Sommer, Sonne, See: Ob zum Schwimmen, Segeln, Wandern oder Relaxen, die Seen um München sind das perfekte Ziel für warme Sommertage. Glasklar und tiefblau, merkt man ihnen die Lage im Voralpenland sofort an. Ein Seeführer.

Starnberger See – das Seglerparadies

Gerade noch mitten in der Stadt und eine halbe Stunde später schon am Wasser. Das geht am Starnberger See ganz einfach und sogar ohne Auto: Egal ob Starnberg oder Tutzing, beide Orte sind nur eine S-Bahn-Fahrt von München entfernt. Und auch von Wolfratshausen ist es nicht mehr weit bis an den See und auf dem Weg mit Münsing und Ambach zwei Orte die den Abstecher lohnen.

Unter der Woche schaukeln die Boote meist sicher vertäut auf dem Wasser, spätestens zum Wochenende wird der Starnberger See aber zum Segelrevier nicht nur der Münchner. Dann mischt sich das Weiß der Segel mit dem glitzernden Blau des Wassers und sind die Segelschulen und Bootsvermietungen gefragte Anlaufstellen.

Am Abend besonders romantisch: Die Segelboote auf dem Starnberger See
Am Abend besonders romantisch: Die Segelboote auf dem Starnberger See

Und auch ansonsten bietet Deutschlands fünftgrößter See eine große Vielfalt: Vom städtischen Flair in Starnberg bis zur Dorfidylle in Feldafing oder Ambach, vom Relaxen in einem der vielen Freibäder bis zur Tour mit den Ausflugsdampfern der Bayerischen Seen-Schifffahrt. Wenn du gerne radelst, kannst du dir die rund 50 Kilometer um den See vornehmen und auch ein Ausflug auf die romantische Roseninsel bietet sich an – natürlich besonders, wenn dort im Juni die Rosen blühen. Kunstliebhaber sollten außerdem einen Besuch der Expressionisten-Sammlung im Buchheim Museum der Phantasie in Bernried einplanen.

 

Ammersee – der Vielseitige

Vom Starnberger See ist es mit dem Auto nur ein Katzensprung bis zum Ammersee – und auf dem Weg bietet sich ein Abstecher zum Kloster Andechs an. Auf dem Heiligen Berg steht nicht nur eine der wichtigsten Wallfahrtskirchen in Bayern, auch die Klosterbrauerei lohnt einen Besuch. Von Herrsching aus kannst du außerdem eine schöne Wanderung durchs Kiental zum Klosterberg machen.

In Herrsching lädt der Ammersee zum Schwimmen und Relaxen ein
In Herrsching lädt der Ammersee zum Schwimmen und Relaxen ein

Herrsching ist der Hauptort am Ammersee und wie viele der Seen um München ebenfalls perfekt mit der S-Bahn zu erreichen. Vom Bahnhof bist du schon nach ein paar Schritten an der Uferpromenade. Dort hast du freie Auswahl: am See relaxen oder eine Runde schwimmen, ein Eis schlecken, im Biergarten den Schatten mit Blick aufs Wasser genießen oder eine Schiffstour machen. Mit dem Boot kommst du auch schnell auf die Westseite ins Künstlerdorf Dießen, nach Utting oder Schondorf. Utting hat übrigens eines der schönsten Strandbäder am See – mit einen Sprungturm direkt ins kühle Nass.

Auch der Ammersee ist ein beliebtes Seegelrevier und mit dem Rad bist du um den See rund 50 Kilometer unterwegs. Für eine Pause bietet sich unter anderem Stegen ganz im Norden an. Beim Fischer am See gibt’s leckeres Eis aus der Manufaktur und vom Biergarten hast du einen wunderschönen Blick über den See bis zu den Alpen.

 

Chiemsee: das bayerische Meer

Der Chiemsee ist mit seinen knapp 80 Quadratkilometern der größte See in Bayern und die Nummer drei in Deutschland. „Bayerisches Meer“ passt da ganz gut als Zweitname. Weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt ist der See allerdings wegen einer seiner Inseln: Auf Herrenchiemsee steht das gleichnamige Märchenschloss Ludwigs II. Das Königsschloss ist dem französischen Versailles nachempfunden und ein Besuchermagnet für jährlich tausende Touristen.

Der Blick von Prien geht über den Chiemsee zum Schloss Herrenchiemsee und auf die Berge
Der Blick von Prien geht über den Chiemsee zum Schloss Herrenchiemsee und auf die Berge

Nicht ganz so voll und pompös aber mindestens genauso schön ist die Fraueninsel mit dem Kloster Frauenwörth. Ein Besuch lohnt sich aber nicht nur wegen der Benediktinerinnen-Abtei. Auch ein Spaziergang über die Insel, mit ihren rund 250 Einwohnern die kleinste Gemeinde Bayerns, ist schön – vorbei an Galerien, kleinen Fischräuchereien und Gaststätten. Besonders romantisch wird es hier im Winter, wenn sich die ganze Fraueninsel an zwei Wochenenden in einen Christkindlmarkt verwandelt.

Ausgangsort für den Inselausflug ist übrigens Prien am Chiemsee. Von hier starten die Touren der Chiemsee Schifffahrt. Wenn du etwas Zeit mitbringst, lohnt sich auch ein Spaziergang durch die kleine Marktgemeinde mit ihren typisch oberbayerischen Häusern. Nicht umsonst ist das Chiemgau eine der beliebtesten Ferienregionen in Bayern – auch rund um den Chiemsee.

 

Tegernsee: der Prominente

Genau wie am Starnberger See wohnt auch rund um den Tegernsee einiges an Prominenz. Nicht ohne Grund ist die Sylter Sansibar auch in Rottach-Egern vertreten. Die ungebrochene Beliebtheit verlängert gerade am Wochenende die Anreise aus München, tut der Schönheit des Sees aber keinen Abbruch. Eine Alternative ohne Stau ist übrigens die Bayerische Oberlandbahn (BOB). Egal ob Zug oder Auto: Ab Gmund glitzert der Tegernsee neben der Strecke. Ein großer Vorteil hier: die Wege führen über große Teile direkt am See entlang. Schöne Ausblicke aufs Wasser sind also garantiert und die Runde mit dem Rad auch nur 20 Kilometer lang.

Vom Wallberg hast du einen wunderschönen Blick über das Tegernseer Tal
Vom Wallberg hast du einen wunderschönen Blick über das Tegernseer Tal

Einen der schönsten Blicke auf den See und bei gutem Wetter sogar bis nach München bietet der Wallberg. Die leichte Wanderung auf den Gipfel dauert gut drei Stunden und ist die Anstrengung mehr als wert. Du kannst aber auch die Wallbergbahn nehmen. Nach der Wanderung hast du dir die Stärkung im Herzoglichen Braustüberl in Tegernsee mehr als verdient. Mit Kindern ist auch die Hafner Alm oberhalb von Rottach-Egern (Mautstraße) mit ihrem kleinen Streichelzoo eine schöne Option für die Einkehr. Mein Tipp: Unbedingt Platz für den Kaiserschmarrn lassen!

Im Herbst und Winter endet eigentlich kein Ausflug an den See ohne einen Abstecher in die Seesauna in Tegernsee. Hier kannst du mit Blick auf die Berge relaxen und entspannen. Und wo gibt es sonst eine Sauna im Ausflugsschiff mit anschließender Abkühlung direkt im See?

 

Schliersee: der Sonntagsspaziergang

Genau die richtige Länge für einen schönen Sonntagsspaziergang hat die Runde um den Schliersee. Vom Örtchen Schliersee aus (auch hier bietet sich als Alternative zum Auto die Anreise mit der BOB an) führt der weitgehend flache Weg 7,6 Kilometer lang um den See, die meiste Zeit direkt am Ufer. Und diese Tour ist das ganze Jahr über schön: Egal ob im Sommer, wenn der See in der Sonne glitzert und im Anschluss an den Spaziergang für Abkühlung sorgt, oder im Winter, wenn alles zugefroren ist.

Am Schliersee laden unterwegs immer wieder Biergärten zur Einkehr ein
Am Schliersee laden unterwegs immer wieder Biergärten zur Einkehr ein

Für eine Kaffeepause unterwegs bietet sich die Rixneralm am Westufer an und eine Einkehr im Café Milchäusl in Schliersee mit seinen selbstgebackenen Kuchen und dem Blick auf den See gehört eigentlich auch dazu. Gleich nebenan wartet die Vitaltherme mit Wellness mit Blick auf See und Berge. Und falls du dich für bayerische Traditionen und Einblicke ins Landleben interessierst, solltest du außerdem Zeit für einen Besuch in Markus Wasmeiers Freilichtmuseum in Neuhaus einplanen.

 

Walchensee: die Erfrischung

Der Walchensee ist von den Seen um München und im Voralpenland einer der kältesten und auch im Hochsommer für eine Erfrischung gut. Das liegt daran, dass der See südlich von Kochel zu den tiefsten Alpenseen in Deutschland zählt. 190 Meter geht es hier in die Tiefe – und das bei der klaren Sicht eines Bergsees. Kombiniert mit einigen Wracks unter Wasser macht das den Walchensee für Taucher interessant. Und auch für Windsurfer und Kitesurfer ist der See auf Grund seiner guten Thermik ein beliebtes Ziel.

Falls du Wickie-Fan bist, kennst du den Walchensee übrigens schon aus dem Kino. Im Sommer 2008 hat Michael „Bully“ Herbig hier „Wickie und die starken Männer“ gedreht. Einen Teil der Filmkulisse hat die Gemeinde Kochel erhalten und im Örtchen Walchensee wieder aufgebaut. Nicht nur für Kinder ist das Wikingerdorf „Flake“ mittlerweile einer der Hauptgründe für einen Ausflug an den See.

Einer der tiefsten Seen um München: der Walchensee
Einer der tiefsten Seen um München: der Walchensee

Aber auch zum Wandern bietet sich die Gegend rund um den Walchensee an. Das bekannteste Ziel ist der Herzogstand, einer der berühmtesten Hausberge der Münchner. Die leichte Tour startet am Kesselberg hinter Kochel und dauert etwa vier Stunden. Auch hier lohnt sich die Anstrengung: Von oben hast du einen wunderschönen Blick über den Walchensee bis zum Karwendel und nach Norden über den Kochelsee. Wer’s lieber gemütlich mag, kann alternativ die Herzogstandbahn nach oben nehmen.

 

Königssee: der Musikalische

Streng genommen zählt der Königssee nicht mehr zu den Seen um München. Ganz im Südosten Bayerns in der Grenzregion der Berchtesgadener Alpen gelegen, gehört der Bergsee schon fast zu Österreich. Fjordartig zieht er sich durch die imposante Berglandschaft rund um den Watzmann – und ist die fast zweistündige Anreise definitiv wert.

Das bekannte Massiv gehört mit seinen 2.713 Metern Höhe zu den höchsten Bergen Deutschlands und ziert nicht nur viele Ansichtskarten in Bayern, sondern zusammen mit der Wallfahrtskirche Sankt Bartholomä auch den ein oder anderen Deutschland-Reiseführer weltweit. Ein Besuchermagnet – und entsprechend touristisch geht es hier leider auch zu.

Zwei Wahrzeichen: die Wallfahrtskirche Sankt Bartholomä und der Watzmann
Zwei Wahrzeichen: die Wallfahrtskirche Sankt Bartholomä und der Watzmann

Der Königssee mit seiner fast smaragdgrünen Farbe ist Bergseeidylle pur. Fast geräuschlos gleitet das Elektroboot über das glasklare Wasser. Die Bootstour mit der Königsseeschifffahrt zur Halbinsel Hirschau am Westufer des Sees gehört zum Pflichtprogramm. Aber Achtung: Im Sommer und am Wochenende sind die Tickets schnell ausverkauft und vor der letzten Tour zurück nach Schönau bilden sich oft lange Schlangen auf der kleinen Insel.

Obligatorisch ist der Zwischenstopp an der Echowand – und hier wird der Ausflug musikalisch. Mit seiner Trompete lockt der Kapitän dann das Echo aus der Felswand. Je nach Witterung ist es ein- oder zweimal zu hören. Ziel der Fahrt ist Sankt Bartholomä, das pittoreske Ensemble aus Kirche und ehemaligen Jagdschloss und weltberühmtes Postkartenmotiv.

Jedes Jahr im Herbst lohnt der Ausflug übrigens besonders: Dann werden die geschmückten Kühe beim Almabtrieb am Königssee mit Booten über den See gebracht. Schon in ein paar Wochen ist es wieder soweit.

Welcher der Seen um München ist dein Lieblingsziel? Und was sind deine Tipps für einen Ausflug ans Wasser? Ich freue mich wie immer über Kommentare.

Autor

Willkommen bei My happy Places! Ich bin Britta, Journalistin, lebe in Hamburg und liebe es, zu reisen. Hier nehme ich dich mit zu meinen Lieblingsorten rund um die Welt. Viel Spaß!

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