Polen ist direkt nebenan – und trotzdem war bisher kaum jemand da. Ich bin in Danzig, Breslau und Warschau auf Entdeckungstour gegangen und verrate dir, warum du unbedingt auch in unser Nachbarland reisen solltest.

1. Breslau

Den Titel als Europäische Kulturhauptstadt hat Breslau zum Jahreswechsel an das dänische Aarhus und Paphos auf Zypern weitergereicht. Schlesiens ehemalige Hauptstadt ist trotzdem weiter eine Reise wert. Wroclaw, wie die Stadt auf Polnisch heißt, bietet einen Mix aus Geschichte, Kultur und entspanntem Studentenleben. Und die Altstadt gilt als eine der schönsten in Polen.

Das Rathaus am Hauptmarkt
Das Rathaus am Hauptmarkt

Wir beginnen unsere Erkundungstour am Hauptmarkt (Rynek). Der mittelalterliche Marktplatz wird umrahmt von prächtigen Gebäuden aus verschiedenen Epochen und ist nach dem Krakauer Rynek Glowny der zweitgrößte in Polen. Mittelpunkt ist das gotische Rathaus, dessen beeindruckende Ostfassade eine astronomische Uhr schmückt. Der Platz ist so groß, dass in der Mitte neben dem Rathaus noch einige weitere hübsche Gebäude stehen.

Wenn du über den Platz läufst, weißt du anfangs wahrscheinlich auch gar nicht, wohin du als erstes schauen sollst. Ein Gebäude ist schöner als das andere. An der Westseite stehen zum Beispiel das Haus der Goldenen Sonne oder das Haus der Sieben Kurfürsten, letzteres schmückt eine filigrane Bemalung. Fast kaum zu glauben, dass vieles hier nach dem Krieg komplett zerstört war.

Breslau hat eine bewegte Geschichte: Von einem tschechischen Herzog gegründet, war es später Böhmisch, Habsburgisch und Preußisch, bevor es 1945 Teil von Polen wurde. Nach dem Krieg sind Polen aus dem ganzen Land nach Breslau gezogen, vor allem aus Lemberg. Sie haben die Altstadt mit viel Aufwand wieder aufgebaut.

Ein Spaziergang durch Breslaus historische Gassen

Im Nordwesten überragt die St.-Elisabeth-Kirche den Marktplatz, eines von vielen Gotteshäusern in Polens viertgrößter Stadt. Nur ein Stück weiter die Straße runter, stößt du links auf die ehemalige Schlachtergasse. In den alten Gebäuden haben sich mittlerweile kleine Galerien und Geschäfte für Souvenirs und Kunsthandwerk niedergelassen. Nur ein Denkmal erinnert noch an die Tiere.

Ein Denkmal erinnert an die Tiere in der Schlachtgasse
Ein Denkmal erinnert an die Tiere in der Schlachtgasse

Wir laufen durch die bunten Gassen weiter zur Universität, baugeschichtlich aus der Zeit der Habsburger. Viele berühmte Wissenschaftler haben hier studiert, darunter acht Nobelpreisträger. Mittelpunkt des Gebäudes ist die reich verzierte Aula Leopoldina. Das Leben in der Stadt wird von der Uni geprägt: An jeder Ecke gibt es Cafés, Kneipen, Clubs und Restaurants. Besonders am Abend bestimmen die Studenten das Bild in den Straßen der Altstadt und rund um den Hauptmarkt.

Ein beliebter Treffpunkt ist auch die Neon Side Gallery, eine Mischung aus Open-Air-Museum und Partylocation. Die Ausstellung in einem Innenhof zeigt alte Neon-Reklame aus den Siebziger- und Achzigerjahren und das Café verwandelt sich abends in eine Bar.

Auf unserem Weg zur Dom- und Sandinsel legen wir noch einen kurzen Zwischenstopp in Breslaus Markthalle (Hala Targowa) in der nördlichen Innenstadt ein. Von außen mit Backsteinen verziert, stößt du Innen auf ein Wunder aus Stahl­beton. Hier gibt es neben frischem Obst und Gemüse auch Brot, Käse, Wurst und landestypische Spezialitäten wie die Piroggen. Perfekt also für einen kleinen Snack zwischendurch.

Religiöse Pracht auf der Dominsel

Nun sind wir an der Oder angekommen, dem Fluss der die Stadt von Anfang an geprägt hat: Auf der Dominsel begann einst die Geschichte Breslaus. Und mit über 100 Brücken über die zahlreichen Kanäle und Bäche kann die Stadt schon fast mit Venedig mithalten. Ein Spaziergang auf der Oder-Promenade eröffnet einen schönen Blick auf die Kathedrale.

Die Sand- und Dominsel gehören zu einem Besuch in Breslau unbedingt dazu. Am anderen Oderufer und abseits der geschäftigen Innenstadt gelegen, fühlt sich der Bummel durch die kleinen Gassen an wie ein Ausflug in eine andere Zeit.

Die Dombrücke führt auf die Dominsel mit ihren Kirchen
Die Dombrücke führt auf die Dominsel mit ihren Kirchen

Nachdem die Stadt Ende des 13. Jahrhunderts auf die südliche Oderseite verlegt worden war, blieben die Inseln Basis der Kirche. Und so werden sie bis heute von ihren Gotteshäusern geprägt. Die Kirche Maria auf dem Sande, die Heiligkreuzkirche und vor allem die Kathedrale sind einen Besuch wert. Und vielleicht hast du ja auch noch Zeit für einen Abstecher in den Botanischen Garten.

Auf den Spuren von Breslaus Zwergen

Auf deinem Spaziergang durch Breslau wirst du übrigens immer wieder auf kleine Zwerge stoßen und dir irgendwann genau wie wir sagen: Das kann kein Zufall sein. Und tatsächlich sind die kleinen Kerle eine Besonderheit und Attraktion der Stadt mit einem ernsten Hintergrund. In den Achzigerjahren übte die Oppositionsbewegung „Orange Alternative“ mit spontanen Kunstaktionen Kritik am sozialistischen Regime in Polen und stellte unter anderem einen gusseisernen Zwerg in der Altstadt auf.

2001 tauchten dann die ersten neuen Bronzewichte als Projekt von Studenten der Kunsthochschule auf – und seither vermehren sie sich prächtig. Inzwischen gibt es mehr als 300 der Breslauer Zwerge in allen möglichen Varianten.

Und die Krasnale, wie sie auf Polnisch heißen, sind mittlerweile Wahrzeichen der Stadt und richtige Promis: Sie haben einen eigenen Wikipedia-Eintrag, eine offizielle Website, eine Facebook-Fanpage und eine eigene Touristeninformation. Dort bekommst du einen Stadtplan, in dem alle bekannten Standorte eingezeichnet sind – und dann kann die Zwergenjagd schon losgehen.

Die Zwerge haben in Breslau eine eigene Touristeninformation
Die Zwerge haben in Breslau eine eigene Touristeninformation

Praktische Tipps:

Aus einigen deutschen Städten kannst du direkt nach Breslau fliegen, aus Berlin ist die Bahn eine Option. Wir haben das Auto genommen. Das Stadtzentrum ist kompakt und lässt sich gut zu Fuß erkunden. Wir haben im neuen Ibis Styles direkt gegenüber vom Bahnhof übernachtet und unter anderem im Vega, einem veganen Restaurant direkt am Marktplatz, gegessen. Weitere Infos liefert auch das Internetportal der Stadt Breslau unter www.wroclaw.pl.

 

2. Danzig

Königin der Ostsee, Bernsteinhauptstadt, Vorreiterin des Umbruchs im Ostblock und Geburtsstadt von Literaturnobelpreisträger Günter Grass: Danzig hat viele Beinamen, die vor allem eines zeigen: Die alte Hansestadt ist ziemlich facettenreich und definitiv eine Reise wert.

Es ist ein lauer Sommerabend, als wir in Gdansk, wie die Stadt auf Polnisch heißt, ankommen – perfekt für eine erste Entdeckungstour. Unser Hotel liegt auf der Speicherinsel, von hier ist es nur ein Katzensprung und schon sind wir mittendrin im abendlichen Danzig. Wir sind begeistert von den restaurierten Kaufmannshäusern und der Atmosphäre. In den kleinen Gassen rechts und links vom Langen Markt sitzen die Menschen mit ihren Drinks draußen auf den Veranden und feiern den Sommer. Wir lassen uns aber noch weiter treiben und landen schließlich in einer der Bars rund um die Markthalle.

Auch am nächsten Morgen beginnen wir unseren Stadtspaziergang wieder auf der Langen Brücke. Die Promenade flankiert den Stadthafen an der Mottlau und reiht einige der hübschen Stadttore aneinander: das Frauentor, das Brotbäckertor, das Heiligengeisttor und das Krantor. Letzteres ist Danzigs Wahrzeichen und galt im Mittelalter lange als der größte Hafenkran der Welt. Heute ist es Sitz des Maritimen Museums.

Spaziergang durchs alte Danzig

Wir nehmen das Grüne Tor, früher Stadttor und königliche Residenz, und stehen mitten auf dem Langen Markt (Dlugi Targ) im Herzen der alten Hansestadt. Überragt wird der Platz vom Rechtsstädtischen Rathaus, daneben der Artushof und das Goldene Haus. Davor sprudelt der Neptunbrunnen, eines von Danzigs beliebtesten Fotomotiven. Der lange Markt geht über in die Langgasse – und auch hier reiht sich ein schönes Giebelhaus an das nächste. Den Abschluss bildet das Goldene Tor mit der Georgshalle daneben und gefolgt vom Hohen Tor.

Am langen Markt reihen sich die hanseatischen Kaufmannshäuser aneinander
Am langen Markt reihen sich die hanseatischen Kaufmannshäuser aneinander

Die Langgasse wird auch „Königsweg“ genannt, denn dort wo heute Touristen durch die Stadt flanieren, sind damals die Könige von Polen in die Rechtsstadt eingeritten. Und bei all diesen historischen Häusern in ihrer hanseatischen Pracht ist es kaum vorstellbar, dass Danzig im Krieg fast bis auf die Grundmauern zerstört wurde.

Die gewaltige Kirche, die rechts von der Langgasse die Kaufmannshäuser überragt, ist übrigens die Marienkirche. In dieser beeindruckenden und größten Backsteinkirche der Welt finden 25.000 Menschen Platz. Direkt dahinter verläuft die Frauengasse (Ulica Mariacka) zum Frauentor. Hier reihen sich die alten Kaufmannshäuser mit ihren Veranden aneinander und befinden sich die teuersten Bernsteinwerkstätten der Stadt.

Solidarnosc: Vorreiter des Umbruchs

Nach diesem Spaziergang durchs alte Zentrum schnappen wir uns die Räder und fahren an der historischen Altstadt mit ihrem Altstädtischen Rathaus, den verschiedenen Kirchen und der Großen Mühle vorbei Richtung Danziger Werft. An diesem Ort hat die Stadt 1980 Geschichte geschrieben. Der Streik der Werftarbeiter führte damals zur Gründung der unabhängigen Gewerkschaft Solidarnosc. Anführer war der spätere Präsident von Polen, Lech Walesa.

Vor dem Tor der legendären Lenin-Werft ragen drei 40 Meter hohe Kreuze in den Himmel. Das Denkmal erinnert an die Werftarbeiter, die 1970 bei Protesten gegen Preissteigerungen von der Polizei erschossen wurden. Dahinter befindet sich das Europäische Zentrum der Solidarnosc, das unter anderem ein Museum und das Zentralarchiv der Gewerkschaft beherbergt.

Das Denkmal für die Werftarbeiter, links das Solidarnosc-Zentrum, rechts das Tor der Lenin-Werft
Das Denkmal für die Werftarbeiter, links das Solidarnosc-Zentrum, rechts das Tor der Lenin-Werft

Die Werft ist schon seit Anfang der Neunziger Jahre geschlossen, die Hafenkräne überragen aber immer noch das Gelände und markieren den historischen Ort. Und in einigen alten Hallen entwickelt sich gerade Neues: Sie werden zu einem Zentrum für Danzigs Kreativszene.

Danzig am Meer: Zoppot

Einen Vorteil vieler Hansestädte hat auch Danzig: Das Meer ist nicht weit. Die Stadt liegt an der Danziger Bucht und bildet zusammen mit dem Küstenort Zoppot (Sopot) und der Hafenstadt Gdingen (Gdynia) eine Dreistadt. Was liegt da also näher als ein später Nachmittag am Strand in einem der beliebtesten Ferienorte in Polen?

Seit Anfang des 19. Jahrhunderts haben die wohlhabenden Danziger in Zoppot ihre Strandvillen gebaut – und dieses Flair aus vergangenen Zeiten ist auch heute noch zu spüren. Vom Bahnhof zieht sich die Hauptstraße durch den Ort bis ans Meer, gesäumt von vielen Restaurants, Bars und Cafés. Vorne dann der Seesteg, der mit seinen 512 Metern die längste Mole Europas ist. Wir beenden unseren Tag also mit einer frischen Meeresbrise bei einem Spaziergang an der Strandpromenade, vorbei am alten Grand Hotel.

Der Seesteg in Zoppot ist mit seinen 512 Metern die längste Mole Europas
Der Seesteg in Zoppot ist mit seinen 512 Metern die längste Mole Europas

Praktische Tipps:

Aus den großen deutschen Städten gibt es Direktflüge nach Danzig, aus Berlin ist die Bahn eine Alternative. Wir haben im Puro Hotel übernachtet, von dort ist es nur ein Katzensprung bis zum Langen Markt. Tipp: Kostenlos Fahrräder ausleihen und die Stadt erkunden. Und wenn du auch auf Süßes stehst, musst du die kleinen Törtchen der Patisserie UMAM probieren. Weitere Informationen zu Danzig findest du auf der Website der Stadt unter www.gdansk.pl.

 

3. Warschau

Auf einer Reise nach Polen darf natürlich auch die Hauptstadt nicht fehlen. Warschau ist mit seinen 1,7 Millionen Einwohnern die größte Stadt und das kulturelle, wirtschaftliche und politische Zentrum des Landes. Für mich war es bisher vor allem Kulturpalast und sozialistische Plattenbauarchitektur.

Überragt die Hauptstadt von Polen: Warschaus Kulturpalast
Überragt die Stadt: Warschaus Kulturpalast

Warszawa, wie die Stadt auf Polnisch heißt, hat aber noch mehr zu bieten, zum Beispiel eine Altstadt wie aus dem Bilderbuch. Trotzdem bleibt es eine Stadt der Kontraste und Gegensätze und zeigt seine Schönheit erst auf den zweiten Blick.

Der Palast für Kultur und Wissenschaft ist auch heute noch Warschaus höchstes Gebäude – und das, obwohl um ihn herum zahlreiche neue Wolkenkratzer in den Himmel gewachsen sind. Das Wahrzeichen im stalinistischen Zuckerbäckerstil war ein Geschenk der Sowjetunion und ist nicht unumstritten. Wir fahren auf unserem Weg ins Zentrum genau darauf zu, als Wegweiser funktioniert er also ganz gut.

Altstadt aus dem Bilderbuch

Zentraler Treffpunkt in Warschau: der Plac Zamkowy mit Sigismundsäule und Königsschloss
Zentraler Treffpunkt in Warschau: der Plac Zamkowy mit Sigismundsäule und Königsschloss

Unsere Entdeckungstour durch die Hauptstadt von Polen starten wir in der Altstadt. Wobei: So alt ist das alles hier gar nicht. Auch Warschau war am Ende des Zweiten Weltkriegs fast komplett zerstört – und die Sache mit dem Bilderbuch ist in diesem Fall wörtlich zu nehmen. Anhand von Gemälden des venezianischen Malers Canaletto wurden die alten Gebäude oft bis ins Detail wieder aufgebaut. Das hat Warschaus Altstadt schon 1980 einen Eintrag in der Weltkulturerbeliste der Unesco gesichert.

Vom Plac Zamkowy mit dem Königsschloss und der Sigismundsäule laufen wir durch die Gassen zum Altstädter Markt. Wenn wir nicht wüssten, dass hier fast nichts mehr original ist, es würde nicht auffallen. Der Markt ist das Herzstück der Altstadt. Auf dem Platz mit seinen vielen Restaurants und Cafés ist zu jeder Tageszeit etwas los. Beliebtes Fotomotiv ist die Statue der Meerjungfrau in der Mitte, die als Symbol Warschaus auch im Wappen der Stadt abgebildet ist.

Von hier aus geht es durch die Tore der alten Stadtmauer weiter in die Neustadt, die trotz ihres Namens auch schon im 15. Jahrhundert entstanden ist. Die Hauptstraße Ulica Freta führt auf den Neustädter Markt und ist gesäumt von vielen Restaurants und Cafés – und dem Geburtshaus von Marie Curie, die als Marie Sklodowska in Warschau geboren wurde.

Warschaus Königsweg

Und noch eine bekannte Persönlichkeit kommt aus Warschau: der Komponist Frédéric Chopin. Chopin lebte und starb in Paris, sein Herz wurde aber in einer Urne in der Heiligkreuzkirche beigesetzt. Auf Führungen und in einem Museum sind seine Warschauer Stationen nachvollziehbar – und sicher wirst du auch eine der Multimediabänke entdecken, die auf Knopfdruck seine Musik spielen.

Die Heiligkreuzkirche liegt an Warschaus Königsweg, der seinen Namen den vielen königlichen Residenzen zu verdanken hat, die ihn säumen. Beginnend in der Altstadt, führt er bis zum Belvedere-Palast im Lazienki Park. Noch ein Stück weiter aus der Stadt hinaus kommt der Wilanow-Palast, eine königliche Sommerresidenz aus dem 17. Jahrhundert.

Die Krakowskie Przedmiescie (rechts die Heiligkreuzkirche) ist Teil von Warschaus Königsweg
Die Krakowskie Przedmiescie (rechts die Heiligkreuzkirche) ist Teil von Warschaus Königsweg

Die prachtvollen Paläste bestimmen auch das Bild in der Innenstadt. An der Krakowskie Przedmiescie befindet sich beispielsweise der Namiestnikowski-Palast, die heutige Residenz des Präsidenten. Gleich daneben liegt das Hotel Bristol, eines der teuersten Hotels der Stadt, und wenig weiter das Hauptgebäude der Universität. An der Nowy Swiat werden die Häuser und Paläste zwar wieder etwas kleiner, dafür gibt es hier einige nette Cafés und Restaurants.

Sichtbare Vergangenheit

Warschau, das sind aber nicht nur wiederaufgebaute Kirchen und Paläste und eine hübsche Altstadt. Bei deiner Entdeckungstour wirst du auch immer wieder auf Zeugen der Vergangenheit stoßen, auf Gedenktafeln, Mahnmale und Erinnerungen. Hier wird Geschichte präsent, auch wenn von den Mauern des Warschauer Ghettos nur noch wenig erhalten ist.

Das POLIN zeigt die Geschichte der Polnischen Juden
Das POLIN zeigt die Geschichte der Polnischen Juden

Vor dem Krieg lebten in der Stadt etwa 400.000 Juden, ein Drittel der Bevölkerung. Von dieser damals größten jüdischen Gemeinde in Polen und sogar ganz Europas haben nur wenige überlebt. Im POLIN (Museum der Geschichte der Polnischen Juden) und im Museum des Warschauer Aufstandes werden jene Schicksale aus Kriegstagen erzählt, die an einem Ort wie dem Umschlagplatz-Monument noch kaum greifbar sind. Am Denkmal der Helden des Ghetto-Aufstands gegenüber vom Museum setzte Willy Brandt mit seinem Kniefall ein Zeichen.

Über die Weichsel

Nach so viel Architektur und jüngerer Geschichte bietet sich ein Abstecher über die Weichsel an. Neben den Brücken gibt es dazu auch die Fähren Pliszka, Slonka und Wilga. Auf der anderen Flussseite findest du nicht nur den Zoo und das Nationalstadion, sondern auch den alten und wieder lebendigen Stadtteil Praga. Das Viertel blieb im Krieg fast unversehrt und trumpft deshalb heute mit den meisten Altbauten auf. Wobei das ein oder andere Juwel erst noch wieder freigelegt werden muss, perfekte Location also für eine alternative Kneipen-, Club- und Konzertszene.

Nicht nur polnische Küche: Warschau bietet eine breite Auswahl an Restaurants
Nicht nur polnische Küche: Warschau bietet eine breite Auswahl an Restaurants

Das Weichselufer mit seinem Stadtstrand „Poniatówka“ ist ein beliebter Treffpunkt. Gerade abends lässt es sich hier in einer der Strandbars mit einem Drink in der Hand wunderbar relaxen – und das mit einem tollen Blick auf die Altstadt auf der gegenüberliegenden Seite.

Praktische Tipps:

Non-Stop-Flüge nach Warschau gibt es aus allen großen deutschen Städten. Das Zentrum lässt sich zu Fuß erkunden, ansonsten ist der Nahverkehr ZTM gut ausgebaut. Für kurze Strecken reicht oft ein 20-Minuten-Ticket, bei mehreren Fahrten lohnt ein Tagesticket. Wir haben im Novotel übernachtet, gigantischer Blick auf den Kulturpalast inklusive. Gegessen haben wir unter anderem im Zapiecek, einer Warschauer Restaurantkette mit polnischer Küche. Hier gibt’s Piroggen in allen denkbaren Varianten. Weitere Infos zu Warschau findest du auch auf der Tourismuswebseite der Stadt unter www.warsawtour.pl.

Warum du auf deiner Reise durch Polen auch Krakau nicht verpassen solltest, verrate ich dir übrigens in meinem Artikel „Krakau: Mix aus Geschichte und italienischem Flair“. Und wie immer freue ich mich über deine Tipps und Empfehlungen als Kommentar!

Autor

Willkommen bei My happy Places! Ich bin Britta, Journalistin, lebe in Hamburg und liebe es, zu reisen. Hier nehme ich dich mit zu meinen Lieblingsorten rund um die Welt. Viel Spaß!

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