Am Horizont die Berge, davor die sanften Hügel des Alpenvorlands, klare Bergseen und mittendrin das Städtchen Rosenheim: Die Region Chiemsee-Alpenland bietet für den Urlaub einen tollen Mix von Wandertour bis Sightseeing.

Anzeige | Es ist Freitagabend, als wir in Rosenheim ankommen – und Hochsommer. Das Thermometer ist nochmal weit über 30 Grad geklettert und der laue Sommerabend sorgt für Leben im Zentrum der Voralpenstadt. Rund um den Max-Josefs-Platz, der guten Stube von Rosenheim, ist auch jetzt am späten Abend noch jeder Stuhl der zahlreichen Restaurants und Cafés besetzt. Fast fühlt es sich hier an wie ein Kurzurlaub in Italien.

Fast wie in Italien: Abendstimmung am Max-Josefs-Platz in Rosenheim
Fast wie in Italien: Abendstimmung am Max-Josefs-Platz in Rosenheim

Wer an Urlaub in Bayern denkt, der hat oft Oberbayern im Kopf. Berge, Seen und weiß-blaue Gemütlichkeit. Der Chiemgau und die Urlaubsregion Rosenheim liegen mittendrin in dieser Bergidylle. Und neben der Natur hat das Städtchen auch einige Sehenswürdigkeiten zu bieten, nicht nur für die Fans der „Rosenheim Cops“. Aber dazu später mehr.

Rosenheim: Ein Stadtrundgang durch die Altstadt

Beim Stadtbummel durch Rosenheim fällt am nächsten Tag neben den bunten Fassaden vor allem die Inn-Salzach-Architektur auf. Bei der für die Region typischen Bauweise versteckt die nach oben gezogene Häuserfront beim Blick von der Straße das Dach. Und auch die zahlreichen Laubengänge der Bürgerhäuser rund um den Max-Josefs-Platz sind typisch für die Alpenstädtchen. In Rosenheim findest du hier heute viele kleine Lädchen und schöne Cafés.

Du bist hier übrigens in der Heimat einiger auch über die Region hinaus bekannter Namen: Die beiden ursprünglich Rosenheimer Unternehmen Aran und Dinzler liegen nur wenige Schritte voneinander entfernt am Max-Josefs-Platz – und beide lohnen sich für einen Zwischenstopp. Und auch die Kava Coffee Roasters am anderen Ende des Platzes sind sehr zu empfehlen.

Um den Ort kennen zu lernen, lässt du dich am besten einfach ein bisschen durch die kleinen Gassen der Rosenheimer Altstadt treiben. Irgendwann wird dir dabei sicher auch das hübsche Mittertor auffallen. Es ist das einzige erhaltene Markttor Rosenheims und auch das älteste Gebäude der Stadt. Heute findest du hier das Städtische Museum. Wenn du Märkte magst, solltest du unbedingt auch durchs Tor hindurch schlendern und auf der anderen Seite vorbeischauen: Auf dem Ludwigsplatz erwartet dich montags bis samstags der Grüne Markt und du kannst dich mit Wurst, Käse, Obst und Gemüse aus der Region eindecken.

Rosenheim Cops: Auf den Spuren der TV-Serie

Du warst noch nie in Rosenheim, kennst die Stadt aber doch ein bisschen? Dann bist du im Vorabendprogramm wahrscheinlich schon mal bei „Rosenheim Cops“ hängen geblieben. Die Erfolgsserie läuft schon seit 2002 im ZDF und die Kommissare haben mit ihren Mordermittlungen in und um Rosenheim die Stadt auch überregional bekannt gemacht und den Tourismus ordentlich angekurbelt. Inzwischen gibt es Stadtführungen „Auf den Spuren der Rosenheim Cops“ – und in genau die laufe ich am Ludwigsplatz mitten hinein.

Du kannst aber natürlich auch selbst auf Spurensuche gehen und wirst dabei irgendwann am Rosenheimer Rathaus landen. Nur in der Serie ist hier die Polizeidienststelle untergebracht – also bitte nicht wundern, dass im echten Leben der Hinweis auf die Polizei fehlt. Auch im Ausstellungszentrum Lokschuppen direkt gegenüber wurde schon gedreht. Wenn hier nicht gerade die Rosenheim Cops ermitteln, findest du in dem ehemaligen Maschinenhaus der Rosenheimer Eisenbahn-Betriebswerkstätten wechselnde Ausstellungen. Nach den Inkas, Pharaoen oder Wikingern gibt es aktuell noch bis Dezember Einblicke ins Leben der Saurier.

Ich schlendere noch ein Stück weiter die Straße entlang, wo am Anfang des Mangfallparks das Café Arche ins Auge fällt. Das markante Holzgebäude ist ein Sozialprojekt und praktische für einen kleinen Snack zwischendurch. Direkt dahinter findet auf dem ehemaligen Gelände der Landesgartenschau im Juli das Rosenheim Sommerfestival statt. Das Open-Air-Festival zieht schon seit Jahren lokale und nationale sowie bekannte internationale Künstler ins Chiemsee-Alpenland.

Mangfall: Mit dem Rad durchs Mangfalltal

Ich starte im Mangfallpark zu einer kleinen Radtour entlang des Flüsschens. Die Mangfall ist der Abfluss des Tegernsees und mündet hier in Rosenheim in den Inn. Am Innspitz kannst du sogar richtig gut sehen, wie die beiden Flüsse zusammenfließen: Dort trifft die ruhige und klare Mangfall auf das kalkhaltige Wasser des grünen Inns. Für mich geht es flussaufwärts entlang des Mangfall-Radwegs. Er verbindet Rosenheim mit München und verläuft hier direkt entlang der Mangfall.

Die ebene Strecke lässt sich leicht fahren und mit dem E-Bike fliege ich quasi am Ufer entlang Richtung Kolbermoor. Auch jetzt im Sommer ist die Tour perfekt, führt der Weg doch immer wieder durch Waldstücke am Ufer entlang. Die Wasserkraft der Mangfall wurde übrigens schon seit dem Mittelalter genutzt, und bis heute gibt es entlang des Flusses noch Kraftwerke. Andere Industriedenkmäler wie die Alte Spinnerei in Kolbermoor haben inzwischen eine neue Nutzung gefunden. Im ehemaligen Kesselhaus beispielsweise finden heute Events statt und nebenan befinden sich Restaurants und Cafés.

Mich lockt die Konditorei Kuchenträume. Schon der Name klingt verführerisch und die verschiedenen Kuchen, Petit Fours oder Macarons sind es auch. Das Tolle: Du kannst den Konditoren sogar zuschauen, wie die süßen Leckereien entstehen. Und bei dem Geruch aus der Backstube kannst sicher auch du nicht mehr widerstehen.

Bad Aibling: Historischer Kurort mit Schloss

Von Kolbermoor sind es dann nur noch ein paar Kilometer die Mangfall entlang bis nach Bad Aibling. Das kleine Städtchen ist Bayerns ältestes Moorbad und feiert 2020 gleich zwei Jubiläen: 175 Jahre Moorbad und 125 Jahre Heilbad. An die alten Zeiten des Kurtourismus erinnern der über 120 Jahre alte Kurpark unweit des Zentrums und die villenartigen Kurpensionen im Jugendstil. Heute kannst du in der modernen Architektur der Therme Bad Aibling entspannen.

Auch für mich wird es heute Abend historisch, übernachte ich doch in einem ehemaligen Schloss. Das Hotel Das Lindner befindet sich nicht nur mitten im Zentrum von Bad Aibling am Marienplatz, sondern auch im ehemaligen Schloss Pranthausen mit seiner über 1.400-jährigen Geschichte. Schon seit sieben Generationen ist es im Besitz der Familie Lindner, erst seit 2018 führt mit dem Hamburger Jost Deitmar das erste Nicht-Familienmitglied das Haus. Bei einem Glas im gut sortierten Weinkeller erzählt der renommierte Hotelier, wie ihn das geschichtsträchtige Das Lindner aus dem hohen Norden nach Oberbayern gelockt hat. Das Abendessen im hauseigenen Restaurant lässt anschließend den Tag wunderbar ausklingen.

Samerberg: Bergtour mit Ausblick

Am Sonntag geht es dann endlich in die Berge. Die Hochries im Wandergebiet Samerberg gilt als der Hausberg der Rosenheimer. Der Wendelstein und die Kampenwand sind zwar bekannter, die Hochries ist dafür nicht nur bei Wanderern, sondern auch bei Paraglidern beliebt. Und alle drei Berge sind sagenumwoben und haben ihr eigenes markantes Gesicht: Der Wendelstein sieht aus wie eine schlafende Jungfrau, die Kampenwand wie ein Hahnenkamm und die Hochries wie ein Dach.

Für mich geht es heute ganz faul mit der Hochriesbahn hoch auf 1.569 Meter. Von der Bergstation sind es nur noch knappe zehn Minuten bis zum Gipfel – und dort erwartet mich ein grandioses Alpenpanorama. Hier oben hast du einen tollen Rundumblick vom Chiemgau bis zur Zugspitze und hinüber in die österreichischen Alpen, über Rosenheim und die umliegenden Orte, den Simssee und natürlich den Chiemsee. Kein Wunder, dass unweit vom Gipfelkreuz minütlich die Paraglider starten. Aber auch für Wanderer gibt es hier oben verschiedene Touren mit Panoramablick.

Käser Alm: Einkehr mit Bergblick

Ein Highlight jeder Wanderung ist für mich immer die zünftige Einkehr – und auch da hast du auf der Hochries einiges an Auswahl. Den Panoramablick kannst du unweit des Gipfels auf der Hochrieshütte genießen und in der Alpenvereinshütte auch übernachten. Ich habe mir für heute aber die Käser Alm ausgesucht. Vom Parkplatz der Hochries-Talstation ist es gerade mal eine gemütliche halbe Stunde Gehzeit bis zur Hütte. Oben angekommen, kannst du dir regionale Schmankerl wie Kaspressknödel und Kaiserschmarrn schmecken lassen.

Die Käser Alm ist auch Teil der Almrunde vom Samerberg Landwirtschaftsweg. Die Kuh Samerl nimmt dich auf verschiedenen Schautafeln mit auf die Spuren der Landwirtschaft hier am Berg. Und sicher triffst auch du auf deiner Wanderung auf ein paar echte Exemplare. Aber immer schön Abstand halten, auch wenn Tiere manchmal ziemlich anschmiegsam sind. Für mich geht mit der Bergtour das Wochenende im Chiemsee-Alpenland schon wieder zu Ende. Aber es gibt definitiv noch genug zu entdecken für einen nächsten Besuch.

 

Praktische Tipps

Von München bist du mit der Deutschen Bahn in einer halben Stunde in Rosenheim – und auch vor Ort bist du mit den öffentlichen Verkehrsmitteln mobil. Im Sommer bringt dich beispielsweise der Samerberger Wanderbus von Bad Aibling und Rosenheim in die Berge. Die passende Unterkunft findest du bei Booking.com und noch mehr Tipps für die Region im Reise Know-How Reiseführer Chiemgau oder bei den 111 Orte in Rosenheim und im Inntal, die man gesehen haben muss. Und auch die Seite von Chiemsee-Alpenland Tourismus bietet zahlreiche Informationen. Und falls du im Sommer noch Lust auf Abkühlung hast, findest du im Artikel „Schwimmen, Segeln, Wandern: 7 Seen in Bayern“ noch einige zusätzliche Tipps. Noch mehr Eindrücke aus dem Chiemsee-Alpenland gibt’s bei Kathi von Kulturtänzer und Silvia von Abenteuerzeilen.

Warst du schon mal in Rosenheim und Umgebung? Wo hat es dir besonders gut gefallen? Ich freue mich wie immer über Kommentare und Tipps. Und wenn dir der Artikel gefallen hat, teil ihn doch gerne mit deinen Freunden! Damit du keine neue Geschichte mehr verpasst, kannst du mir außerdem auf Facebook, Pinterest, Instagram, Bloglovin‘, Flipboard oder Tripadvisor folgen. Oder du abonnierst dir My Happy Places als Newsletter.

 

Offenlegung: Der Artikel ist in Kooperation mit Chiemsee-Alpenland Tourismus entstanden. Vielen Dank dafür! Meine Meinung ist wie immer unabhängig.

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Autor

Willkommen bei My happy Places! Ich bin Britta, Journalistin, lebe in Hamburg und liebe es, zu reisen. Hier nehme ich dich mit zu meinen Lieblingsorten rund um die Welt. Viel Spaß!

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