Salzburg verbindet wahrscheinlich fast jeder Besucher mit Musik – egal ob Mozart, die Salzburger Festspiele oder „The Sound of Music“. Aber auch ein Spaziergang durch die barocke Altstadt ist schön: Tipps für einen Wochenendausflug.

„Wenn ich dich das nächste Mal in München besuche, möchte ich unbedingt nach Salzburg“, hatte meine schwedische Freundin Anna letztes Mal am Telefon gesagt. Ein paar Wochen später sitzen wir im Zug Richtung Österreich und ich frage sie, was sie denn alles anschauen möchte. „Die Orte aus ‚Sound of Music'“ antwortet sie mir – und ich bin verdutzt. Von „Sound of Music“ hatte ich bis dahin noch nie gehört. Salzburg, das waren für mich bisher Mozart, die Salzburger Festspiele, eine barocke Unseco-Weltkulturerbe Altstadt und Mozartkugeln. Aus schwedischer und auch amerikanischer oder asiatischer Sicht eine gravierende Wissenslücke.

Heute weiß ich, dass „The Sound of Music“ zu den erfolgreichsten Hollywood-Musikfilmen aller Zeiten zählt. Und mit diesem Wissen im Hinterkopf fallen mir inzwischen auch die Plakate für die Show im Marionettentheater auf oder die Sound of Music World unweit der Getreidegasse. Fans wie meine Freundin Anna werden hier und auf Sound of Music Touren zu den Originalschauplätzen glücklich.

Ein Spaziergang durch den Mirabellgarten führt vom Schloss Mirabell Richtung Altstadt
Ein Spaziergang durch den Mirabellgarten führt vom Schloss Mirabell Richtung Altstadt

An einem dieser Originalschauplätze beginnt deshalb damals wie heute unser Spaziergang durch die Stadt: am Schloss Mirabell. Am Eingang zum Mirabellgarten ist eine der berühmten Szenen des Films entstanden: Hier tanzt Kindermädchen Maria mit den Kindern der Trapp-Familie. Fans wird das Herz aufgehen – und allen anderen auch: Der Blick über den Garten und die Altstadt bis zur Festung Hohensalzburg ist einfach wunderschön. Als das Schloss Anfang des 17. Jahrhunderts gebaut wurde, lag es noch außerhalb der Stadtmauern. Heute steht es mitten in Salzburgs Neustadt.

Salzburg kompakt: Ein Spaziergang durch die Altstadt

Wir laufen durch den Schlossgarten am Mozarteum, dem Salzburger Landestheater und Mozarts Wohnhaus vorbei Richtung Salzach. Hier öffnet sich der Blick auf Salzburgs berühmte Silhouette: im Vordergrund der Fluss, danach die barocke Altstadt – und über allem thront die Festung Hohensalzburg, die der Stadt ihren Namen gab. Wir schlendern über den Makartsteg mit seinen unzähligen Liebesschlössern – und dann sind wir auch schon mittendrin in Salzburgs historischem Zentrum.

Noch schnell durch eine der engen Laubengassen hindurchschlüpfen – und wir stehen direkt vor einer von Salzburgs meistbesuchten Sehenswürdigkeiten: Mozarts Geburtshaus. Hier wurde im Januar 1756 mit Wolfgang Amadeus Mozart Österreichs bis heute berühmtester Musiker geboren. Originale Räume und historische Instrumente erinnern in einem Musem an seine frühen Lebensjahre.

Das Haus liegt mitten in der Getreidegasse, Salzburgs geschäftlichem Zentrum. Hier reihen sich Läden, Cafés und Restaurants aneinander – und hübsch anzusehen sind neben den vielen Schaufenstern die filigranen, schmiedeeisernen Schilder.

Von der Getreidegasse gehen immer wieder kleine Laubengänge ab – und auch hier findest du viele Geschäfte und Cafés. Nach rechts lohnt sich ein Abstecher zum Sternbräu mit seinem mit schattigen Kastanien bewachsenen Biergarten. Das Wirtshaus wurde Mitte des 16. Jahrhunderts erstmals urkundlich erwähnt – und schon Mozart soll hier regelmäßig zu Gast gewesen sein. Wenn du durch einen der Laubengänge nach links läufst, landest du auf dem Universitätsplatz, wo du täglich außer sonntags auf dem Grünmarkt frisches Obst und Gemüse einkaufen kannst.

Salzburg pur: Festspiele und Mozartkugeln

Vom Universitätsplatz ist es dann nur noch ein Katzensprung bis zur nächsten Top-Attraktion der Stadt, dem Großen Festspielhaus. Es ist Ende Juli – und zu dieser Zeit ist Salzburg für zwei Wochen im kulturellen Ausnahmezustand. Die Salzburger Festspiele ziehen Musikliebhaber und Prominenz in die Stadt – und rund um das Festspielhaus herrscht besonders zu den Konzerten am Abend Ausnahmezustand.

Jetzt ist es aber gerade mal früher Nachmittag und wir schlendern durch die Altstadtgassen weiter Richtung Alter Markt. Dort werden dir sicher auch die markanten grün-weiß gestreiften Schirme auffallen. Sie gehören zum Café Tomaselli, dem ältesten Kaffeehaus Österreichs. Hier kannst du auf der Terrasse sitzen und bei einer Tasse Kaffee die Haustorte genießen und dem Treiben auf dem Platz zuschauen.

Eine Alternative findest du direkt gegenüber mit der Konditorei Fürst. Kuchen und Torten sind dort allerdings fast Nebensache, denn hier wurden die Original Salzburger Mozartkugel erfunden. Genau wie in Wien mit der Sachertorte ist man sich auch in Salzburg nicht ganz einig, wer denn nun die Idee für die weltberühmte Süßigkeit hatte. Und so kannst du handgefertigte Mozartkugeln auch in der Konditorei Holzermayer und in der Konditorei Schatz kaufen. Mein Tipp: Einfach durchprobieren, denn jede Konditorei hat ihr eigenes Rezept – und lecker sind sie alle.

Mit neuer Energie kannst du noch ein bisschen durch die Stadt schlendern und dir weitere Salzburger Sehenswürdigkeiten wie das Domquartier oder die Neue Residenz anschauen. Und auch der Petersfriedhof mit seinen Katakomben und alten Gräbern ist einen Besuch wert. Dort findest du im Kirchhof mit dem St. Peter Stiftskeller auch das älteste Restaurant Mitteleuropas.

Salzburg von oben: Von der Festung Hohensalzburg zum Mönchsberg

Auf dem Kapitelplatz steht Salzburgs markantestes Kunstwerk: Sphaera, der Mann auf der riesigen goldenen Kugel. Er schaut hinauf zur Festung Hohensalzburg, das Wahrzeichen der Stadt und unser nächstes Ziel. Du kannst mit der Festungsbahn hochfahren – oder hier zu einer kleinen Bergtour starten. Dann kommst du unterwegs auch an einer weiteren Salzburger Institution vorbei: dem Stieglkeller der Brauerei Stiegl. Vom Biergarten aus hast du einen tollen Blick über die Stadt. Mit einem Besuch in Salzburgs Wahrzeichen Hohensalzburg kannst du locker einen halben Tag füllen, ein perfektes Programm für graue Regentage. Und allein für den Ausblick auf die Mozartstadt lohnt sich der Weg.

Für uns geht es über die bewaldeten Hügel weiter Richtung Mönchsberg. Und wenn du es wie wir nicht noch in die „richtigen“ Berge schaffst, ist die Stadtalm eine Alternative. Hoch über Salzburg liegt dieses kleine Naturfreundehaus mit Restaurant. Hier kannst du dir die Almküche schmecken lassen und den Ausblick auf die Stadt genießen.

Am Ende der Tour liegt das Museum der Moderne – und auch dort ist neben der Kunst die Terrasse mit ihrem grandiosen Ausblick über die Stadt ein Highlight. Das M32 ist nicht nur deshalb auch fürs Frühstück am Sonntag ein Tipp. Außerdem kannst du hier mit dem Mönchsberg-Aufzug ganz entspannt wieder runter Richtung Altstadt fahren.

Salzburg romantisch: Abends an der Salzach

Wir sind nach dem ganzen Tag unterwegs durch die Stadt tatsächlich faul und nehmen den Aufzug. Während der Salzburger Festspiele und mit schönstem Sommerwetter ist die Altstadt auch am Abend gut besucht. Ein Bummel durch die beleuchteten historischen Gassen ist jetzt sogar besonders schön, denn es ist inzwischen ruhiger geworden hier im Zentrum.

Besonders romantisch ist es am Abend aber an der Salzach. Links und rechts des Flusses ziehen sich die Promenaden entlang und laden zu einem Spaziergang ein. Und der Blick auf die beleuchtete Silhouette der Mozartstadt ist einfach immer wieder ein toller Abschluss für einen Tag in Salzburg.

 

Praktische Tipps

Von München aus bist du mit dem Railjet in eineinhalb Stunden in Salzburg. Vom Hauptbahnhof ist es ein kleiner Spaziergang vorbei am Schloss Mirabell bis in die Innenstadt. Mit dem Auto fährst du über die A8 ähnlich lange. Die Altstadt ist für den Autoverkehr gesperrt, es gibt aber zahlreiche zentrale Parkhäuser. Salzburgs historisches Zentrum ist sehr kompakt und lässt sich wunderbar zu Fuß erkunden. Auf den Festungsberg kannst du mit der Standseilbahn fahren und auch hoch auf den Mönchsberg fährt ein Aufzug. In Wien liebe ich das Citybike System – und in Salzburg gibt es jetzt auch eine erste Citybike Station direkt am Makartsteg. Für weitere Strecken gibt es außerdem ein gut ausgebautes Busnetz. Wenn du viel mit den öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs bist und/oder die verschiedenen Museen anschauen willst, lohnt sich eventuell die Salzburg Card. Noch mehr Infos findest du bei Tourismus Salzburg.

Autor

Willkommen bei My happy Places! Ich bin Britta, Journalistin, lebe in Hamburg und liebe es, zu reisen. Hier nehme ich dich mit zu meinen Lieblingsorten rund um die Welt. Viel Spaß!

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