Es gibt diese Orte, in die verliebt man sich sofort. Das Parkhotel Laurin gehört für mich dazu. Mit seinem verwunschenen Park mitten in der Stadt, der coolen Bar und der allgegenwärtigen Kunst ist es mein Lieblingsziel in Bozen.

Dass dieses Hotel besonders ist, wird schon draußen auf dem Gehsteig klar. Bereits hier verbinden sich Tradition und Moderne – beim Blick nach oben und nach unten. Neben der historischen Fassade des 1910 eröffneten Hauses fallen die Bronzetaler im Boden vor dem Eingang ins Auge. 100 Stück sind es genau, mit 100 Begriffen rund ums Reisen: „Frühlingsduft“, „Reiselust“ oder „Summertime“ ist dort zu lesen. Das Kunstprojekt „Reisegefühle – Gefühlsreise“ ist zum hundertsten Geburtstag in einer Kooperation mit der Fakultät für Design und Künste der Freien Universität Bozen entstanden.

Die Kunst begegnet dem Gast im Laurin überall. Aus der Leidenschaft der Eigentümerfamilie Staffler entstand die „Sammlung Laurin“ für Zimmer, Salons und Garten. Über 200 Originalwerke nahmhafter Künstler des 20. Jahrhunderts umfasst sie heute – von Holzschnitt bis Leinwand, von Impressionismus bis Neue Sachlichkeit mit Werken von Kokoschka, Kubin, Bonell oder Flora. In jedem der 100 Zimmer und Suiten hängt ein solches Original, welches genau, das verrät das kleine Faltblatt zur Aufbewahrung der Zimmerkarte.

Das Parkhotel Laurin war bei seiner Eröffnung 1910 eines der modernsten Hotels Europas
Das Parkhotel Laurin war bei seiner Eröffnung 1910 eines der modernsten Hotels Europas

Das Parkhotel Laurin liegt nicht wie seine Schwester Greiff direkt am Waltherplatz. Es hat keinen schicken Wellnessbereich. Und einiges an Komfort moderner Konkurrenten fehlt. Trotzdem oder gerade deshalb hat es seinen ganz besonderen Reiz. Bei der Eröffnung war es eines der modernsten Hotels Europas, Österreichs Kaiserfamilie und deutsche Fürsten genossen das luxuriöse Ambiente. Die damals hochmodernen Personenaufzüge sind noch erhalten und versetzen dich direkt zurück in eine andere Zeit.

Mittlerweile steht das Hotel unter Denkmalschutz und verbindet seinen historischen Charakter mit modernen Neuerungen. Dabei heraus kommt eine Symbiose aus Jugendstil, alpenländischer Tradition und lockerem italienischem Flair.

Laurin Bar und Restaurant

Ein Beispiel für dieses italienische Flair ist die Laurin Bar. Im Herzstück des Hotels trinken abends nicht nur die Hotelgäste einen Absacker, hier trifft sich ganz Bozen. Zum Frühstück in der Sonne, einen Cappuccino am Nachmittag oder zum Aperitif am Abend. Immer donnerstags gibt es den „Aperitivo Lungo“ mit Spezialitäten vom Buffet, die jedes Mal aus einer anderen italienischen Region kommen, begleitet vom loungigen Sound der lokalen DJs. Und auch über die Stadt hinaus bekannt sind die regelmäßigen Live-Konzerte internationaler Künstler.

Berühmt ist die Laurin Bar aber auch für ihre Fresken des Jugendstilmalers Bruno Goldschmitt. Entstanden 1911 und aufwändig restauriert, erzählen sie die Sage des Zwergekönigs Laurin, nachdem auch das Hotel benannt ist. Der Legende nach befindet sich sein Reich im Rosengartengebiet oberhalb von Bozen, dessen Massiv im Morgenrot und vor allem in der Abenddämmerung leuchtet.

Die Verbindung von Tradition, Moderne und Kunst setzt sich fort im Restaurant Laurin. Hier im Salon trifft Art Nouveau auf Haubenküche und Kronleuchter und Stuck auf moderne Kunst. Die Künstlerin Marilù Eustaccio hat die sonst sachlich weißen Wände des Restaurants mit ihrem Werk „Alberi in sequenza“ farbenfroh neugestaltet.

Ruheoase Park

Mein absolutes Highlight im Parkhotel Laurin ist aber der Park. Ein bisschen dringt vom Trubel und der Geschäftigkeit des nahgelegenen Bahnhofsviertels durch die hohen Hecken hindurch. Einmal mit Buch oder Zeitung im Liegestuhl am Pool gemütlich gemacht, ist die Stadt aber ganz weit weg. Diese weitläufige, grüne Oase mitten im Zentrum ist einfach ein Traum. Die alten Bäume, der Laubengang, das Gartenhäuschen –  sie erzählen alle von der Geschichte dieses Ortes. Und Kunst gibt es hier auch an jeder Ecke.

Besonders schön ist dieser Park im Sommer, wenn sich nach dem Stadtbummel eine Abkühling im Pool anbietet und Bar und Restaurant nach draußen umziehen. Von Mai bis September speist du unter den Bäumen hier im Park und kannst in der offenen Gartenküche den Köchen in die Töpfe gucken. Im Anschluss gibt es dann einen Cocktail an der Summer Lounge Bar. Und spätestens wenn du mit deinem Drink in der Hand in einem der gemütlichen Sessel oder Sofas sitzt und leise die Lounge-Musik durch den Garten weht, hast du die Welt um dich herum komplett vergessen.

Und das Tolle: Diese Ruheoase liegt mitten in Bozen. Einmal durchs Gartentor spaziert und links die Straße runter, bist du schon am zentralen Waltherplatz und kannst dich von hier aus ins Getümmel stürzen. Oder du schnappst dir eines der kostenlosen Fahrräder und erkundest damit die Stadt.

Weitere Informationen zum Parkhotel Laurin gibt’s auf der Website unter www.laurin.it. Die Preise für ein Doppelzimmer mit Frühstück starten bei 145 Euro. Noch mehr Tipps für Bozen gibt’s in meinem Artikel „Italien trifft Alpen: ein Wochenende in Bozen“.

Autor

Willkommen bei My happy Places! Ich bin Britta, Journalistin, lebe in Hamburg und liebe es, zu reisen. Hier nehme ich dich mit zu meinen Lieblingsorten rund um die Welt. Viel Spaß!

2 Kommentare

  1. Ich finde Ihren Artikel „Tradition und Moderne im Parkhotel Laurin“ wunderbar. Sie stellen die besondere Atmosphäre diese traditionsreichen Hotels sehr anschaulich dar. Besonders die Laurin Bar mit ihren Fresken finde ich faszinierend. Ich habe sie auch in meinem Südtirol-Krimi „Dolomitenrot“ sozusagen verewigt.
    Liebe Grüße aus Wien sendet Sigrid Neureiter

    • Vielen Dank, liebe Frau Neureiter! Wenn das Laurin Ihnen genauso gut gefällt wie mir, vielleicht treffen wir uns ja sogar mal in Bozen… Herzliche Grüße nach Wien!

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