Sonne, Strand und Meer – dafür ist die Lübecker Bucht bekannt. Bei eisigen Temperaturen gibt’s hier ein besonderes Naturschauspiel zu bewundern: Dann wird das Meer zum Winterwunderland. Ein Ausflug an die Ostsee im Winter.

Es ist kalt an diesem Samstagmorgen, eisig kalt. Die Temperaturen liegen schon seit Tagen weit unter Null – und wer draußen unterwegs ist, hat sich gut eingepackt. Abgesehen von der klirrenden Kälte ist die Wettervorhersage allerdings ein Traum: Sonnenschein pur den ganzen Tag und dazu ein strahlend blauer Himmel. Die perfekten Bedingungen also, um sich ein an der Küste nicht ganz alltägliches Schauspiel anzuschauen.

Dauerfrost und anhaltenden Schneefall gibt es hier am Meer nicht ganz so oft wie in den Bergen – erst recht nicht, wenn laut Kalender bereits der Frühling vor der Tür steht. Dieses Jahr ist das anders und so hat sich unter anderem die Lübecker Bucht in den vergangenen Tagen in ein ungewöhnliches Winterwunderland verwandelt. Die gefrorene Ostsee und bizarre Eisformationen bestimmen schon seit Tagen das Bild – und mit dem strahlenden Sonnenschein heute sieht das Ganze nochmal spektakulärer aus.

Ein Eismärchen von Haffkrug bis Travemünde

Trotz der frostigen Temperaturen ist es voll am Strand. Die Mischung aus eisigem Küstenwintermärchen und blauem Himmel hat nicht nur uns ans Meer gelockt. Weiter vorne läuft ein Hund übers Eis und muss zwischendurch immer mal wieder abbremsen, um nicht zu sehr zu rutschen. Vorne an der Seebrücke sind zwei Jungs damit beschäftigt, sich einen der riesigen Eiszapfen abzubrechen. Und viele stehen genau wie wir einfach nur da und staunen.

Wir sind schon von Haffkrug bis nach Scharbeutz am Strand entlang gelaufen und haben die eisige Winterwelt bewundert. Dort, wo normalerweise die Wellen langsam auf dem Strand auslaufen, hat sich bei den frostigen Temperaturen eine bizarre Eislandschaft gebildet. In Wellen gefrorener Schnee soweit das Auge reicht – und erst ganz weit hinten am Horizont glitzert das Wasser der Ostsee in der Sonne.

Besonders kunstvoll hat der Frost die Seebrücken entlang der Lübecker Bucht gestaltet. Geländer und Treppen sind von dicken Eisschichten überzogen und rund um die Brückenpfeiler haben sich riesige Blöcke aus Eiszapfen gebildet, die heute in der Sonne leuchten. Hier hat der Winter sich wirklich richtig Mühe gegeben.

Zwischenstopp am Niendorfer Hafen

Auf dem Weg weiter nach Travemünde und Lübeck legen wir einen kleinen Zwischenstopp am Niendorfer Hafen ein. Hier riecht es – passend zu den aktuellen Temperaturen – nach Fisch und Glühwein. Im Hafenbecken schwimmen ein paar Eisschollen, ansonsten ist hier aber nur wenig zu sehen vom Eiszauber der umliegenden Orte. Die Fischerboote schaukeln auf dem Wasser und einige Fischer schauen gerade nach dem Rechten. Frischen Fisch direkt vom Kutter gibt’s bei dem Wetter zwar nicht, in der Hafenräucherei ist die Auslage trotzdem auch jetzt im Winter mit Fischbrötchen gefüllt.

Im Hafen von Niendorf liegen die Fischerboote vor Anker
Im Hafen von Niendorf liegen die Fischerboote vor Anker

Uns zieht es aber weiter Richtung Café Strandvilla. Direkt an der Ostsee gelegen, ist das Café schon längst kein Geheimtipp mehr. Die hausgemachten Kuchen und Torten sind den Zwischenstopp immer noch wert. Die Gründerzeitvilla liegt auf einer Landzunge und bietet damit entweder den Blick raus aufs Meer oder rüber zum Fischerei- und Yachthafen. Wir machen es uns mit einem Kaffee gemütlich und wärmen uns langsam wieder auf.

Ostsee im Winter: Sonne, Strand und Meer

Es muss übrigens gar nicht immer der Eiszauber sein. Ein Ausflug ans Meer lohnt sich auch an ganz normalen Wintertagen. Und bis an die Lübecker Bucht ist es von Hamburg aus ja tatsächlich nur ein Katzensprung. Eine knappe Stunde Fahrt – und schon bist du am Strand und kannst dich so richtig durchpusten lassen und Vitamin Sea pur tanken.

Für mich enden diese spontanen Ausflüge an die Ostsee meistens in Scharbeutz. Hier hast du die Wahl, ob du vorne am Wasser entlang läufst oder einen Spaziergang über die Dünenmeile machst. Dort gibt’s zwischendurch auch genug Möglichkeiten, um sich bei einem Tee oder Kaffee wieder aufzuwärmen – Meerblick inklusive.

Wenn du weiter am Strand entlang läufst, landest du nach Norden irgendwann in Haffkrug. Richtung Süden ist Timmendorfer Strand nicht weit. Hier kannst du durch die Geschäfte bummeln oder ein Stück Kuchen zum Beispiel im Café Wichtig essen. Seinen Namen trägt die Timmendorfer Institution übrigens, weil hier draußen vor dem Café sitzt, wer sehen und gesehen werden will.

Immer mal wieder zählen dazu auch echte Prominente wie Panikrocker Udo Lindenberg. Für den ist der Urlaubsort an der Lübecker Bucht fast ein zweites Zuhause – und für die Gemeinde war das Grund genug, ihm vorne an der Ostsee ein Denkmal zu errichten. Wenn du hier oben stehst, dann liegt fast die gesamte Lübecker Bucht vor dir – und jetzt in der kalten Jahreszeit manchmal eben auch als eisiges Wintermärchen.

 

Praktische Tipps

Von Hamburg aus kommst du außer mit dem Auto auch mit dem Zug rasch an die Ostsee. Die Endstation Travemünde Strand ist sogar nur wenige Meter vom Meer entfernt. Nach Timmendorfer Strand oder Scharbeutz musst du in Lübeck umsteigen. Zwischen den Ferienorten gibt es einen regelmäßigen Busverkehr – auch im Winter. Ein Hoteltipp für Wellnessfans ist das Bayside in Scharbeutz: Hier kannst du mit Blick auf die Ostsee schwimmen und in der Sauna relaxen. Einen Überblick der Urlaubsorte an der Lübecker Bucht bietet dir unter anderem die Website von Ostsee-Holstein-Tourismus. Noch mehr Infos zu Ausflugszielen an der Küste findest du zudem in meinem Artikel „Ab ans Meer: 3 Lieblingsziele an Nord- und Ostsee“.

Autor

Willkommen bei My happy Places! Ich bin Britta, Journalistin, lebe in Hamburg und liebe es, zu reisen. Hier nehme ich dich mit zu meinen Lieblingsorten rund um die Welt. Viel Spaß!

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