Eine Großstadt mit Museen, Shopping und Kultur, aus der du direkt auf dem Berg bist – und dazu coole Bars und Restaurants: Innsbruck bietet genau diesen Mix. Tipps für ein Wochenende in der Hauptstadt der Alpen.

Ich muss gestehen: Innsbruck kannte ich bisher nur aus der Perspektive von der Autobahn. Tirols Landeshauptstadt liegt aus München unweigerlich auf dem Weg Richtung Süden – und trotzdem habe ich es in zehn Jahren nur einmal geschafft, einen kurzen Zwischenstopp einzulegen und durch die Stadt zu laufen.

Seit diesen letzten gut zwei Tagen in Tirol frage ich mich allerdings ernsthaft, warum ich nie länger geblieben bin. Mit der Verbindung von Stadt und Kultur und diesem beeindruckenden Bergpanorama ist Innsbruck mindestens einen Zwischenstopp wert. Und für mich steht fest: Ich muss definitiv wiederkommen, denn für Bergtouren mit Ausblick und Kultur in der Stadt sind gute 48 Stunden einfach viel zu kurz. Aber der Reihe nach…

Stylische Konzepte: Innsbrucks coole Hotels und Gastroszene

Es ist Freitagnachmittag und wir sitzen im Zug von München nach Innsbruck. Bisher war ich meist mit dem Auto Richtung Italien unterwegs, aus der Bahn kann ich nun entspannt die Berge links und rechts am Fenster vorbeiziehen lassen. Sie sind ein erster Vorgeschmack auf Innsbruck, ehemalige Residenzstadt und selbsternannte Hauptstadt der Alpen.

Unser Hotel liegt ziemlich praktisch direkt neben dem Bahnhof – und so sind wir ganz schnell angekommen. Das 2013 eröffnete Adlers Hotel ist eines der höchsten Gebäude in Innsbruck und bietet aus fast allen Räumen eine grandiose Aussicht auf Stadt und Berge. Die bodentiefen Panoramafenster direkt vor unserem Bett geben den Blick auf Altstadt und Nordkette frei – und eigentlich könnte ich hier direkt liegen bleiben und das Schauspiel von Sonne und Wolken auf mich wirken lassen.

Cool und angesagt: das Gang und Gebe
Cool und angesagt: das Gang und Gebe

Wir haben aber noch etwas vor und für den Abend im Gang und Gebe reserviert, einem von Innsbrucks derzeit angesagtesten Restaurants. Das junge Team setzt auf kreative Küche und die dazu passenden Drinks. Die Tiroler Tapas auf der Karte laden außerdem zum Probieren und Teilen ein. Nach dem leckeren Abendessen gibt’s anschließend zum Abschluss des Tages noch einen Absackerdrink in der Adlers Rooftop Bar – mit Aussicht über das nächtliche Innsbruck. Eine perfekte Einstimmung für unsere zwei Tage in der Stadt.

Stadt Innsbruck: Die Brücke über den Fluss

Nicht immer ist die Herkunft eines Namens so eindeutig wie bei Tirols Landeshauptstadt: Im 12. Jahrhundert ist auf Höhe des heutigen Innsbrucks eine Brücke über den Inn entstanden und hat dem Ort seinen Namen gegeben. Heute hast du von der Innbrücke einen schönen Blick auf die bunten Häuser entlang des Innufers, eine der bekanntesten Ansichten der Stadt. Dahinter erstrecken sich die Stadtteile St. Nikolaus und Mariahilf, die einen Einblick in das ursprüngliche Innsbruck gewähren. Auch traditionelle Handwerksbetriebe wie die 1777 gegründete Walde Seifenfabrik findest du hier.

Nur ein Stück weiter am Fluss entlang erinnert eine Installation an die Stelle, an der Dürer 1495 auf der Durchreise nach Italien seinen Blick auf „Innsbruck von Norden“ gemalt haben soll. Für uns startet hier der Samstag und unser Spaziergang durch die Stadt. Unweit der Innbrücke liegt nämlich auch Innsbrucks Marktplatz, auf dem die Markthalle steht. Falls du noch nicht gefrühstückt hast, kannst du hier entlang der Stände schlendern und dir einen Kaffee und einen kleinen Snack besorgen. Danach geht es dann vorbei an der Ottoburg, einem der ältesten Gebäude der Stadt, hinein in die Altstadt.

Innsbrucks Wahrzeichen: das Goldene Dachl

Innsbrucks bekannteste Sehenswürdigkeit kannst du von hier sogar schon sehen: Das Goldene Dachl zieht Touristen aus aller Welt an. Und so siehst du im Zentrum auch immer mehr Besucher aus Japan, China oder Indien, die das glänzende Vordach mit seinen vergoldeten Schindeln bestaunen. Einen ziemlich guten Blick auf das Wahrzeichen der Stadt hast du übrigens vom gegenüber gelegenen Stadtturm. Die 133 Stufen sind bei gutem Wetter definitiv dem Aufstieg wert: Der Ausblick über die Altstadt, hoch zur Nordkette, hinüber zu Innsbrucks Hausberg Patscherkofel oder zur berühmten Bergisl Skischanze ist ziemlich cool.

Residenzstadt Innsbruck: Habsburger Pracht in Tirol

Wieder unten angekommen, tauchen wir noch ein Stück tiefer in Innsbrucks Geschichte als Residenzstadt der Habsburger ein. Inzwischen ist es 500 Jahre her, dass Kaiser Maximilian auch in Tirol für höfliche Pracht sorgte. Die wichtigsten Bauwerke sind bis heute erhalten und so bekommst du rund um das Goldene Dachl und Innsbrucks Hofburg samt Hofkirche immer noch ein Gefühl für den imperialen Glanz. In der barocken Hofkirche bewachen bis heute 28 schwarze Figuren den Sarkopharg des Kaisers. Der blieb allerdings am Ende doch leer und Maximilian wurde in der Wiener Neustadt begraben.

Direkt gegenüber der Hofburg steht mit dem im Herbst 2018 eröffneten Haus der Musik ein Beispiel dafür, wie Innsbruck Tradition und Moderne miteinander verbindet. Das markante Gebäude bietet den Klangkörpern der Stadt ein neues Zuhause und sorgt für einen der spannenden architektonischen Brüche im barocken Stadtensemble. Wir lassen uns von hier durch die Hofgasse noch ein wenig weiter durch die Altstadt treiben – vorbei am Dom, vielen kleinen Traditionsgeschäften und -gasthäusern, aber auch kleinen Läden mit neuen Konzepten.

S‘ Kastl oder Tiroler Edles sind nur zwei Beispiele. In letzterem findest du neben Eigenproduktionen verschiedenste Produkte von Tiroler Handwerksbetrieben. Auf kleinen Postkarten erfährst du deren Geschichte und Philosophie – und hier findest du sicher Ideen für ein cooles Mitbringsel. Direkt ums Eck legen wir im Restaurant Weisses Rössl eine kurze Mittagspause ein, Innsbrucks erste Adresse für Tiroler Küche. Und zum Dessert darf natürlich eine weitere Institution nicht fehlen: das Stück Sachertorte im Café Sacher in der Hofburg.

Imperiales Flair: Maria-Theresien-Straße und Schloss Ambrass

Wenn du Lust auf Shopping hast, bist du ansonsten in der Maria-Theresien-Straße gut aufgehoben. Entlang von Innsbrucks Pracht- und Geschäftsstraße findest du alle Shops, aber auch Cafés und Restaurants. Hingucker ist hier die Annasäule – und wenn du dich dort umdrehst, hast du mitten in der Stadt einen perfekten Blick auf Innsbrucks Nordkette. Inzwischen ist schönstes Sommerwetter und wir holen uns noch schnell ein Eis bei Tomaselli und laufen dann Richtung Triumphpforte. Das barocke Stadttor wurde zu Ehren der Hochzeit von Erzherzog Leopold erbaut und ist heute eine der bekanntesten Sehenswürdigkeiten von Innsbruck.

Wir leihen uns hier bei Die Börse zwei Räder aus und radeln damit weiter Richtung Schloss Ambrass. Das Prunkschloss liegt wenige Kilometer außerhalb vom Zentrum über der Stadt und gilt als das älteste Museum der Welt. Die Highlights sind die Kunst- und Rüstungssammlungen und der Spanische Saal mit Porträts der Tiroler Landesfürsten. Aber auch die Schlossanlage selbst und der Park sind sehenswert und zählen zu Innsbrucks touristischen Highlights.

Vom kleinsten Restaurant bis zur Bar mit 360-Grad-Blick

Zum Abendessen sind wir heute im kleinsten Restaurant der Stadt. Bei „Oscar kocht“ gibt es nur einen Tisch mit acht Stühlen – und diese Plätze sind immer schon Wochen im Voraus ausgebucht. Seit 2014 steht Oscar Germes-Castro hier hinter der Theke und kocht in dem ehemaligen Uhrmacherladen für seine Gäste. Die Produkte für seine Gerichte kommen fast alle aus der Region und sind meist bio. Oscar kauft sie selbst ein – und weiß deshalb ganz genau, was bei ihm auf den Teller kommt. Ein spannendes Konzept, das nicht umsonst zu den „111 Orten in Innsbruck, die man gesehen haben muss“ zählt.

Zum Abschluss des Tages geht es im Anschluss nochmal zurück in die Altstadt. Auf dem Weg hören wir kurz bei den Innsbrucker Promenadenkonzerten rein. Der Innenhof der Hofburg verwandelt sich schon seit 25 Jahren immer im Sommer in einen großen Open-Air-Musiksaal. Unser Ziel ist aber die 360 Grad Bar im obersten Stock der Rathaus Galerien. Durch die Panoramafenster hast du einen Rundumblick über die Dächer der Stadt und auf die Berge. Dort sind wir morgen und genießen jetzt noch bei einem Drink den lauen Sommerabend.

Bergidylle pur: Innsbrucks Nordkette

Direkt aus der Altstadt in die Berge starten – in Innsbruck ist das ein Teil des Lebensgefühls. Und auch für uns gibt es nach dem Stadtprogramm gestern heute ganz viel Natur. Unweit von Hofburg und Hofgarten liegt die Talstation der Hungerburgbahn, mit der du zur ersten Etappe hoch auf die Nordkette starten kannst. Es wird gerade mal gute 30 Minuten dauern – und dann stehen wir auf 2.256 Metern mit Blick über die Stadt.

Die Hungerburgbahn ist allerdings nicht irgendeine Bergbahn. Genau wie die Bergiselschanze wurde die Standseilbahn von der Architektin Zaha Hadid entworfen und ist damit ein weiteres Beispiel für moderne Architektur in Tirols Landeshauptstadt. An der Endstation Hungerburg angekommen, lohnt sich also definitiv ein Blick zurück, bevor du weiter Richtung Nordkettenbahn läufst.

Für alle, die noch keinen Kaffee hatten: Direkt an der Bergbahn bietet sich ein Zwischenstopp im coolen Hitt & Söhne an – eine Extraportion Sonnenschein auf der Terrasse inklusive. Die Nordkettenbahn bringt dich anschließend hinauf zur Seegrube – und von dort sind es nochmal wenige Minuten mit der Hafelekarbahn ganz nach oben.

Vom Hafelekar hast du einen tollen Ausblick auf Innsbruck
Vom Hafelekar hast du einen tollen Ausblick auf Innsbruck

Schon aus der Bahn kannst du den atemberaubenden Blick zurück auf Innsbruck und die umliegenden Gipfel genießen. Ganz oben angekommen, trennen dich schließlich nur noch ein paar Schritte von der hochalpinen Gebirgslandschaft der Nordkette. Nicht selten stehst du hier übrigens über oder sogar in den Wolken. Auch heute landen wir mittendrin. Der Blick zurück auf Innsbruck ist im Moment versperrt. Auf der anderen Seite der Berge stattdessen: strahlend blauer Himmel, Sonnenschein und zahlreiche Gipfel bis zum Karwendel. Wow, was für ein Ausblick!

Hafelekar und Seegrube: Neue Perspektiven

Auch wenn du schon von der Bahnstation Hafelekar einen atemberaubenden Ausblick hast, noch schöner ist der von der Hafelekarspitze auf 2.334 Metern. Der leichte und gut ausgebaute etwa viertelstündige Aufstieg wird mit einem 360-Grad-Panoramablick in alle Richtungen belohnt. Inzwischen haben sich auch die Wolken verzogen und die Sicht auf Innsbruck unten im Tal auf der einen und die Alpengipfel auf der anderen Seite ist einfach ein Traum. Und da hinten klettert sogar eine Gemse über den Berg. Hach, hier könnte ich noch eine Weile sitzen und dieses Naturschauspiel bewundern.

Wir wollen aber noch ein bisschen mehr von der Nordkette entdecken – und so geht es mit einer der nächsten Bahnen zurück Richtung Seegrube. Falls du schon Hunger hast, bietet sich einer der Tische auf der Terrasse für einen Zwischenstopp an. Als kostenlose Zugabe zur Tiroler Küche im Restaurant Seegrube bekommst du hier den genialen Ausblick über Innsbruck und das Inntal.

Frisch gestärkt kannst du anschließend auf den Perspektivenweg direkt unterhalb der Seegrube starten. Das Künstlerkollektiv Snøhetta sorgt hier für einen neuen Blick und verbindet dabei Natur und Kunst. Am bekanntesten ist der Steg, der dich hoch über Innsbruck schweben lässt. Aber auch die weiteren Stationen bieten interessante neue Perspektiven auf Tirols Berge und die Stadt. Zwischendurch laufen dir außerdem immer mal wieder ein paar fotogene Bergschafe vor die Linse.

Umbrüggler und Arzler Alm: von traditionell bis modern

Unser Ziel für die Mittagspause ist die Umbrüggler Alm. Wenn du genug Zeit im Gepäck hast, kannst du von der Seegrube direkt Richtung Alm laufen. Wir nehmen stattdessen die Bahn hinunter zur Hungerburg, von wo du eine knappe Dreiviertelstunde unterwegs bist. Die Umbrüggler Alm ist ein Beispiel dafür, dass auch Almhütten mit stylischem Design und einer modernen Alpenküche richtig cool sein können. Jetzt im Sommer sitzen wir natürlich draußen auf der Terrasse, im Winter machst du es dir aber am besten drinnen am Kamin gemütlich. Für mich gibt’s heute leckere Schlutzkrapfen mit Ausblick – perfekt!

Du stehst doch eher auf traditionelle Hütten? Dann solltest du wie wir von der Umbrüggler Alm weiter Richtung Arzler Alm laufen. Nach nochmal einer halben Stunde kannst du dort im Biergarten den Ausblick genießen. Und auch wenn Innsbruck immer mal wieder durch die Bäume schimmert: Hier oben über der Stadt bist du wirklich mitten in der Natur unterwegs. Das merkst du spätestens, wenn neben dir Kuhglocken läuten und einige Exemplare des Tiroler Grauviehs aus dem Wald auf den Weg geklettert kommen.

Wir genießen von der Arzler Alm aus ein letztes Mal den Blick auf Innsbruck und seine Hausberge – und dann geht es auch schon wieder zurück Richtung Hungerburgbahn und hinunter in die Stadt. Zwei Tage sind einfach viel zu schnell vorbei und hoch auf den Patscherkofel mit seinem Panorama Zirbenweg haben wir es nicht mehr geschafft. Aber Innsbruck liegt ja immer noch auf dem Weg Richtung Süden – und nach diesem Wochenende weiß ich, dass sich der Zwischenstopp definitiv lohnt.

 

Praktische Tipps

Von München aus bist du mit dem Zug oder Auto in knapp zwei Stunden in Innsbruck, aus Hamburg kannst du mit dem ÖBB Night Jet entspannt über Nacht nach Tirol fahren. Im Winterhalbjahr gibt es außerdem direkte Flugverbindungen aus dem Norden. Innsbrucks Innenstadt ist sehr kompakt und du kannst das Zentrum wunderbar zu Fuß erkunden. Für weitere Strecken sind ansonsten das Stadtrad-System und die verschiedenen E-Scooter-Anbieter eine Alternative. Den öffentlichen Nahverkehr und die Bergbahnen z.B. auf die Nordkette kannst du mit der Innsbruck Card kostenlos nutzen. Mit der Karte für 24, 48 oder 72 Stunden erhältst du außerdem kostenlos Eintritt in zahlreiche Museen. Zum Übernachten ist neben dem Adlers Hotel das Stage 12 direkt im Zentrum eine stylische Option. Weitere Infos zu Innsbruck findest du auch unter www.innsbruck.info. Und für alle, die noch weiterfahren, gibt es außerdem meine Tipps für Südtirol.

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Dieser Artikel ist im Rahmen einer unbezahlten Recherchereise in Zusammenarbeit mit Innsbruck Tourismus entstanden. Vielen Dank dafür! Meine Meinung ist wie immer unabhängig.

Autor

Willkommen bei My happy Places! Ich bin Britta, Journalistin, lebe in Hamburg und liebe es, zu reisen. Hier nehme ich dich mit zu meinen Lieblingsorten rund um die Welt. Viel Spaß!

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