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Die meisten Besucher verbinden mit Potsdam vor allem Schloss Sanssouci. Brandenburgs Hauptstadt hat aber noch viel mehr zu bieten: 11 Tipps, Sehenswürdigkeiten und Highlights für deinen Städtetrip an die Havel.
Potsdam ist berühmt für seine Schlösser, Parks und Gärten, sie haben die Brandenburgs Landeshauptstadt sogar den Titel als UNESCO-Welterbe-Stadt eingebracht. Die historische Garnisonsstadt mit mehr als 1.000 Jahren Geschichte erwartet dich aber auch mit historischen Vierteln, Kunst und Kultur sowie den Havelseen als Ausflugsziel.
Du bist zum ersten Mal in Potsdam? Egal ob für einen Tagesausflug oder länger – hier erfährst du, was du unbedingt gesehen haben musst und findest alle Tipps und Highlights für deinen Städteausflug an die Havel.
Holländisches Viertel

Rote Backsteinfassaden, weiß-grüne Fensterläden, hohe Giebel und imposante Pforten: Mitten in Potsdam fühlst du dich plötzlich wie in den Niederlanden. Das Holländische Viertel ist eine der bekanntesten Sehenswürdigkeiten in Brandenburgs Hauptstadt – und einer meiner Lieblingsorte. Hier findest du Cafés, Restaurants, Galerien und kleine Läden. Meine Tipps: Probier unbedingt einen der Käsekuchen im Café Guam, das cremige Softeis bei Fridas Eis oder setzt dich ins „Träum weiter“ und beobachte das Treiben.
Erbaut wurde Potsdams Holländisches Viertel Anfang des 18. Jahrhunderts als Teil der sogenannten zweiten barocken Stadterweiterung. Entstanden sind in dieser Zeit vier Karrees mit etwa 150 Backsteinhäusern in holländischem Stil – das größte geschlossene Bauensemble außerhalb der Niederlande.
Schloss Sanssouci

Wenn du an Potsdam denkst, fällt dir sicher auch sofort eine der Top-Sehenswürdigkeiten ein: Schloss Sanssouci – das wahrscheinlich meistfotografierte Gebäude der Stadt. Für die meisten Besucher sind Berlin und Sanssouci ein bisschen wie Paris und Versailles. Du fährst hin, besichtigst das Schloss und dann geht’s auch schon weiter.
Für Sanssouci solltest du dir aber definitiv etwas mehr Zeit nehmen. Einst von Friedrich dem Großen als Residenz „Ohne Sorge“ – so heißt Sanssouci auf Deutsch übersetzt – gebaut, erwartet dich hier nämlich noch viel mehr als der Rückzugsort des Preußenkönigs. Ganze 70 Kilometer Wege führen durch den 300 Hektar großen Park. Und dort kannst du mit dem Neuen Palais, der Orangerie, dem Chinesischen Teehaus oder der Historischen Mühle noch zahlreiche weitere Sehenswürdigkeiten besichtigen.
Museum Barberini

Seit seiner Eröffnung 2017 hat Potsdam mit dem Museum Barberini auch ein neues Top-Highlight für Kunstfans und läuft dem Nachbarn Berlin fast den Rang ab. Das Museum zeigt mit der Sammlung Hasso Plattner eine umfangreiche Kollektion impressionistischer und post-impressionistischer Gemälde. Die Dauerausstellung umfasst 115 Werke, hinzu kommen regelmäßige Sonderausstellungen.
Aber nicht nur die Ausstellungen sind sehenswert, auch das rekonstruierte klassizistisch-barocke Palais, in dem sich das Museum Barberini befindet, ist ein Hingucker. Architektonisches Vorbild und Namensgeber ist der Palazzo Barberini in Rom. Mein Tipp: Setzt sich nach der Ausstellung noch unten ins Café und beobachte das Treiben auf dem Alten Markt, bevor es weitergeht.
Alter Markt

Wenn dein letzter Besuch in Potsdam schon eine Weile her ist, wirst du dir wahrscheinlich verwundert die Augen reiben, wenn du auf dem Alten Markt stehst. Hier entwickelt die Landeshauptstadt Potsdam bereits seit den 1990er Jahren die Potsdamer Mitte. Direkt nach der Wende hatte die Stadtverordnetenversammlung beschlossen, Potsdams historisches Zentrum wiederaufzubauen.
Heute erwartet dich im Zentrum von Brandenburgs Hauptstadt ein neues städtebauliches Ensemble mit Straßen, Plätzen und Gebäuden, das an historische Zeiten anknüpft. Im Zentrum überragt weithin sichtbar die St. Nikolaikirche den Alten Markt. Gegenüber schließen das Stadtschloss, das Museum Barberini und das Alte Rathaus das Ensemble ab.
Potsdamer Stadtschloss

Genau wie in Berlin das Humboldt Forum als Rekonstruktion des alten Stadtschlosses am Prachtboulevard Unter den Linden hat auch Potsdam sein Stadtschloss neu aufgebaut: Von 2010 bis 2013 wurde das Ensemble am Alten Markt errichtet. Die goldenen Letter der Potsdamer Künstlerin Annette Paul „Ceci n’est pas un chateau“ (Dies ist kein Schloss) an der Fassade verraten: Auch wenn das Gebäude aussieht wie ein Schloss, sitzt hier heute der Landtag von Brandenburg.
Hinter der barocken Fassade findest du also ein modernes Innenleben – und während der Woche darfst du sogar hinter die Kulissen schauen. Der Innenhof, das Treppenhaus, das Foyer und die Dachterrasse kannst du kostenlos besichtigen. Ergänzend bieten geführte Touren Einblicke in die Parlamentsarbeit.
Brandenburger Tor

Und noch etwas findest du sowohl in Berlin als auch in Potsdam: das Brandenburger Tor. Die kleinere Version in Brandenburgs Hauptstadt steht am Luisenplatz am Ende der Brandenburger Straße. Das prächtigste der drei noch erhaltenen Potsdamer Stadttore wurde im Auftrag von Friedrich II. errichtet und diente als westliches Stadttor.
Heute kannst du das Brandenburger Tor als Ausgangspunkt nutzen, um Potsdams Flanier- und Einkaufsmeile Brandenburger Straße entlang zu schlendern. Hier bist du mittendrin im städtebaulichen Ensemble der alten preußischen Garnisonsstadt. Heute findest du hier im Zentrum vor allem Läden, Cafés und Restaurants.
Neuer Garten

Der Neue Garten zählt genau wie der Park Sanssouci und der Park Babelsberg zum Ensemble der Potsdamer Schlossparks. Seit 1990 ist er Teil der UNESCO-Welterbestätte „Schlösser und Parks von Potsdam und Berlin“ und dient mit seinen über 100 Hektar als Erholungsort am Wasser.
Zwischen Heiligem See, Jungfernsee und Tiefem See findest du im Neuen Garten mit dem Mamorpalais, dem Belvedere auf dem Pfingstberg und Schloss Cecilienhof einige wichtige Potsdamer Sehenswürdigkeiten. Schloss Cecilienhof im englischen Landhausstil war beispielsweise Tagungsort der Potsdamer Konferenz. Mein Tipp: Nicht weit entfernt lädt der Biergarten der Brauerei Mauerei im historischen Gebäue zu einer Pause mit Seeblick ein.
Schiffbauergasse

Direkt am Ufer des Tiefen Sees liegt mit der Schiffbauergasse Potsdams Kunst- und Kulturquartier. Hingucker ist das Hans Otto Theater mit seiner außergewöhnlichen Fassade. Wo einst eine Kaserne mit Reithallen gebaut wurde, findest du heute einen Ort, an dem Kunst- und Kultur auf High-Tech-Unternehmen trifft.
Neben Kultureinrichtungen wie dem Hans Otto Theater, dem Kulturzentrum Waschhaus oder dem Tanztheater fabrik Potsdam haben in der Schiffbauergasse auch der Software-Konzerns Oracle und das Volkswagen Design-Center ihr Zuhause. Das WaveHotel ist einer der Übernachtungstipps für Potsdam. Und falls du genau wie wir hier einen Zwischenstopp auf einer Radtour entlang von Potsdams Seen einlegst, lädt das Fabrikcafé zu einer Pause am Wasser ein.
Alexandrowka

Noch ein Stück weiter Richtung Zentrum hast du mitten in Potsdam plötzlich das Gefühl, irgendwo auf dem Land gelandet zu sein. In der Kolonie Alexandrowka stehen mit Schnitzereien verzierte Holzhäuser inmitten weiter Obstwiesen in der Sonne, während die Wäsche zum Trocknen auf der Leine hängt.
Die russische Kolonie wurde Anfang des 19. Jahrhunderts auf Wunsch von Friedrich Wilhelm III. zum Gedenken an seinen verstorbenen Freund Zar Alexander I. angelegt. Das Kunstdorf umfasst 13 Fachwerkhäuser mit üppigen Schnitzereien nach dem Vorbild russischer Dorfarchitektur. In einem kleinen Museum kannst du in die Geschichte eintauchen oder nebenan im Restaurant russische Küche probieren.
Glienicker Brücke

Auf den ersten Blick sieht die Glienicker Brücke gar nicht besonders aus. Und tatsächlich verbindet sie heute ganz selbstverständlich Potsdam und Berlin. Zur DDR-Zeiten verlief in der Mitte der Brücke allerdings die Grenze zu Westberlin und sie war für den normalen Personenverkehr gesperrt. Berühmt wurde sie als legendärer Schauplatz des Kalten Krieges: Über die Glienicker Brücke tauschten die USA und die Sowjetunion ihre Agenten aus.
Heute kannst du hier an der Havel inmitten der Potsdamer Parklandschaft einen Blick hinüber zum Schloss und Park Babelsberg, der Heilandskirche von Sacrow und dem Schloss Glienicke werfen. Oder du spazierst über die historische Verbindung hinüber nach Berlin.
Berlin

Falls du nicht ohnehin Potsdam mit einem Berlin-Besuch verbindest und einen Tagesausflug in Brandenburgs Hauptstadt unternimmst, lohnt sich auf jeden Fall der Abstecher an die Spree. Brandenbuger Tor und Reichstag, der Fernsehturm oder Checkpoint Charlie: In Berlin gibt es einiges zu entdecken.
Egal ob du dich für Geschichte, Kunst, Kultur oder Architektur interessierst, die Hauptstadt bietet dir einen bunten Mix. Dazu kommen Szeneviertel wie Prenzlauer Berg, Kreuzberg oder Friedrichshain, in denen dich individuelle Läden, Streetart und angesagte Restaurants oder Bars erwarten. Ein Tagesausflug ist definitiv zu kurz, um alles zu entdecken – also nimm dir am besten gleich ein bisschen mehr Zeit, um beide Hauptstädte zu erkunden.
Praktische Tipps
Nach Potsdam kommst du perfekt mit der Bahn – von Berlin entweder mit dem Regionalzug oder der S-Bahn. Potsdams Zentrum ist kompakt und lässt sich gut zu Fuß erkunden. Alternativ kannst du auf die öffentlichen Verkehrsmittel oder die City-Leihräder von Nextbike umsteigen. Unterkünfte in Potsdam findest du auf Booking.com. Für noch mehr Tipps hatte ich den MARCO POLO Reiseführer Potsdam im Gepäck.
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