Der Gardasee ist für viele ein Sehnsuchtsziel: Malerische Orte, der größte See Italiens, herrliche Ausblicke, gutes Essen und ganz viel Dolce Vita. Hier findest du Tipps für die schönsten Orte am Lago di Garda.

Übers lange Wochenende schnell mal an den Gardasee düsen – in München gehört das zum italienischen Lebensgefühl. Wer nicht gleich bis an die Adria fahren will, der findet am Lago di Garda nämlich bis auf das Salzwasser und die langen Sandstrände das perfekte Urlaubsfeeling. Sonne, Wasser – und je nach Lust und Laune schroffe Felsen oder sanfte Hügel, nicht nur Münchner sind in diesen See verliebt. Der Gardasee ist nämlich ein Allrounder, der für fast alle das Passende parat hat. Egal ob Surfer, Segler, Kletterer und Mountainbiker, Wassernixen, Weinliebhaber, Fans der italienischen Küche oder Städtereisende – Italiens größter See bietet für jeden etwas.

Vom Trentino im Norden über die Region Venetien auf der Ostsseite des Sees bis zur Lombardei im Westen: der Gardasee verbindet gleich drei italienische Regionen und damit auch drei verschiedene Küchen und unterschiedliche Kulturen. Sind Torbole und Riva noch sehr von den Bergen geprägt, fühlt sich der Süden des Sees schon fast wie Süditalien an. Aber der Reihe nach! Ich nehme euch einfach mit auf eine Tour entlang der Sonnenseite und zeige euch die schönsten Orte im Osten des Gardasees.

Torbole – das Paradies für Sportler

Immer wieder toll: der Ausblick von Torbole aus auf den Gardasee
Immer wieder toll: der Ausblick von Torbole aus auf den Gardasee

Gerade noch ragten links und rechts der Straße die schroffen, hohen Felsen auf – und dann weitet sich plötzlich der Blick und liegt der Gardasee dort vorne zwischen den Bergen vor uns. Wer schon in Rovereto von der Autobahn ab und Richtung See fährt, der wird oberhalb von Torbole mit diesem beeindruckenden Panorama empfangen. Und spätestens ab jetzt stellt sich das Urlaubsfeeling so richtig ein. Torbole und das benachbarte Riva del Garda sind die nördlichsten Orte am See und noch Teil des Trentinos. Entsprechend merkst du hier noch den Einfluss der Berge und findest im Ort viele Mountainbiker, Wander- und Kletterfans. Aber auch der Wind ist hier so richtig gut und macht das Örtchen zum Hotspot für Segler und Surfer. Weiter geht es ab hier über die Gardesana Orientale, die uns direkt am Ostufer des Sees entlang begleitet – tolle Ausblicke auf See und Berge inklusive.

 

Malcesine – das malerische Bergstädtchen

Der nächste Stopp ist Malcesine, einer der bekanntesten und auch beliebtesten Orte am Lago di Garda. Im Hochsommer kann es hier schon mal voll werden, haben sich die malerische Lage und das hübsche Örtchen doch schon längst rumgesprochen. Und schließlich hat schon Goethe während seiner Italienischen Reise die Burg, die mediterranen Gärten und das pittoreske Örtchen erkundet. Wenn du außerhalb der Stoßzeiten unterwegs bist, kannst du aber vom kleinen Hafen aus ganz entspannt durch die engen Gässchen der Altstadt schlendern – bis hoch zur Scaligerburg, die den Ort weithin sichtbar überragt. Von Malcesine kommst du außerdem mit der Seilbahn hoch auf den Monte Baldo, das mit seinen über 2.000 Metern höchste Bergmassiv des Gardasees. Oder du nimmst eines der zahlreichen Boote und fährst rüber nach Limone – noch so ein pittoreskes Highlight am See. 

 

Garda – die Namensgeberin

Von der Küstenstraße gibt es immer wieder tolle Ausblicke wie hier auf Garda
Von der Küstenstraße gibt es immer wieder tolle Ausblicke wie hier auf Garda

Nächster Hauptdarsteller des Mini-Roadtrips entlang des Gardasees ist die Gardesana Orientale. Die Straße führt dich hier im Norden durchgängig direkt am See entlang und du kannst während der Fahrt die Ausblicke auf das in der Sonne glitzernde Wasser, die gegenüberliegenden Berge und die vorbeiziehenden Örtchen genießen. Kurz hinter Malcesine bist du dann schon im Veneto unterwegs – und auf Höhe von Garda weitet sich dann nochmal der Blick: Hier wird der See breiter und weichen die hohen Berge den sanften Hügeln des Südens. Das Örtchen Garda hat dem Gardasee seinen Namen gegeben und ist mit der kleinen Altstadt und der Seepromenade Lungolago einen Zwischenstopp wert.

 

Bardolino – der Hotspot für Weinliebhaber

Im Zentrum von Bardolino liegen die Boote im Hafen
Im Zentrum von Bardolino liegen die Boote im Hafen

Wer mag, kann von Garda die Seepromenade entlang direkt bis nach Bardolino spazieren und ist dann mittendrin im bekanntesten Weinanbaugebiet des Gardasees. Das kleine Städtchen ist für den gleichnamigen Rotwein bekannt. Im Spätsommer und Herbst siehst du an den zahlreichen Weinreben rund um den Ort die roten Trauben. Highlight der Saison ist dann das Weinfest im Oktober. An die Ursprünge Bardolinos als Fischerort erinnert der kleine Hafen vorne an der Promenade. Heute findest du dort Restaurants und Bars mit Seeblick. Und wer mag, kann nach dem Essen die Uferpromenade von Bardolino aus weiter bis nach Lazise laufen.

 

Lazise – das relaxte Hafenstädtchen

In Lazise geht es deutlich ruhiger zu als im benachbarten Bardolino, der Zwischenstopp in dem kleinen Städtchen lohnt sich aber definitiv nicht weniger. Auch Lazise ist geprägt vom Weinanbau, hinzu kommt die Produktion von Olivenöl. Die noch erhaltenen mittelalterlichen Stadtmauern mit ihren drei Stadttoren und die Türme der Scaglierburg sorgen außerdem für historisches Flair. Neben Malcesine und Sirmione zählt die Burg in Lazise zu den besterhaltendsten Festungsanlagen, die noch an die alte italienische Adelsfamilie der Scaglier erinnern. Besonders schön ist es auch in Lazise vorne am Wasser. Am besten kaufst du dir am Hafen ein leckeres Gelato und genießt an der breiten Promenade den Blick über den Gardasee. Wenn der so blau in der Sonne glitzert, dann ist das einfach Urlaubsfeeling pur.

 

Sirmione – das Highlight für Burgenfans

Die Scaligerburg überragt den Ortseingang von Sirmione
Die Scaligerburg überragt den Ortseingang von Sirmione

Ganz im Süden des Gardasees sind wir inzwischen schon in der Lombardei angekommen. Und hier wartet mit Sirmione nochmal eines der Highlights. Das kleine Städtchen liegt auf einer Halbinsel im Norden einer schmalen Landzunge, die weit in den See hineinragt. Hingucker und Wahrzeichen ist die Scaglierburg. Die imposante Wasserburg mit ihrer befestigten Hafeneinfahrt am Eingang zur Altstadt ist wichtigster Grund für die zahlreichen Besucher. Aber auch das kleine Städtchen dahinter ist sehenswert. Nur die wenigsten Touristen schaffen es allerdings bis ganz in den Norden zur Grotta di Catullo. Hier kannst du deshalb fast allein durch die Ruinen eines römischen Landhauses laufen. Am besten bleibst du in Sirmione gleich über Nacht und nimmst dir eines der Hotels direkt am See. Dann kannst du bei einem Sundowner den Sonnenuntergang genießen und am nächsten Morgen direkt vom Steg ins Wasser springen.

 

Verona – das Ziel für Romantiker

Top-Ziel in Verona: der Balkon von Julia
Top-Ziel in Verona: der Balkon von Julia

Verona liegt natürlich nicht mehr am Gardasee, den Abstecher in die Stadt an der Etsch solltest du aber unbedingt einplanen. Von Lazise aus ist es gerade mal eine halbe Stunde bis in die wohl romantischste Stadt Norditaliens. Dank Shakespeares Romeo und Julia ist Verona weit über Italien hinaus bekannt – und der berühmte Balkon in der Casa di Giulietta ist eine der bekanntesten Attraktionen. Musik- und Opernfans kommen wegen der Aufführungen in der Arena von Verona in die Stadt – ein riesiges römische Amphitheater. Und selbst wenn du nur durch die Altstadtgässchen schlenderst und dir das Treiben an der Piazza delle Erbe im Zentrum anschaust, lohnt sich der Besuch. Spätestens in Verona bist du jetzt mittendrin im italienischen Lebensgefühl – und kannst bei leckerer Pasta und einem guten Glas Wein den Mini-Roadtrip entlang des Gardasees nochmal Revue passieren lassen.

 

Praktische Tipps

Von München aus bist du mit dem Auto bei guter Verkehrslage in etwa vier Stunden am Gardasee. Falls es unterwegs auf der Autobahn mal wieder voll ist, machst du einfach noch einen Zwischenstopp in Südtirol. Der nächste Flughafen ist in Verona und hier hält auch der Eurocity ab München. Von Verona aus bist du schnell im Süden des Sees. Wenn du nicht mit dem eigenen Auto unterwegs bist, lohnt es sich, einen Mietwagen zu nehmen, um auch die kleinen Ecken entlang des Gardasees entdecken zu können. Italiens größter See ist touristisch bestens erschlossen, so dass du eigentlich überall eine breite Auswahl an Übernachtungsmöglichkeiten findest. Weitere Infos und Urlaubsideen findest du auf der Website VisitGarda.

Was sind deine Lieblingsorte am Gardasee? Ich freue mich wie immer über Tipps unten in den Kommentaren. Noch mehr Tipps für München findest du außerdem im Artikel „Ein Sommertag in München: Urlaub dahoam“. Und wenn dir der Artikel gefallen hat, teil ihn doch gerne mit deinen Freunden! Damit du keine neue Geschichte mehr verpasst, kannst du mir außerdem auf Facebook, Pinterest, Instagram, Bloglovin‘ und Tripadvisor folgen. Oder du abonnierst dir My Happy Places als Newsletter.

Autor

Willkommen bei My happy Places! Ich bin Britta, Journalistin, lebe in Hamburg und liebe es, zu reisen. Hier nehme ich dich mit zu meinen Lieblingsorten rund um die Welt. Viel Spaß!

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