Reykjavík ist bunt, kreativ und definitiv einen Besuch wert. Vom Wahrzeichen Hallgrímskirkja über die Einkaufsstraße Laugavegur und das Konzerthaus Harpa bis zum angesagten Hafenviertel Grandi: Tipps für einen Stadtspaziergang.

Islands Hauptstadt ist nicht besonders groß. Gerade mal gut 120.000 Menschen leben in Reykjavík. Das ist allerdings ein gutes Drittel der gesamten Einwohner des Landes. London, Paris und New York fühlen sich hier ganz im Norden Europas ziemlich weit weg an – und trotzdem hat diese Stadt etwas, das sie lohnenswert macht. Ob als Destination für ein langes Wochenende oder zum Auftakt einer Rundreise durch das spektakuläre Land, Reykjavík solltest du unbedingt auf deiner Liste haben!

Die nördlichste Hauptstadt der Welt ist ein Mix aus farbenfrohen Häusern, skandinavischem Design und sympathischen Menschen. Vor allem die bunten Straßenzüge haben sicher etwas mit dem Wetter zu tun. Im Winter wird es wenige Kilometer unterhalb des Polarkreises kaum hell – und auch im Sommer ist es vergleichsweise kühl und oft eher grau. Dieser Tristesse begegnen die Isländer unter anderem mit ihren bunten Häuserfassaden.

Wir starten unseren Stadtspaziergang an der Hallgrímskirkja. Reykjavíks modernes Wahrzeichen ist schon von weitem sichtbar und thront oberhalb der Stadt. Das ungewöhnliche Gebäude zählt zu den Top Sehenswürdigkeiten – auch wenn die Kirche im Inneren eher schlicht ist. Bei gutem Wetter lohnt sich die Fahrt hoch auf den 73 Meter hohen Turm: Von oben hast du einen grandiosen Blick über Islands Hauptstadt. 

Die Bauarbeiten für das ungewöhnliche Gotteshaus begannen schon 1945, fertiggestellt und geweiht wurde die Hallgrímskirkja aber erst 1986. Heute ist sie das größte Kirchengebäude Islands und das zweithöchste Gebäude des Landes.

Kreatives Reykjavík: Shopping meets Street Art

Von der Hallgrímskirkja ist es nur ein Katzensprung bis in Reykjavíks Haupteinkaufsstraße Laugavegur. Hier und in der Skólavörðustígur, die direkt von der Kirche Richtung Zentrum führt, kannst du in angesagten Boutiquen stöbern, dich von isländischen Designern inspirieren lassen oder mit Souvenirs eindecken. Rund um die Laugavegur findest du zudem viele Cafés, Restaurants und Bars.

Reykjavík ist international für sein Nachtleben berühmt – und ein Teil davon spielt sich hier mitten in der Stadt ab. Das Kaffibarinn mit dem U-Bahn-Logo über dem Eingang ist spätestens seit dem Film „101 Reykjavík“ auch außerhalb der Hauptstadt bekannt. Angesagt sind aber auch neue Spots wie die stylische Mat Bar.

Beim Bummel über die Laugavegur fallen dir sicher nicht nur die bunten Fassaden auf. Hier kannst du auch schon einiges an Street Art entdecken. Die Coole Straßenkunst findest du nicht nur in internationalen Metropolen (siehe mein Artikel „Stadt, Wand Kunst), auch Islands Hauptstadt hat einiges zu bieten und eine lebendige Street-Art-Szene.

Auffällig sind beispielsweise die drei riesigen Kunstwerke des australischen Street Art-Künstlers Guido van Helten am Loftkastalinn-Gebäude in der Nähe des Alten Hafens. Ob kunterbunte Fassaden oder auch die Karte des Cafés: Wenn du die Augen offen hältst, wirst du beim Spaziergang durch Reykjavík einiges an Straßenkunst entdecken.

Kunst und Geschichte in Reykjavíks Zentrum

Bei deinem Bummel entlang der Einkaufsmeile Laugavegur landest du irgendwann ganz automatisch in der Altstadt. Hier heißt die Straße mittlerweile Austurstræti. In diesem Bereich findest du alte Regierungsgebäude wie das Stjornarradid, den heutigen Regierungssitz des Premierministers, oder die Domkirche, aber auch viele Restaurants und Bars. Am Stadtsee Tjörninn liegen die Isländische Nationalgalerie und das neue Rathaus. Dem unbekannten Bürokraten haben sie hier in Sichtweite sogar ein Denkmal gesetzt.

Die Isländer sind ein bisschen schräg – und so gibt es in Reykjavík nicht nur interessante Skulpturen, sondern auch einige ungewöhnliche Museen. Das Phallusmuseum ist ein Beispiel, direkt neben dem Stjornarradid findest du in einer ehemaligen öffentlichen Toilette außerdem das isländische Punk Museum.

Auf keinen Fall verpassen darfst du hier im Zentrum Bæjarins Beztu Pylsur. Den Stand mit dem besten Hot Dog der Stadt gibt es schon seit 1937 – und selbst Bill Clinton hat schon in der Schlange gestanden. Wenn dir der laut „Guardian“ sogar beste Hot Dog Europas nicht reicht, findest du mit dem Café Paris oder dem Restaurant Apotek in direkter Nähe gute Alternativen.

Harpa: Reykjavíks neues Wahrzeichen

Ansonsten kannst du mit deinem Hot Dog in der Hand runter ans Wasser laufen und das neueste Wahrzeichen von Islands Hauptstadt bestaunen. Direkt am Hafen steht das 2011 eröffnete Konzert- und Konferenzhaus HarpaReykjavíks Elbphilharmonie. Der spektakuläre Glasbau hat nicht ganz so viel Geld verschlungen, wurde aber ähnlich heiß diskutiert. Genau wie in Hamburg ist auch hier ein spektakuläres Bauwerk entstanden. Die von dem isländischen Künstler Ólafur Elíasson entworfene wabenartige Fassade ist ein echter Hingucker.

Ein Besuch des Konzerthauses Harpa lohnt sich definitiv auch ohne Karten. Du kannst noch bis spät abends das Gebäude von innen erkunden und durch die Wabenfenster einen Blick Richtung Hafen werfen. Und auch nachts lohnt sich der Abstecher Richtung Harpa: Dann liefert die Außenfassade eine tolle Lichtshow.

Noch ein kleines Stück weiter am Wasser entlang steht eines der bekanntesten Kunstwerke Reykjavíks: das Sonnenschiff, auf Isländisch Sólfar. Die abstrakte Darstellung eines Wikingerschiffs wurde 1986 vom isländischen Künstler Jón Gunnar Árnason entworfen. Besonders schön ist es hier zum Sonnenuntergang.

Das Sonnenschiff "Sólfar" ist eine moderne Darstellung eines Wikingerschiffs
Das Sonnenschiff „Sólfar“ ist eine moderne Darstellung eines Wikingerschiffs

Foodie Destination Alter Hafen

Spätestens wenn du Hunger bekommst, lohnt sich der kleine Spaziergang in Richtung Alter Hafen. Hier, wo früher der Fisch entladen und verkauft wurde, ist in den letzten Jahren ein kreatives neues Quartier entstanden. Besonders bei Foodies ist das Grandi-Viertel mittlerweile sehr angesagt. Erst Anfang Juni hat mit dem Grandi mathöll eine neue Street Food-Halle eröffnet. Hier kannst du dich in lockerer Atmosphäre durch verschiedene Leckereien probieren.

Auch in die alten Fischereihallen ist neues Leben eingezogen. Dort haben sich kleine Boutiquen, Delikatessengeschäfte und Restaurants angesiedelt. Im Coocoo’s Nest kannst du zum Beispiel frühstücken und im Valdís gleich nebenan gibt’s leckeres Eis. Ja, du hast richtig gehört: Die Isländer lassen sich von den Temperaturen nicht abschrecken und stehen total auf Eis. Als Schokoholic musst du außerdem einen Abstecher zu Omnom Chocolate machen. Hier kannst du bei der Produktion zuschauen und natürlich auch die hübsch verpackten isländischen Schokoladen kaufen.

Wenn du irgendwann genug gesehen hast und satt bist, kannst du zur Entspannung noch etwas typisch Isländisches einplanen: einen Ausflug ins Schwimmbad. Die Isländer sind bekannt für ihre Badekultur – und was den Bayern ihr Biergarten ist, ist hier der Hot Pot. Eines der größten Thermalbäder des Landes befindet sich in Reykjavík: Das Laugardalslaug hat verschiedene Becken und Hot Pots im Angebot. Wo du rund um die Stadt außerdem noch baden gehen kannst, verrate ich dir im Artikel „Heiße Quellen: Die besten Hot Pots in Island“.

Und falls du danach nicht direkt ins Bett fällst: Reykjavík ist bekannt für sein Nachtleben. Freitags und samstags kannst du jetzt im Sommer die Mitternachtssonne genießen und gemeinsam mit den Isländern die Nacht zum Tag machen…

Reykjavík ist für sein Nachtleben bekannt, wobei es im Sommer in Islands Hauptstadt kaum dunkel wird
Reykjavík ist für sein Nachtleben bekannt, wobei es im Sommer in Islands Hauptstadt kaum dunkel wird

Praktische Infos

Das Zentrum von Islands Hauptstadt Reykjavík ist überschaubar und lässt sich wunderbar zu Fuß erkunden. Es gibt aber auch ein sehr gut ausgebautes Bussystem. Wenn du mit dem Auto unterwegs bist: Rund um die Hallgrímskirkja findest du kostenlose Parkplätze, in der restlichen Stadt ist das Parken ab 18 Uhr kostenlos. Wie fast alles in Reykjavík kannst du auch das Parkticket mit der Kreditkarte zahlen. Weitere Infos zu Reykjavík findest du auch auf den Seiten der Touristinformation unter www.visitreykjavik.is

Autor

Willkommen bei My happy Places! Ich bin Britta, Journalistin, lebe in Hamburg und liebe es, zu reisen. Hier nehme ich dich mit zu meinen Lieblingsorten rund um die Welt. Viel Spaß!

3 Kommentare

  1. Coooole Bilder! Wenn man Berichte von Island liest, findet man sonst hauptsächlich die fantastische Landschaft der Insel, also vielen Dank für das Teilen der Fotos aus der Hauptstadt. Steht ja schon lange auf meiner Bucket List, eine tolle Stadt :))
    Liebe Grüße, Martina

    • Liebe Martina,

      die tolle Landschaft kommt noch 😉 Aber Reykjavík ist definitiv auch den Besuch wert: Ich hätte nicht mit einer so bunten und kreativen Stadt gerechnet.
      Wenn es für dich also demnächst nach Island geht, solltest du die Hauptstadt mit einplanen.

      Liebe Grüße
      Britta

  2. Pingback: Die besten Spots für Streetart - Blogparade & Round-up - Gin des Lebens

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