Capri und Ischia, Pompeji, der Vesuv – und natürlich die atemberaubend schöne Amalfiküste: Rund um Neapel gibt es viel zu entdecken. Hier findest du meine 8 Ausflugstipps für Süditaliens Millionenmetropole.

Der Ruf von Neapel selbst ist ja durchaus zwiegespalten. Kulturmetropole für die einen, dreckiger Molloch für die anderen. Eines steht bei all den Gegensätzen aber mit Sicherheit fest: Italiens drittgrößte Stadt ist ein perfekter Ausgangspunkt für Touren in die Umgebung. Egal ob Inselfeeling und Blaue Grotte auf Capri, Geschichte live in den Ausgrabungsstätten am Fuße des Vesuvs oder ein Roadtrip entlang der Küste: Langweilig wird es hier so schnell nicht. Eher reichen die Urlaubstage kaum aus, um alles zu entdecken. Also nichts wie los!

1. Die Amalfiküste – Italiens spektakulärste Küstenstraße

Costiera Amalfitana. Allein der Name klingt schon wie Musik und eine Verheißung von Sonne, Meer und Dolce Vita. Die Amalfiküste gilt als einer der schönsten Küstenstreifen Italiens und gehört nach ganz oben auf jede Reiseliste. Hier, wo die Zitronen wachsen und das Meer türkisblau in der Sonne schimmert, lässt es sich auf jeden Fall wunderbar aushalten. Wer es eilig hat, bucht eine der Bustouren ab Neapel und lässt sich einen Tag lang die spektakuläre Küstenstraße entlangfahren. Für alle anderen bieten sich mindestens ein paar Tage an.

Über rund 50 Kilometer schlängelt sich die Amalfitana direkt am Meer entlang, meist in schwindelerregender Höhe. Zwischendurch lockern kleine Dörfer das Bild auf und begeistern mit ihrer Lage an den schroffen Hängen. Positano ist das beliebte Touristenzentrum, mindestens genauso schön ist Amalfi. Namensgeberin des Küstenabschnitts und vor hunderten von Jahren noch Sitz einer mächtigen Seerepublik, ist die Stadt heute Ausgangspunkt für Entdeckungstouren. Die schönsten Ausblicke gibt’s in den Örtchen oben in den Bergen. Das Künstlerdorf Ravello zum Beispiel bietet von der Villa Rufolo eine atemberaubende Sicht aufs Mittelmeer. Und wen all die Eindrücke hungrig machen, der findet hier oben zahlreiche Slow-Food-Restaurants mit bester italienischer Küche.

 

2. Procida – der Geheimtipp im Golf von Neapel

Procida ist die unbekannte Schöne und der überraschende Geheimtipp unter den Inseln im Golf von Neapel. Das kleinste der Eilande überzeugt mit seiner authentischen Atmosphäre und Gelassenheit. Die macht die Insel auch immer mal wieder zur Kulisse für internationale Filmdrehs. Die Einwohner lassen sich davon nicht ablenken und sitzen abends weiter gemütlich auf dem Dorfplatz in der Abendsonne.

Von Neapel aus bist du mit der Fähre in kürzester Zeit da und solltest mindestens über Nacht bleiben. Dann kannst du abends am wunderschönen Hafen Corricella sitzen und die malerische Stimmung genießen. Die Marina mit ihren bunten Häusern sieht aus wie gemalt und ist ein perfektes Postkartenmotiv. Und trotzdem geht das Leben hier weiter seinen gemütlichen Gang, klönen die Fischer und liegen die Katzen am Hafen in der Sonne. Bei einem guten Essen in einem der zahlreichen Restaurants kannst du die Szenerie in Ruhe auf dich wirken lassen.

 

3. Capri – das quirlige Insel-Highlight

Das Gegenteil von Procida heißt Capri. Hier geht es quirlig zu und auch ein bisschen anders. Nicht nur die Cabrio-Taxis sind eine Besonderheit der Insel und machen den vielbeschworenen Capri-Charme aus. Die meisten Besucher bekommen während ihrer kurzen Stippvisite nur einen kleinen Eindruck davon, du solltest also auch hier mindestens eine Nacht einplanen und ins Inselflair eintauchen.

Dreh- und Angelpunkt ist Capri-Stadt. Hier trifft internationaler Jet-Set auf japanische Tagestouristen und 50ies Flair. In den kleinen Altstadtgassen lässt es sich bestens in den internationalen Boutiquen shoppen und auf der Piazetta das bunte Treiben beobachten. Genauso schnell bist du aber auch wieder raus aus dem Trubel und kannst zum Beispiel während eines Spaziergangs entlang des Pizzolungo die wunderschönen Ausblicke aufs Meer genießen. Berühmt sind die Faraglioni-Felsen, die du von den Giardini di Augusto gut im Blick hast. Zum klassischen Besuchsprogramm gehört außerdem ein Ausflug zur Blauen Grotte – und auch den Abstecher ins deutliche ruhigere Anacapri solltest du einplanen. Wenn du dann noch am Abend zuschaust, wie die rote Sonne im Meer versinkt, dann ist der Tag auf Capri quasi perfekt.

 

4. Pompeji und Vesuv – auf den Spuren der alten Römer

Wenn er nicht gerade im Smog versinkt, dann ist der Vesuv fast überall in Neapel bestens zu sehen. Zuletzt ausgebrochen ist der Vulkan 1944, so dass du heute relativ beruhigt die Tour Richtung Krater machen kannst. Weniger beschaulich war es hier im Jahr 79 nach Christus, als der Vesuv Pompeji, Herculaneum und noch einige weitere römische Siedlungen unter seinem Lavastrom begraben hat. Heute zählen diese archäologischen Stätten zu den meistbesuchten der Welt, allen voran Pompeji.

Ein Spaziergang durch die Stadt ist Geschichtsunterricht live. Hier wandelst du fast 2.000 Jahre später auf den Spuren der alten Römer. Dabei wirst du unter anderem entdecken: Warnungen vor einem bissigen Hund gab es auch damals schon. Du kannst in Pompeji außerdem durch die Überreste herrschaftlicher Villen laufen, alte Tempel besichtigen, versuchen die Inschriften und Wandmalereien zu verstehen oder im komplett erhaltenen Amphitheater deiner Phantasie freien Lauf lassen und die Zeit im Kopf zurückdrehen. Und über allem thront der Vesuv ganz unschuldig im Sonnenschein. 

 

5. Sorrent – das bunte Küstenstädtchen

Das Städtchen Sorrent, auf einer Halbinsel zwischen dem Golf von Neapel und dem Golf von Salerno gelegen, ist eine der Überraschungen. Für viele nur Ausgangspunkt für die Weiterreise nach Capri oder Richtung Amalfiküste, ist der bunte Ort durchaus den Abstecher wert. Strände gibt es in der auf einem Felsen hoch über dem Meer gelegenen Stadt zwar nicht, dafür überzeugt Sorrent mit seiner trubeligen Altstadt und dem kleinen Fischerhafen Marina Grande.

Ein bisschen erinnert die Atmosphäre an Procida. Auch hier sitzen die Fischer in der Sonne und reparieren ihre Netze, während sich nebenan die Katzen in der Sonne räkeln. So viel Beschaulichkeit war in den 50ern Drehort für Filme mit Sophia Loren. Heute verweist eines der Fischrestaurants auf den Besuch von Fernsehkoch Tim Mälzer. Entlang des Corso Italia lässt es sich schön bummeln und an der Piazza Tasso die Leute beobachten. Gleich nebenan führt eine beeindruckende Schlucht mitten in der Stadt hinunter zur Marina Piccola, dem Ausgangsort für Schiffstouren auf die Inseln.

 

6. Ischia – die grüne Wellness-Insel

Ischia ist die größte der Inseln im Golf von Neapel – und auch die grünste. Im Gegensatz zu Capri und Procida kannst du hier sogar einen richtigen Strandurlaub machen. Der Spiaggia dei Maronti gilt als der schönste der Insel, beliebt sind auch die Strände von Citara und Lacco Ameno. Und Ischia ist berühmt für seine Thermalquellen, die schon die alten Römer überzeugten. Dieser Mix macht die Insel zu einem perfekten Wellnessziel, ergänzt um hübsche kleine Orte, die sich rund um die Insel verteilen.

Eines der Highlights ist Sant’Angelo ganz im Süden, aber auch Forio und Ischia Ponte sind nett. In Ischia Ponte überragt zudem eines der Wahrzeichen von Ischia den Ort: der Inselberg Castello Aragonese mit seinem Kloster. Um das alles zu entdecken, ist auch hier ein Tag viel zu kurz. Also lieber gleich ein paar Tage bleiben, einen Roller mieten und losdüsen über die Insel!

 

7. Paestum – Griechenland in Italien

Für alle archäologisch und Kulturinteressierten gibt es rund 60 Kilometer südlich von Salerno mit Paestum noch einen weiteren sehenswerten Ort. Auch hier kannst du eine Zeitreise in die Antike machen und in diesem Fall auf den Spuren der alten Griechen wandeln, die damals in der Gegend siedelten. Die über 2.500 Jahre alten Tempel sind einzigartig in Italien und gehören heute zum Unesco-Weltkulturerbe. Über Jahrhunderte in einem Sumpfgebiet vergessen, bieten die Ausgrabungen vor allem der Tempel spannende Einblicke in die griechische Kultur.

Der Hera-Tempel, der Tempel der Athena und der Poseidontempel – im zugehörigen Museum erfährst du einiges über ihre Geschichte und kannst dich ein bisschen wie damals die Teilnehmer der Grand Tour fühlen. Unter anderem Goethe war während seiner Italienreise schon Ende des 18. Jahrhunderts in Paestum auf Erkundungstour.

 

8. Neapel – die authentische Metropole

„Neapel sehen und sterben“ heißt es ja so schön – und so gehört Süditaliens Millionenmetropole natürlich auch mit auf die Reiseliste. Die Altstadt zählt zum Unesco-Weltkulturerbe und die Stadt ist voll von kulturellen Schätzen und renommierten Museen. In den kleinen Altstadtgassen hängt noch die Wäsche über der Straße und hier findest du Läden für die Nachbarschaft statt internationale Ketten. Dazwischen gibt es immer wieder alte Kirchen und Paläste. Schon etwas verfallen ist das Ganze und oft auch ein bisschen dreckig.

Neapel hat aber auch seine schönen Seiten – und von oben betrachtet geht die Stadt fast als Postkartenidyll durch: Rechts thront der Vesuv über dem türkisblauen Mittelmeer, am Horizont ist Capri zu sehen. Und mit der Standseilbahn bist du aus der Altstadt ganz schnell im schicken Stadtteil Vomero und kannst vom Castel Sant’Elmo den Ausblick genießen. Auch im Chiaia-Viertel und in Santa Lucia sind einige Schönheiten versteckt: von der Piazza del Plebiscito mit dem Königspalast bis zur Galeria Umberto oder den Trutzburgen Castel Nuovo und Castel dell’Ovo. Bis ans Meer und zur Uferpromenade entlang der Via Partenope ist es hier ebenfalls nicht weit. Und dann musst du in Neapel natürlich unbedingt die wohl beste Pizza der Welt probieren. Die Pizza Margherita wurde hier sogar erfunden. In der L’Antica Pizzeria da Michele kannst du für so eine Pizza auch schon mal eine Weile in der Schlange stehen, aber es lohnt sich!

 

Praktische Tipps

Von allen großen deutschen Städten aus gibt es Direktflüge nach Neapel. Um vor Ort flexibel zu sein, mietest du dir am besten ein Auto. Auf die Inseln kommst du von Neapel und Sorrent aus mit der Fähre, nach Pompeji und zum Vesuv mit dem öffentlichen Nahverkehr. Die Regionalbahn Circumvesuviana fährt beide Orte an und auch weiter nach Sorrent. Von hier kannst du mit dem öffentlichen Bus SITA weiter Richtung Amalfiküste fahren. Der Bus hält entlang der Küste regelmäßig und du ersparst dir die lästige Parkplatzsuche. Noch mehr Tipps für die Inseln im Golf von Neapel findest du in meinem Artikel „Capri, Procida, Ischia: Inselhopping im Golf von Neapel“.

Autor

Willkommen bei My happy Places! Ich bin Britta, Journalistin, lebe in Hamburg und liebe es, zu reisen. Hier nehme ich dich mit zu meinen Lieblingsorten rund um die Welt. Viel Spaß!

Kommentar schreiben

*