgebäude, in dem seit fast 140 Jahren Obst, Gemüse, Fisch und Fleisch verkauft werden, liegt am nördlichen Rand der Innenstadt.

Auf dem Queen Victoria Market findest du Austern aus Sydney neben Käse aus Frankreich und Parmaschinken aus Italien. Hier kaufen aber längst nicht mehr nur die Einheimischen ihre Lebensmittel. Der 1878 eröffnete Markt ist inzwischen eine der Touristenattraktionen.

Gewürze und Kräuter aus aller Welt bietet das Gewürzhaus
Gewürze und Kräuter aus aller Welt bietet das Gewürzhaus

Die historischen Hallen sind also ein perfekter Zwischenstopp für einen kleinen Snack nach all dem Sightseeing. Hier kannst aber natürlich auch leckere und frische Zutaten zum Kochen einkaufen. Und du solltest unbedingt an einem der Stände einen Kaffee probieren. Den machen die Melburnians mittlerweile fast so gut wie die Baristas in Italien. Mehr dazu kannst du übrigens in meinem Artikel „Einfach lecker: Auf dem Markt in Melbourne und Adelaide“ lesen.

7. Neue Architektur in den Docklands

Wenn du mit der City Circle Tram weiter fährst, kommt du als nächstes in Melbournes jüngsten Stadtteil, die Docklands. Entlang der Harbourside Esplanade und rund um den alten Victoria Harbour ist hier ein neues Viertel entstanden.

Als Hamburgerin erinnert mich hier natürlich vieles an die HafenCity – und der Hintergrund ist tatsächlich ähnlich. Seit Anfang der 2000er Jahre wurde das ehemalige Industriegebiet rund um Melbournes Hafen zu einem modernen und urbanen Zentrum am Wasser entwickelt. Heute verbinden die Docklands Wohnen und Unterhaltung. Und auch einige Touristenattraktionen gibt es hier: Vom Riesenrad Melbourne Star Observation Wheel bekommst du einen guten Überblick über das neue Viertel und die Skyline der Hafenstadt.

8. Am Yarra River spazieren

Melbourne wurde 1835 am Yarra River gegründet – und auch heute noch prägt der Fluss die Stadt. Er trennt die Innenstadt von South Melbourne und dem Strandvorort St. Kilda. Am Südufer lädt die Promenade mit ihren vielen Cafés und Restaurants zu einem Spaziergang am Wasser ein. Und abends kannst du hier einen Drink mit Blick auf Fluss und die leuchtende Skyline nehmen.

Am Yarra River trifft man sich auch abends
Am Yarra River trifft man sich auch abends

So richtig spektakulär wird dieser Ausblick allerdings erst vom Eureka Tower. Im 88. Stock und in fast 300 Metern Höhe kannst du auf der höchsten Aussichtsplattform in der südlichen Hemisphäre einen Blick über die Stadt werfen.

Der Yarra River gibt auch Victorias Weinbaugebiet Yarra Valley nordöstlich von Melbourne seinen Namen. Wenn deine Zeit für einen Abstecher reicht, kannst du hier eine Tour über die mehr als 80 Weingüter und 50 Weinkellerereien machen. Im Yarra Valley werden vor allem Chardonnay, Pinot Noir und Pinot Gris produziert, die du vor Ort probieren kannst.

9. An den Strand in St. Kilda

Für uns steht ein Abstecher in Melbournes Strandvorort St. Kilda auf dem Programm. Von der Swanston Street in der Innenstadt aus bist du mit der Straßenbahn in gut 20 Minuten am Wasser. Dort angekommen, erinnert vorne an der Promenade nichts mehr an die Großstadt Melbourne. Hier kannst du unter Palmen in der Sonne liegen, relaxen und eine Auszeit am Strand genießen.

Falls du am Sonntag da bist, lohnt ein Besuch auf dem St. Kilda Esplanade Arts and Craft Market. Und falls es dir am Wasser doch zu ruhig wird und du auf Vergnügungsparks stehst, ist der Luna Park eine Idee. Nach einem Abendessen mit Fisch und Meeresfrüchten solltest du später am Pier noch auf die Pirsch gehen. Mit etwas Glück kannst du hier beobachten, wie die kleinen Zwergpinguine aus dem Wasser kommen und sich auf den Heimweg machen.

10. Pinguine auf Philipp Island

Wenn du dich nicht auf dein Glück verlassen möchtest, solltest du unbedingt einen Abstecher nach Phillip Island einplanen. Die Halbinsel eineinhalb Autostunden von Melbourne entfernt ist ein Naturparadis. Hier leben Kängurus, Koalas, Robben – und eben auch Pinguine.

Während der Penguin Parade kommen jeden Abend Hunderte von Pinguinen an Land
Während der Penguin Parade kommen jeden Abend Hunderte von Pinguinen an Land

Bei der so genannten Penguin Parade watscheln hier jeden Tag pünktlich nach Einbruch der Dunkelheit Hunderte von Zwergpinguinen an mindestens genauso vielen Zuschauern vorbei zu ihren Schlaf- und Brutstätten. Mehr dazu kannst du in meinem Artikel „Kängurus, Koalas, Pinguine: auf Safari in Australien“ lesen.

Noch mehr Infos zu Melbourne gibt es auf der deutschsprachigen Website der Stadt unter visitmelbourne.com. Hast du auch Tipps? Was sind deine Lieblingsplätze in der australischen Metropole? Ich freue mich wie immer über deine Kommentare!

Autor

Willkommen bei My happy Places! Ich bin Britta, Journalistin, lebe in Hamburg und liebe es, zu reisen. Hier nehme ich dich mit zu meinen Lieblingsorten rund um die Welt. Viel Spaß!

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