Stephansdom, Riesenrad oder Schloss Schönbrunn – neben all den weltbekannten Sehenswürdigkeiten erwartet dich in Österreichs Hauptstadt noch ein Highlight: die Kaffeehauskultur. 10 Kaffeehäuser in Wien, die einen Besuch lohnen. 

Egal ob eine Wiener Melange, ein Kleiner Schwarzer oder der Einspänner – es gibt in Wien keinen besseren Ort, um eine der österreichischen Kaffeespezialitäten zu genießen als ein gemütliches Kaffeehaus. Dazu gibt’s ein Stück Sachtertorte, einen Apfelstrudel oder einen Kaiserschmarrn, die aktuelle Tageszeitung und möglichst einen Platz mit Ausblick. Die Wiener Kaffeehäuser mit ihrer besonderen Atmosphäre sind legendär. Kein Wunder, dass die Wiener Kaffeehauskultur seit 2011 sogar zum immateriellen Kulturerbe der UNESCO gehört.

Ein Kaffee auf dem Silbertablett, ein Glas Wasser, das Stück Kuchen mit Schlagobers und dazu Marmortische, Polstersofas, vertäfelte Wände und schwere Vorhänge – fertig ist die typische Atmosphäre der traditionellen Kaffeehäuser in Wien. In der Blütezeit der 1910er Jahre soll es rund 600 davon gegeben haben. Sie waren zweites Wohnzimmer vieler berühmter Künstler und Literaten: Sigmund Freud, Gustav Klimt, Falco oder Andy Warhol – Wiens Kaffeehäuser haben über die Jahre einige bekannte Persönlichkeiten gesehen. Und auch heute wird das Kaffeehaus immer noch als Erweiterung des eigenen Wohnzimmers betrachtet. Wo es besonders schön ist? Hier findest du zehn Tipps für die schönsten Kaffeehäuser in Wien.

 

Café Sacher

Das Café Sacher mit der berühmten Sachertorte ist das bekannteste der Kaffeehäuser in Wien
Das Café Sacher mit der berühmten Sachertorte ist das bekannteste der Kaffeehäuser in Wien

Hier ist sie zu Hause, die weltberühmte Sachertorte. Wenn du Wiener Kaffeehauskultur mit einem Hauch Luxus verbinden möchtest, kommst du am Café Sacher nicht vorbei. Direkt hinter der Wiener Staatsoper liegt das Hotel Sacher, in dem Eduard Sacher zur Gründung 1876 die Torte auf die Speisekarte gesetzt hat. Seither gilt die Sachertorte als eine der berühmtesten Spezialitäten Wiens.

Das Ambiente im Hotel Sacher versetzt dich auch heute noch zurück in die Anfänge: Kronleuchter, roter Samt und Gemälde mit Motiven aus der K. & K. Zeit bilden das Ambiente für den bekanntesten Schokoladenkuchen der Welt. Und auch wenn der hier etwas teurer ist als anderswo in der Stadt, gehört der Besuch auf die Todoliste. Nebenan im Café Bel Étage gibt’s übrigens einen Shop, wo du die Original Sacher-Torte für zu Hause mitnehmen kannst.

Café Sacher, Philharmoniker Str. 4, 1010 Wien

 

Café Central

Das Café Central empfängt seit 1876 seine Gäste und ist eines der beliebtesten Kafffeehäuser in Wien
Das Café Central empfängt seit 1876 seine Gäste und ist eines der beliebtesten Kafffeehäuser in Wien

Nicht weit entfernt von der Hofburg empfängt im fotogenen Palais Ferstel in der Herrengasse das Café Central bereits seit 150 Jahren seine Gäste. Einmal durch die Flügeltür ins Innere spazierst, musst du entscheiden, was du als erstes bestaunst: die markante Säulenhalle im Stil der Neorenaissance oder die Kuchenauslage mit stilvoller Patisseriekunst.

Intellektuelle und Kunstschaffende gingen einst in dem Künstlercafé ein und aus. Heute ist das Café Central mit seiner Lage im 1. Bezirk auch bei Wien-Besuchern sehr beliebt. Ab dem späten Nachmittag kannst du deine Wiener Melange bei Klaviermusik genießen und dabei die typische Kaffeehausatmosphäre genießen. Im Anschluss an deinen Besuch lohnt auch der Bummel durch die Ferstl Passage direkt nebenan.

Café Central, Herrengasse/Strauchgasse, 1010 Wien 

 

Demel – K.u.K. Hofzuckerbäcker

Der Demel zählt zu den beliebtesten Kaffeehäusern in Wien: Neben der Sachertorte solltest du auch den Kaiserschmarrn probieren
Im Café Demel solltest du neben der Sachertorte auch den Kaiserschmarrn probieren

Die Auslage im Café Demel ist ein Paradies für Naschkatzen. Eine Torte leckerer als die andere, dazu die süßen Petit Fours – und ganz neu der Kaiserschmarrn, der im Schaufenster direkt vor deiner Nase frisch zubereitet wird. Das berühmte Café am Kohlmarkt in direkter Sichtachse zur Hofburg nennt sich heute noch K.u.K Hofzuckerbäcker und ist eine Institution hier im Zentrum.

Wie fast überall in Wien wird auch beim Demel das Stück Sachertorte mit einer Portion Schlagobers serviert – so heißt die Sahne in Österreich. Der Unterschied: Demels Sachertorte ist versehen mit dem dreieckigen Demel-Siegel. Auf der Karte stehen hier noch zahlreiche weitere Mehlspeisen und Süßwaren, an denen schon Kaiserin Elisabeth Gefallen fand. Eine Besonderheit: Beim Demel serviert nur weibliches Personal, die sogenannten Demelinerinnen.

Café Demel, Kohlmarkt 14, 1010 Wien 

 

Café Hawelka

Das Café Hawelka war das zweite Wohnzimmer vieler bekannter Literaten und Künstler
Das Café Hawelka war das zweite Wohnzimmer vieler bekannter Literaten und Künstler

Mitten im Zentrum unweit des Stephansplatzes und doch versteckt in einer kleinen Seitengasse liegt das Café Hawelka, eine Wiener Institution und einst beliebter Künstlertreffpunkt. Hier saßen schon Arthur Miller, Günther Grass, Udo Jürgens oder Falco – das vielbändige Gästebuch zeugt von der Zahl berühmter Gäste. Der Zahn der Zeit hat inzwischen etwas genagt an Wiens berühmten Klassiker. Für viele der Gäste macht aber genau das den Charme des Café Hawelka aus.

Spezialität des Hauses sind die nach traditionellem Rezept gebackenen Buchteln. Das mit Marmelade gefüllte Hefeteig-Gebäck wird täglich ab 20 Uhr serviert. 1939 von Leopold Hawelka und seiner Frau Josefine gegründet, wird die Familientradtion in einem der bekanntesten Kaffehäuser in Wien weitergeführt und das Café Hawelka inzwischen von den Enkeln Amir und Michael geführt.

Café Hawelka, Dorotheergasse 6, 1010 Wien 

 

Café Schwarzenberg

Das Café Schwarzenberg ist Wiens ältestes Ringcafé und bietet klassische Kaffeehausatmosphäre
Das Café Schwarzenberg ist Wiens ältestes Ringcafé und bietet klassische Kaffeehausatmosphäre

Holzvertäfelte Wände, Marmor, schwere Vorhänge, eine überbordende Kuchentheke und sonntags Brunch mit Pianomusik: Das Café Schwarzenberg erinnert an die goldenen Zeiten der Ringstraßenära. 1861 eröffnet, ist das Café Schwarzenberg nicht nur eines der bekanntesten Kaffeehäuser in Wien, sondern auch das älteste Ringstraßencafé. Einst Treffpunkt für Musiker, Künstler und Literaten, ist es heute Anziehungspunkt für Wiener und Touristen.

Schwarz gekleidete Ober, eine auf dem Silbertablett servierte Wiener Melange – und dazu der Ausblick auf Kronleuchter und das Treiben der Ringstraße vor dem Fenster, im Café Schwarzenberg erwartet dich die typische Atmosphäre eines traditionellen Wiener Kaffeehauses. Bei schönem Wetter kannst du draußen in der Sonne sitzen und das Flair einer der schönsten Prachtstraßen Europas genießen.

Café Schwarzenberg, Kärntner Ring 17, 1010 Wien

 

Kleines Café

Ein Kleinod und Geheimtipp im Zentrum: das Kleines Café am Franzsikanerplatz
Ein Kleinod und Geheimtipp im Zentrum: das Kleines Café am Franzsikanerplatz

Inzwischen ist es 30 Jahre her, dass Ethan Hawke and Julie Delpy mit „Before Sunrise“ in einer legendären Liebeserklärung an Wien der Stadt ein cineastisches Denkmal gesetzt haben. Einer der Schauplätze war damals das Kleine Café am Franziskanerplatz. Besitzer ist heute der österreichische Schauspieler Hanno Pöschl, der selbst in dem Filmklassiker mitgespielt hat.

Trotz dieser kleinen Berühmtheit ist das Kleine Café bis heute ein Geheimtipp unter den Kaffeehäusern in Wien. Zwischen Stephansdom und Ringstraße liegt es mitten im Zentrum und trotzdem abseits der Geschäfte und Touristenströme. Und das ist auch gut so, trifft der Name es doch sehr gut: Drinnen gibt es nur wenige Plätze, bei schönem Wetter sitzt du aber ohnehin besser draußen auf dem pittoresken Franziskanerplatz.

Kleines Café, Franziskanerplatz 3, 1010 Wien

 

Gerstner – K.u.K. Hofzuckerbäcker

Das Gerstner bietet Wiener Kaffeehauskultur kombiniert mit dem Hofzuckerbäcker-Ambiente
Das Gerstner bietet Wiener Kaffeehauskultur kombiniert mit dem Hofzuckerbäcker-Ambiente

Gegenüber der Wiener Staatsoper erwartet dich im im Palais Todesco mit dem Café Gerstner ein weiterer K. u. K. Hofzuckerbäcker, der den Titel bis heute trägt. Direkt nach dem Betreten stehst du auch hier vor der fotogenen Kuchentheke im Verkaufsraum, prall gefüllt mit Wiener Tortenklassikern. Beliebt ist unter anderem die Sisi Torte.

Im ersten Stock erwarten dich gemütliche Sofas und ein Blick auf die Wiener Staatsoper, im zweiten Stock stehen unter anderem süße Köstlichkeiten und frische Strudelklassiker auf der Karte. Zum Ambiente gehören in dem 1847 gegründeten Kaffeehaus goldverzierten Holzvertäfelungen, historische Deckengemälde und Kamine. Im Sommer kannst du dir die Mehlspeisen im Innenhofgarten schmecken lassen.

Konditorei Gerstner, Kärntner Straße 51, 1010 Wien 

 

Palmenhaus

Kaffee und Mehlspeisen im historischen Ambiente bietet das Palmenhaus im Burggarten
Kaffee und Mehlspeisen im historischen Ambiente bietet das Palmenhaus im Burggarten

Eines der ungewöhnlichsten Kaffeehäuser in Wien – wenn auch nicht traditionell – ist das Palmenhaus im Burggarten. Das elegante Jugendstil-Glashaus wurde einst vom Kaiser zur Entspannung und Unterhaltung genutzt. Heute erwartet dich im linken Flügel ein Schmetterlingshaus, im rechten Flügel ein Gewächshaus und in der Mitte das Café Palmenhaus.

Im Palmenhaus sitzt du in einem Seitentrakt der Hofburg mitten im imperialen Wiener Flair und blickst auf den Burggarten. Im Inneren des ehemaligen Gewächshauses kannst du zwischen exotischen Pflanzen Kaffee und hausgemachte Mehlspeisen genießen. Bei schönem Wetter sicherst du dir aber am besten einen der Plätze auf der Terrasse und schaust den Menschen hinterher, die hier auf dem Weg zur Albertina oder Staatsoper entlang spazieren.

Brasserie Palmenhaus, Burggarten 1, 1010 Wien

 

Vollpension

Das Generationencafé Vollpension ist eines der ungewöhnlichsten Kaffeehäuser in Wien
Das Generationencafé Vollpension ist eines der ungewöhnlichsten Kaffeehäuser in Wien

Kein traditionelles Wiener Kaffeehaus, aber eine echte Empfehlung ist das Café Vollpension unweit vom Naschmarkt. In dem Generationencafé serviert ein Team aus Backomas und -opas ihre selbstgemachten Mehlspeisen. Hier wird täglich frisch gebacken und die jeweils diensthabenden Backomas und -opas entscheiden, was in die Kuchenvitrine kommt. Gratis dazu gibt’s zwischen dem plüschigen Mobiliar eine kleine Zeitreise zurück in die Kindheit.

Die Vollpension ist ein generationenverbindendes Kaffeehaus mit einer Mission: Altersarmut und Einsamkeit bekämpfen. In der Vollpension können die Omas und Opas ihre Lieblingsrezepte backen und sich etwas zur oft geringen Rente hinzuverdienen. Das Motto: „Zusammen machen wir die Welt ein kleines Kuchenstückerl besser – aber bitte mit Sahne!“ Die Idee kommt so gut an, dass es inzwischen noch eine Dependance in der Johannesgasse gibt.

Vollpension Generationencafé, Schleifmühlgasse 16, 1040 Wien

 

Praktische Tipps:

Aus Süddeutschland ist Wien leicht mit dem Auto oder der Deutschen Bahn zu erreichen. Ansonsten gibt es Direktflüge aus allen großen Städten. Sowohl vom Hauptbahnhof als auch vom Westbahnhof bist du schnell im Zentrum. Die Innere Stadt lässt sich gut zu Fuß erkunden. Für längere Strecken ist das WienMobil Rad eine super Alternative. 

Wenn du nicht nur Wiens Kaffeehäuser entdecken möchtest, sondern noch weitere Sehenswürdigkeiten auf dem Programm hast, ist die Vienna City Card für dich interessant. Das Ticket, Stadtführungen und weitere Touren kannst du bei GetYourGuide buchen. Mein Hoteltipp ist das 25hours am Museumsquartier, mehr dazu findest du im Artikel „25hours Hotel Wien: Willkommen im Zirkus“. Weitere Hoteltipps findest du auf Booking.com. Noch mehr Tipps für Wien findest du im Artikel „Wien: 15 Highlights, Attraktionen und Tipps“

Warst du schon in Österreichs Hauptstadt? Kennst du vielleicht noch andere Kaffeehäuser in Wien, die hier in der Liste fehlen? Dann freue ich mich, über deinen Kommentar! Und wenn dir der Artikel gefallen hat, teil ihn doch gerne mit deinen Freunden! Damit du keine neue Geschichte mehr verpasst, kannst du mir außerdem auf Facebook, Pinterest, Instagram, Flipboard oder Tripadvisor folgen. Oder du abonnierst dir My Happy Places als Newsletter.

 

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Autor

Willkommen bei My happy Places! Ich bin Britta, Journalistin, lebe in Hamburg und liebe es, zu reisen. Hier nehme ich dich mit zu meinen Lieblingsorten rund um die Welt. Viel Spaß!

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